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Bildrechte: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Innerhalb weniger Jahre hat sich Annalena Baerbock in der Bundespolitik einen Namen gemacht. Die Grünen-Politikerin hat einen rasanten Aufstieg hingelegt und bei der letzten Vorstandswahl ein Rekord-Ergebnis eingefahren.

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Annalena Baerbock im Portrait: Auf dem Weg ins Kanzleramt?

Niemand hat je mehr Stimmen bei der Wahl zum Grünen-Parteivorsitz geholt als Annalena Baerbock. Sie steht für eine neue, pragmatische Generation der Grünen – und traut sich das Kanzleramt zu. Bei der Bundestagswahl tritt sie als Kanzlerkandidatin an.

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Von
  • Sophie von der Tann

Es klingt wie eine grüne Politikerinnenkarriere aus dem Bilderbuch. Aufgewachsen ist Annalena Baerbock auf einem Bauernhof in der Nähe von Hannover, in ihrem Kinderzimmer hing ein Greenpeace-Plakat, mit ihren Eltern ging sie auf Demos gegen Atomkraft und den Nato-Doppelbeschluss. Seit 2018 lenkt sie die Geschicke der Partei.

Baerbock mit bestem Ergebnis jemals bei der Wahl zum Parteivorsitz

In einer Partei-Jugendorganisation war Baerbock zwar nicht, erst 2005 wurde sie Mitglied der Grünen, kletterte dann aber umso schneller die Parteileiter hoch: Mit 28 Jahren wurde sie Vorsitzende des brandenburgischen Landesverbandes. Wenig später zog sie in den Bundestag ein, seit 2018 steht sie mit Robert Habeck an der Grünen Doppelspitze.

Anfangs wurde die Newcomerin oft die "Frau an Roberts Seite" genannt, doch aus dem Schatten ihres populären Kollegen konnte sie sich nach und nach befreien. Ein Jahr nach ihrem Amtsantritt wurde sie mit 97 Prozent der Stimmen wiedergewählt – das beste Wahlergebnis jemals bei der Wahl zum Parteivorsitz. Ihr Co-Chef Robert Habeck (zum Portrait) lag sogar hinter ihr, er wurde mit 90 Prozent im Amt bestätigt.

Neue, pragmatische Generation der Grünen

Baerbock gilt als ehrgeizig, immer gründlich vorbereitet, gut vernetzt. Ihr sei es zu verdanken, dass sich die Partei nicht mehr in Flügelkämpfen zerfleischt. Baerbock steht für eine neue, pragmatische Generation der Grünen. Wie ihr Amtskollege Habeck gilt sie als "Realo".

Bekannt wurde die Grünen-Politikerin als hartnäckige Verhandlerin bei den Jamaika-Gesprächen nach der Bundestagswahl 2017. Schon damals waren Klima- und Umweltpolitik ihre Schwerpunkte. In ihrer ersten Legislaturperiode als Bundestagsabgeordnete war sie klimapolitische Sprecherin der Grünen. "Radikal realistisch" nannte die Parteispitze beim Parteitag 2019 ihren Klimakurs. Das verdeutlicht das Spagat, indem Grünen-Politiker und Politikerinnen wie Baerbock stehen.

Baerbock traut sich das Kanzleramt zu

Denn die zweifache Mutter hat Ambitionen, sie will Kanzlerin werden. Diese Entscheidung verkündete sie gemeinsam mit ihrem Co-Vorsitzenden Habeck am 19. April.

Baerbock hat bereits zuvor klargemacht, dass sie sich das Kanzleramt zutraut. Niemand sei als Kanzler vom Himmel gefallen, alle müssten im Amt dazu lernen. Sie habe bisher kein Regierungsamt gehabt, räumt Baerbock ein. Dafür verweist sie auf ihre internationale Erfahrung und europäische Verankerung, die andere dazulernen müssten.

"Wow – Politik kann wirklich was bewegen"

Tatsächlich waren es Praktika im Europarat in Straßburg und beim Europäischen Parlament, die Baerbock bestärkt haben, in die Politik zu gehen. Für Europa zog sie auch nach Brandenburg, um im Potsdamer Büro der Europaabgeordneten Elisabeth Schroedter zu arbeiten.

Ein Schlüsselerlebnis war für die studierte Völkerrechtlerin die symbolische Grenzöffnung am 1. Mai 2004 zwischen Frankfurt (Oder) und dem polnischen Słubice. Da habe sie sich gedacht: "Wow – Politik kann wirklich was bewegen".

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