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Annäherung zwischen Israel und Emiraten empört Palästinenser | BR24

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Das Echo auf die Annäherung von Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist groß: Die Bundesregierung nannte das Abkommen "zukunftsweisend". Nach fast 50 Jahren wollen beide Länder ihre Beziehung normalisieren und Botschaften einrichten.

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Annäherung zwischen Israel und Emiraten empört Palästinenser

Mahmud Abbas bezeichnete die Vereinbarung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen als "Aggression" und forderte ein Dringlichkeitstreffen. Auch der Iran verurteilte die Annäherung.

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Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat die Vereinbarung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen als "Aggression" verurteilt. Durch ihre Einigung mit Israel hätten die Emirate einen "Verrat an Jerusalem und an der palästinensischen Sache" begangen, erklärte er nach einer Dringlichkeitssitzung der Palästinenserführung in Ramallah am Donnerstagabend. Der palästinensische Botschafter in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde zurückbeordert.

Palästinenser fordern Dringlichkeitstreffen

Abbas forderte ein Dringlichkeitstreffen der Arabischen Liga zu der Vereinbarung. Zudem habe der Palästinenserpräsident darum gebeten, den palästinensischen Botschafter in Abu Dhabi nach Hause zu beordern, teilte der palästinensische Außenminister Rijad Al-Maliki der Nachrichtenagentur AFP mit. Dies sei bereits geschehen.

Die Palästinenser beanspruchen Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen eigenen Palästinenserstaates. Die israelische Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beansprucht ihrerseits ganz Jerusalem als Hauptstadt Israels und hat dabei die Unterstützung Washingtons.

Hamas: Vereinbarung nicht im Sinne "der palästinensischen Sache"

Auch die radikal-islamische Hamas, die den unter israelischer Blockade stehenden Gazastreifen regiert, hatte die Vereinbarung scharf kritisiert. Indem sie diplomatische Beziehungen zu Israel aufnähmen, belohnten die Emirate die "israelische Besatzungspolitik und israelische Verbrechen", sagte Hamas-Sprecher Hasem Kasem. Die Vereinbarung diene nicht "der palästinensischen Sache".

Die von US-Präsident Donald Trump vermittelte Übereinkunft zwischen Israel und den Emiraten sieht neben der Aufnahme diplomatischer Beziehungen auch einen vorläufigen Verzicht Israels auf geplante Annexionen im Westjordanland vor.

Bislang hatte Israel zu keinem arabischen Golfstaat diplomatische Beziehungen. Botschaften hat das Land in der arabischen Welt nur in Ägypten und Jordanien. Auch der Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten von 1979 war in der arabischen Welt heftig kritisiert worden. Viele arabische Länder machen eine Beilegung des Nahost-Konflikts zur Voraussetzung für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel.

Iran: "Strategische Dummheit"

Auch der Iran hat die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) aufs Schärfste verurteilt. "Das war eine strategische Dummheit, die letztendlich nur die anti-israelische Widerstandsfront stärken wird", so das Außenministerium in einer Presseerklärung am Freitag.

Die Regierung in Abu Dhabi habe mit dieser "beschämenden, illegitimen und gleichzeitig gefährlichen" Entscheidung das palästinensische Volk betrogen. "Die Palästinenser werden diese Einigung mit dem kriminellen Regime Israels nie vergeben", teilte das Außenministerium laut der Nachrichtenagentur Isna mit.

Seit der islamischen Revolution von 1979 erkennt der Iran die Souveränität des israelischen Staates nicht an. Auch die Beziehungen zu den VAE sind nach dem Angriff iranischer Demonstranten auf die saudische Botschaft in Teheran im Jahr 2016 angespannt.

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