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Anklage nach Brandanschlag auf Obdachlose | BR24

© dpa

Das Schild mit der Aufschrift "Landgericht Berlin" am Eingang des Gerichts.

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    Anklage nach Brandanschlag auf Obdachlose

    Der Fall hatte für Entsetzten gesorgt: Ein Mann hatte zwei Obdachlose in Berlin mit Benzin übergossen und angezündet. Nun ist Anklage gegen den Täter erhoben worden. Eines der Opfer ist vor ein paar Tagen verstorben.

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    Nach dem Brandanschlag auf zwei Obdachlose im Juli in Berlin hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Der inzwischen 48 Jahre alte Aleksandr T. müsse sich vor einer Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verantworten, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Dienstag mit.

    Ein Opfer vor wenigen Tagen verstorben

    Der mutmaßliche Täter sitzt seit Ende Juli in Untersuchungshaft. Er soll am späten Abend des 22. Juli vor dem S-Bahnhof Schöneweide zwei Obdachlose mit Benzin übergossen und angezündet haben. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin weiter mitteilte, ist eines der beiden Opfer vor wenigen Tagen gestorben. Der Mann hatte bei der Attacke lebensgefährliche Verbrennungen erlitten und musste ins künstliche Koma versetzt werden. Eine Obduktion zur Klärung der Todesursache ist laut Generalstaatsanwaltschaft bislang noch nicht erfolgt, sei aber in Kürze zu erwarten. Das andere Opfer war seinerzeit mit leichten Verbrennungen davongekommen.

    Angeklagter hatte Streit mit den Obdachlosen - dann besorgte er sich Benzin

    Anlass für die Attacke auf die beiden damals 47 und 62 Jahre alten Obdachlosen war laut Anklageerhebung Wut und Verärgerung von Aleksandr T. über einen vorangegangenen Streit mit den späteren Opfern. Das eingesetzte Benzin hatte er sich zuvor an einer Tankstelle besorgt. Hinzueilende Passanten konnten das Feuer löschen.

    Anschlag sorgte für breite Empörung

    Für die Ergreifung des mutmaßlichen Täters waren damals Zielfahnder eingesetzt worden. Diese nahmen den Mann mit festem Wohnsitz wenige Tage nach der Tat in Berlin-Köpenick fest. Der Brandanschlag auf die beiden Obdachlosen hatte über Berlin hinaus breite Empörung ausgelöst. Am Tag danach versammelten sich etwa 150 Menschen zu einer Mahnwache am Tatort. In Berlin leben nach Schätzungen von Hilfsorganisationen bis zu 8.000 Menschen auf der Straße.

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    • BR24 Redaktion
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