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Angst vor Ansturm: Führerscheine werden gestaffelt getauscht | BR24

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Bis 2033 sollen alle Autofahrer in der EU einen einheitlichen Führerscheinbekommen. In Deutschland müssen dafür rund 45 Millionen Dokumente ausgetauscht werden.

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Angst vor Ansturm: Führerscheine werden gestaffelt getauscht

Millionen alter Führerscheine müssen wegen neuer EU-Regeln bis 2033 umgetauscht werden. Damit nicht alle Betroffenen bis zum Schluss warten, hat der Bundesrat einen Plan beschlossen. Wie sieht er aus? Und muss man noch mal zur Fahrprüfung antreten?

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Bis 2033 sollen alle Autofahrer in der Europäischen Union einen einheitlichen Führerschein bekommen. Dazu müssen alte Scheine ausgetauscht werden. Wie das ablaufen soll hat jetzt der Bundesrat beschlossen.

Neue Führerscheine - wieso?

In der Europäischen Union gibt es 110 - in Worten einhundertzehn! - verschiedene Führerscheinarten. Schon 2006 hat die EU deshalb beschlossen: Das muss vereinheitlicht werden. Die neue Richtlinie gilt seit 2013. Seitdem müssen neu ausgestellte Führerscheine dem EU-Standard entsprechen. Sie sind fälschungssicher und datenbanktauglich.

Eine neue Fahrprüfung muss niemand ablegen

Wichtigster Unterschied zu den älteren, deutschen Scheinen: Sie sind nur 15 Jahre gültig. Aber eine neue Fahrprüfung muss keiner ablegen! Auch nicht die Gesundheit checken. Die deutsche Regelung gilt weiter: Einmal den Führerschein bestanden, hat man ihn das ganze Leben. Zumindest bis die EU auch hier zur Harmonisierung schreitet. Denn in den meisten, nämlich 22 europäischen Ländern muss man, zumindest ab einem bestimmten Alter, Tests zur Fahrtüchtigkeit absolvieren.

Millionen alter Führerscheine – Angst vor Massenansturm

Bis 1998 wurden noch Papierführerscheine ausgestellt – 15 Millionen insgesamt. Auch die 28 Millionen Kartenführerscheine, die zwischen 1999 und 2013 vergeben wurden, müssen umgetauscht werden. Und zwar bis spätestens zum 19. Januar 2033.

Noch lange hin, mag man denken. Aber es geht immerhin um 43 Millionen Dokumente. Was, wenn am Ende der Frist alle gleichzeitig zum Amt gehen? Einige Bundesländer wollen einem Massenansturm vorbeugen. Der Bundesrat hat deshalb einen Stufenplan beschlossen, der den Umtausch zeitlich entzerrt. So sollen die alten "Lappen" - die Papierführerscheine - schon ab dem Jahr 2022 umgetauscht werden. Die vor 2013 ausgegebenen Kartenführerscheine folgen, gestaffelt nach dem Jahr der Ausgabe.

Was kostet der neue Führerschein? Und wie läuft der Umtausch?

Die Gebühr beträgt 25 Euro. Ein jüngeres, biometrisches Foto ist nötig. Und - für alle, die seit der Fahrprüfung mal umgezogen sind - eine sogenannte "Karteikartenabschrift" der Behörde, wo der Führerschein ursprünglich ausgestellt wurde. Die kann man per Post beantragen.

Was sagt der ADAC? Was sagt Bayern?

Der ADAC hält den Stufenplan für übertrieben: "Man sollte lieber die Bürger informieren und dann schauen, ob die Autofahrer von selbst aktiv werden." Personen, die vor 1953 geboren sind, wären zu einem vorzeitigen Umtausch übrigens nicht verpflichtet. Weil sie den Führerschein 2033 vielleicht ohnehin nicht mehr nutzen.

Auch Bayern sieht keinen Grund zur Eile. Und stimmte deshalb im Bundesrat nicht für den vorzeitigen Umtausch der Führerscheine. Denn diese verlieren ja nach 15 Jahren auch wieder ihre Gültigkeit. Das hieße: Noch mehr Arbeit auf der Führerscheinstelle.

Verwaltungsexperten argumentieren außerdem: Bis 2033 dürfte der technische Fortschritt so weit sein, dass auch ein Führerschein-Umtausch ohne Ansturm auf die Ämter online erledigt werden kann. Bei Kfz-Zulassungen wird das schon dieses Jahr bundesweit zur Regel.