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Angriff in Paris: "Eindeutig islamistischer Terrorakt" | BR24

© dpa-Bildfunk

Polizisten patrouillieren am 25.9.20 an einer Straße nach einer Messerattacke.

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    Angriff in Paris: "Eindeutig islamistischer Terrorakt"

    Frankreichs Innenminister Darmanin hat die Messerattacke nahe der ehemaligen "Charlie Hebdo"-Redaktion als islamistischen Terrorakt bezeichnet. Einem Medienbericht zufolge gab es weiteren Festnahmen.

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    Bei dem Messerangriff in Paris mit zwei Verletzten handelt es sich nach Angaben des französischen Innenministers Gérald Darmanin um einen islamistischen Anschlag. Die Attacke vor dem früheren Sitz der Satirezeitung "Charlie Hebdo" sei "eindeutig ein islamistischer Terrorakt", sagte er dem französischen Fernsehsender France 2.

    Es gebe kaum Zweifel, dass es ein weiterer "blutiger Angriff auf unser Land ist", fügte Darmanin hinzu. Er habe die Polizeipräfektur außerdem gebeten, zu überprüfen, warum die Bedrohung in dieser Straße unterschätzt worden sei - auch wenn die Redaktion dort seit mehreren Jahren nicht mehr ihren Sitz habe.

    Am Freitagmittag waren zwei Menschen in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Redaktionsräume des Satiremagazins "Charlie Hebdo" mit einem Messer attackiert und verletzt worden. Beide Opfer arbeiten bei der Presseagentur Première Ligne. Sie sind schwer verletzt, aber außer Lebensgefahr. Die Polizei war sofort mit einem Großaufgebot zur Stelle.

    Hauptverdächtiger ist ein 18-Jähriger

    Kurze Zeit nach der Tat wurde ein Verdächtiger am unweit vom Tatort gelegenen Place de la Bastille festgenommen. Der 18-Jährige pakistanischer Herkunft soll blutverschmiert gewesen sein. Mittlerweile wird er als Hauptverdächtiger bezeichnet.

    Später wurde noch ein zweiter Mann in Gewahrsam genommen, der auf Videoaufnahmen zusammen mit dem Hauptverdächtigen zu sehen ist. Derzeit wird untersucht, in welcher Beziehung der 33-Jährige zu dem 18-Jährigen steht.

    Weitere Festnahmen laut Bericht

    Kurz darauf erklärte die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft, sie habe Ermittlungen wegen "versuchten Mordes im Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben" eingeleitet.

    Derweil berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise von fünf weiteren Festnahmen. Die Männer seien bei der Durchsuchung einer Wohnung in Pantin bei Paris festgesetzt worden. Damit befinden sich nun sieben Verdächtige in Polizeigewahrsam.

    Hebdo-Attentäter derzeit vor Gericht

    Die Polizei hatte das Gebiet um den Tatort weiträumig abgesperrt, Spezialeinheiten wurden mobilisiert. Die Menschen sollten ihre Häuser nicht verlassen.

    Der Vorfall ereignete sich direkt vor dem Bürogebäude, in dem sich früher die Redaktionsräume der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" befanden. 2015 wurden dort 17 Menschen von islamistischen Terroristen ermordet. Seit Anfang des Monats findet in Paris ein Prozess gegen die mutmaßlichen Helfer und Komplizen der damaligen Attentäter statt. "Charlie Hebdo" hatte aus diesem Anlass die Mohammed-Karikaturen erneut veröffentlicht. Die Terrororganisation Islamischer Staat drohte daraufhin mit Vergeltung.

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