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Angriff auf politische Kundgebung in Kabul: Mindestens 31 Tote | BR24

© dpa/picture-alliance/Sayed Khodaiberdi Sadat

Rettungskräfte versorgen einen verletzten Mann.

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    Angriff auf politische Kundgebung in Kabul: Mindestens 31 Tote

    Erst Ende Februar hatten die USA und die radikalislamischen Taliban das historische Friedensabkommen unterzeichnet. Jetzt gab es den ersten schweren Anschlag. Die Taliban weisen jede Verantwortung für die Attacke zurück.

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    Bei einem Angriff auf eine politische Kundgebung im Westen der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 31 Menschen getötet worden. Nach Angaben des dortigen Innenministeriums sind weitere 61 Menschen verletzt worden. Die Taliban bestritten indes an dem Anschlag beteiligt gewesen zu sein.

    Bei der Veranstaltung handelte es sich um eine jährliche Gedenkveranstaltung für den vor 25 Jahren verstorbenen schiitischen Milizenführer Abdul Ali Masari, an der nach offiziellen Angaben auch zahlreiche Spitzenpolitiker des Landes, darunter der Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah, teilgenommen hatten. Sie blieben allerdings offenbar unverletzt.

    Erster schwerer Anschlag seit Friedensabkommen im Februar

    Erst am Samstag hatten die USA und die Taliban in Doha ein Abkommen für den Frieden in dem Land geschlossen. Der Text sieht vor, dass die USA über die kommenden Monate ihre Truppen in Afghanistan zunächst von 13.000 auf 8.600 reduzieren. Im Gegenzug garantierten die Taliban, das Terrornetzwerk Al-Kaida und die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" zu bekämpfen. Zudem sollten die Taliban Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung beginnen.

    Nie wirklich Frieden

    Für Frieden hatte das Abkommen in der Region allerdings nie wirklich gesorgt: Bereits kurz nach dem Abkommen verübten die Taliban wieder kleinere Anschläge und US-Truppen bombardierten daraufhin Stellungen der radikal-islamischen Rebellen. Auch die geplante Aufnahme von Gesprächen zwischen den Taliban und der Regierung scheiterte bislang.