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Merkel-Appell: "Bitte bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause" | BR24

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Angesichts rapide steigender Corona-Zahlen appelliert Bundeskanzlerin Merkel in ihrem Corona-Podcast eindringlich an alle, zu Hause zu bleiben sowie auf Reisen und Feiern zu verzichten.

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Merkel-Appell: "Bitte bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause"

Die Politik zeigt sich zunehmend besorgt über die Entwicklung der Infektionszahlen in Deutschland. Auch die Bundeskanzlerin. In ihrem wöchentlichen Video-Podcast appelliert Angela Merkel deshalb an die Vernunft der Bevölkerung.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts weiter steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland eindringlich an die Bürger appelliert, zur Eindämmung der Pandemie beizutragen. Man müsste jetzt alles tun, damit das Virus sich nicht unkontrolliert ausbreitet, sagt die Kanzlerin in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Dabei zähle jetzt jeder Tag.

"Ich bitte Sie: Verzichten Sie auf jede Reise, die nicht wirklich zwingend notwendig ist, auf jede Feier, die nicht wirklich zwingend notwendig ist. Bitte bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause, an Ihrem Wohnort." Bundeskanzlerin Merkel in ihrem wöchentlichen Video-Podcast

Deutschland befinde sich in einer sehr ernsten Phase, sagte Merkel weiter. Die Zahl der Neuinfektionen steige Tag für Tag sprunghaft. Die Pandemie breite sich wieder rapide aus, schneller noch als zu Beginn vor mehr als einem halben Jahr.

Der vergleichsweise entspannte Sommer sei vorbei, jetzt stünden schwierige Monate bevor.

"Wie der Winter wird, wie unser Weihnachten wird, das entscheidet sich in diesen kommenden Tagen und Wochen. Das entscheiden wir alle durch unser Handeln." Bundeskanzlerin Merkel in ihrem wöchentlichen Video-Podcast

Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt schnell weiter

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben zuletzt 7.830 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet, mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen hervor. Am Vortag war mit 7.334 neuen Fällen der bis dato höchste Wert registriert worden.

Damit sich das Virus nicht unkontrolliert ausbreite, müssten die Kontaktpersonen jedes infizierten Menschen benachrichtigt werden, um die Ansteckungsketten zu unterbrechen, sagte Merkel. Die Gesundheitsämter leisteten dabei Großartiges, aber wo die Zahl der Infizierten zu hoch werde, da kämen sie nicht mehr hinterher, so die Kanzlerin.

Das Verhalten jedes Einzelnen zählt

Merkel fragt in dem Podcast: "Was kann jede und jeder von uns also dazu beitragen, dass die Zahlen wieder heruntergehen? Sehr viel, das Allermeiste schon einfach dadurch, dass jede und jeder Einzelne konsequent den Mindestabstand wahrt, den Mund-Nasen-Schutz trägt, die Hygieneregeln einhält."

Die Wissenschaft sage klar, die Ausbreitung des Virus hänge direkt an der Zahl der Kontakte und der Begegnungen, die jeder habe. Wenn jeder seine Begegnungen außerhalb der eigenen Familie jetzt eine zeitlang deutlich verringere, könne es gelingen, den Trend zu immer mehr Infektionen zu stoppen und umzukehren, so Merkel:

"Genau das ist heute mein Appell an Sie: Treffen Sie sich mit deutlich weniger Menschen, ob außerhalb oder zu Hause." Bundeskanzlerin Merkel in ihrem wöchentlichen Video-Podcast

Verzicht, aber nur zeitweilig

Sie wisse, das klinge nicht nur hart, das sei im Einzelfall auch ein schwerer Verzicht, sagte die Kanzlerin. Aber er müsse nur zeitweilig geleistet werden für die eigene Gesundheit und die all derer, denen "wir eine Erkrankung ersparen können". Verzichtet werde dafür, dass das Gesundheitswesen nicht überfordert werde, damit die Schulen und Kitas geöffnet blieben und für die Wirtschaft und Arbeitsplätze, so Merkel weiter.

Deutschland sei deswegen vergleichsweise gut durch das erste halbe Jahr der Pandemie gekommen, weil man zusammengestanden und die Regeln eingehalten habe. Das sei das wirksamste Mittel, das man zurzeit gegen die Pandemie habe. Jetzt sei es nötiger denn je, erklärte die Kanzlerin.

Weitere Verschärfungen drohen

Bund und Länder hatten am vergangenen Mittwoch die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in Corona-Hotspots verschärft. Beim umstrittenen Beherbergungsverbot für Urlauber aus Risikogebieten aber gab es keine einheitliche Linie. In mehreren Ländern haben Gerichte das Beherbergungsverbot inzwischen gestoppt.

Merkel hatte sich in den Beratungen mit den Ministerpräsidenten im Kanzleramt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur unzufrieden mit den Beschlüssen gezeigt. Die Ansagen seien nicht hart genug, um Unheil abzuwenden, sagte die CDU-Politikerin nach übereinstimmenden Angaben von Teilnehmern. Es reiche nicht, was man hier mache, so Merkel.

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