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Angela Merkel nimmt ihre Maske ab.

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    Corona-Regeln: Merkel plant Lockerung in Etappen

    Kanzlerin Merkel fasst eine Lockerung des Corona-Lockdowns in Etappen ins Auge. In einer Gremiensitzung der CDU nannte sie laut Teilnehmern dafür drei Bereiche: erstens persönliche Kontakte, zweitens Schulen, drittens Sport, Restaurants und Kultur.

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    • BR24 Redaktion

    Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will angesichts der Sorgen vor einer dritten Corona-Welle offenbar eine vorsichtige Strategie bei möglichen Öffnungen in Deutschland erreichen. Öffnungsschritte müssten gekoppelt mit vermehrten Tests klug eingeführt werden, sagte sie heute Teilnehmerangaben zufolge in einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums. Sie verstehe, dass die Sehnsucht der Bürger nach einer Öffnungsstrategie groß sei.

    Drei verschiedene Lockerungs-Stufen

    Merkel machte in der nicht-öffentlichen Sitzung deutlich, dass sie drei verschiedene Bereiche sieht, für die man verschiedene Öffnungsstrategien verfolgen müsse. Zum einen gehe es um den Bereich der persönlichen Kontakte, zum zweiten um das Thema Schulen und Berufsschulen sowie um einen dritten Bereich von Sportgruppen, Restaurants und Kultur. Ziel sei es, drei verschiedenen Maßnahmen-Pakete zu schnüren, um Öffnungen möglich zu machen und dann anzupassen.

    Kanzleramtschef: Virus-Mutanten zerstören gute Entwicklung

    Von morgen an soll laut diesen Informationen eine Arbeitsgruppe mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) und den Chefs der Staatskanzleien der Länder zum Thema Öffnungen tagen. Dabei soll die für den 3. März geplante nächste Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin vorbereitet werden. Ziel ist es, dann Pläne für die genannten möglichen Öffnungsschritte zu präsentieren. Braun sagte nach Informationen aus Teilnehmerkreisen im CDU-Präsidium, die Mutationen des Coronavirus zerstörten leider gerade die gute Entwicklung in Deutschland.

    Hausärzte in Impfungen einbinden

    Im Präsidium sei auch über die Möglichkeit gesprochen worden, wie Haus- und Betriebsärzte in Impfungen eingebunden werden könnten, hieß es weiter. Gesundheitsminister Jens Spahn habe deutlich gemacht, dass dies aber nur sinnvoll sei, wenn man wie bei der Grippeimpfung drei bis fünf Millionen Impfdosen pro Woche zur Verfügung habe. Insgesamt könne die vom 1. März an geplante Kostenübernahme durch den Bund bei den Corona-Tests aber helfen. Er machte demnach deutlich, dass es von kommender Woche an die ersten Zulassungen Selbsttest geben werde.

    Neuinfektionen steigen wieder

    Die Kurve der Neuinfektionen ist am Sonntag den vierten Tag in Folge gestiegen - trotz des seit Mitte Dezember geltenden Lockdowns. Am Montag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) nur wenig veränderte Zahlen: Binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 4.369 Neuinfektionen, vor einer Woche waren es 4.426 gewesen. Zugleich stieg aber die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) weiter an: und zwar auf bundesweit 61,0. Am Vortag hatte sie noch bei 60,2 gelegen.

    Regierung besorgt über Mutation

    Regierungssprecher Steffen Seibert betonte, der Anteil der zuerst in Großbritannien aufgetretenen Variante betrage 20 bis 25 Prozent. "Man muss sicher davon ausgehen, dass dieser Anteil noch weiter zunimmt", sagte Seibert. Dies sei bei vorsichtigen Öffnungsschritten zu berücksichtigen. "Natürlich ist es auch durch das Vordringen der Mutationen viel komplizierter geworden."

    Seibert betonte: "Die gute Entwicklung, die uns über längere Zeit täglich sinkende Infektionszahlen beschert hat, ist im Moment vorbei. Die Zahlen steigen wieder. Der Anteil der gefährlicheren, weil deutlich ansteckenderen Virusmutationen wächst."

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