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Nach Busunglück auf Madeira: Alle Verletzten außer Lebensgefahr | BR24

© AP/dpa/Armando Franca

Unglücksstelle des Busunglücks auf Madeira

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Nach Busunglück auf Madeira: Alle Verletzten außer Lebensgefahr

Nach dem schweren Busunglück auf Madeira sind alle Verletzten außer Lebensgefahr. Erste Angehörige sind derweil auf dem Weg auf die Insel. Die Identifizierung der 29 Toten dauert an.

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Auch zwei Tage nach dem Busunglück von Madeira ist noch immer nicht klar, wer die 29 Toten sind. Die Identifizierung dauert an. Eine gute Nachricht gibt es jedoch von der Ferieninsel: alle Verletzten sind außer Lebensgefahr, wie eine Klinik in der Hauptstadt Funchal bekanntgab. Vier Passagiere waren zuletzt noch in einem kritischen Zustand gewesen. Zwei von ihnen liegen allerdings noch auf der Intensivstation, heißt es.

Angehörige reisen an

Angehörige der Unfallopfer von Madeira reisen derweil auf die portugiesische Ferieninsel. "Erste Angehörige sind auf dem Weg nach Madeira und werden dort von den Fachkräften in Empfang genommen und unterstützt", teilte der Reiseveranstalter Trendtours Touristik aus Frankfurt am Main mit. Das Unternehmen habe ihnen diese Möglichkeit angeboten.

Leichtverletzte hingegen könnten umgehend die Heimreise antreten. "Wir haben für unsere Gäste ausreichend Flugkontingente organisiert, so dass jeder auf eigenen Wunsch nach Hause reisen kann", hieß es. Die Behörden und Trendtours wollten die Betroffenen "zum nächstmöglichen Zeitpunkt" nach Deutschland ausfliegen und sie dort mit ihren Angehörigen zusammenbringen.

Unfallbus im Januar noch bei der Inspektion

Die Busfirma bezeichnete Trendtours als seriösen und verlässlichen Partner. "Laut den uns vorliegenden Informationen war der sechs Jahre alte Bus Ende Januar 2019 zur Inspektion und hat im Rahmen dieser Inspektion eine gültige Zulassung bis Februar 2020 erhalten", schreibt der Reiseveranstalter in einer Mitteilung. Den laufenden Ermittlungen der Behörden zur Unfallursache wolle man aber nicht vorgreifen.

Bundesregierung kümmert sich um Rückholaktion

Derweil bemüht sich die Bundesregierung um die Rückholung der verletzten Touristen. Ein Evakuierungsflugzeug der Bundeswehr sei "in Bereitschaft gestellt" worden und werde eingesetzt, "wenn es sinnvoll und möglich ist, Verletzte nach Deutschland zu transportieren", teilte das Auswärtige Amt mit.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) besuchte am Donnerstagabend die Unglücksstelle und bedankte sich bei den portugiesischen Behörden für die "großartige Zusammenarbeit in einer ganz schwierigen Zeit". Maas legte mit seinem portugiesischen Kollegen Augusto Santos Silva und dem Vizepräsidenten der Regionalregierung von Madeira, Pedro Calado, einen Kranz nieder.

Die Bundesregierung arbeite "mit Hochdruck" daran, die transportfähigen Verletzten nach Hause zu bringen, die Todesopfer zu identifizieren und die Angehörigen zu informieren, sagte Maas.

Das Busunglück auf Madeira

Bei dem Unfall am Mittwochabend nahe der Ortschaft Caniço starben 29 Menschen, deren Identifzierung derzeit noch läuft. Erst danach will das Auswärtige Amt veröffentlichen, wie viele Deutsche unter den Toten sind. Entsprechend unklar ist auch noch, woher genau die verunglückten Urlauber stammen.

Aus noch ungeklärter Ursache verlor der Fahrer in einer engen Kurve die Kontrolle über den mit mehr als 50 Passagieren besetzten Reisebus, der daraufhin eine Böschung hinabstürzte und in ein Haus krachte. Der Fahrer des Busses, der den Unfall überlebte, konnte bislang noch nicht zur Unfallursache befragt werden.

Portugals Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Am Flughafen von Funchal wurde eine provisorische Leichenhalle eingerichtet. Das Krankenhaus in Funchal hofft darauf, die sterblichen Überreste der Opfer ab Samstag an die Angehörigen übergeben zu können.

© BR

Auch am zweiten Tag nach dem schweren Busunglück mit 29 Toten auf der portugiesischen Insel Madeira suchen die Ermittler weiter nach der Unfallursache.