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ANC gewinnt Wahl in Südafrika trotz großer Verluste | BR24

© dpa-Bildfunk/Ben Curtis

ANC gewinnt Wahl in Südafrika

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ANC gewinnt Wahl in Südafrika trotz großer Verluste

Nachdem alle Stimmen der Parlamentswahl in Südafrika ausgezählt sind, steht nun das Endergebnis fest: Die Regierungspartei ANC darf weiter regieren. Doch der Denkzettel der Wähler ist deutlich.

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Die Regierungspartei ANC hat die Parlamentswahl in Südafrika gewonnen - das bestätigt das veröffentlichte Endergebnis. 57,5 Prozent der Wähler stimmten für die Partei unter dem ANC-Vorsitzenden und Staatschef Cyril Ramaphosa. Zweitstärkste Kraft wurde die größte Oppositionspartei, die Demokratische Allianz, mit 20,8 Prozent. Die Economic Freedom Fighters des früheren ANC-Funktionärs Julius Malema erhielt 10,8 Prozent der Stimmen und wurde drittstärkste Partei. Die Wahlbeteiligung lag bei 66 Prozent.

Der Wahlausgang ist für den Afrikanischen Nationalkongress zugleich auch ein Denkzettel. 2014 gewann die Partei des Freiheitskämpfers und Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela noch 62 Prozent der Stimmen. Nie zuvor rutschte der ANC unter 60 Prozent ab. Er regiert seit 1994 seit dem Ende der Apartheid in dem Land.

Korruptionsskandale schwächen ANC

Vor allem in Großstädten wie Johannesburg und Pretoria verlor die Partei an Zustimmung. Dennoch erhielt sie in der dortigen Industrieprovinz Gauteng die knappe Mehrheit von 53,2 Prozent. In der Region Western Cape, der Kapstadt angehört, konnte die Demokratische Allianz ihre Mehrheit behaupten.

Gründe für den Verlust des ANC in der Wählergunst sind unter anderem Korruptionsskandale und die großen Einkommensunterschiede von Weißen und Schwarzen. Besonders die Korruption unter dem ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma schadeten der Partei. Zuma regierte von 2009 bis 2018 und wurde von Ramaphosa vorzeitig im Amt abgelöst. Aber auch, dass 25 Jahre nach dem Ende der Rassentrennung in Südafrika immer noch eine hohe Arbeitslosigkeit herrscht, stößt auf Kritik der Wähler. Stromausfälle, Wassermangel und eine hohe Kriminalitätsrate sorgen für weiteren Unmut unter den Bürgern.

Ramaphosa kündigt Reformen an

Ramaphosa kann für weitere fünf Jahre im Amt bleiben, da der ANC über genügend Sitze im Parlament verfügt, um ihn zu bestätigen. Dass der ANC nicht noch mehr Stimmen verlor als erwartet, wird Ramaphosa zugeschrieben. Er muss nun große Herausforderungen meistern: Innerhalb der Partei tobt ein erbitterter Machtkampf. Viele Kandidaten, die auf der Wahlliste standen, gelten als Hardliner, die Ramaphosas Reformpläne ablehnen.

Der Staatschef hatte ein hartes Durchgreifen gegen Korruption, Wirtschaftsreformen und Sanierung maroder Staatsbetriebe sowie eine schnellere Umsetzung der Landreform angekündigt. Parteimitglieder bezweifeln allerdings, dass er die gesteckten Ziele erfüllen kann.

© BR/Jana Genth

Schon vor der Wahl in Südafrika galt der Sieg des ANC als sicher.