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Corona-Krise: Warum Österreich langsam wieder hochfährt | BR24

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Österreichs Regierung will die seit Mitte März geltenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens schrittweise lockern.

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Corona-Krise: Warum Österreich langsam wieder hochfährt

Österreichs Regierung will die seit Mitte März geltenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens schrittweise lockern. Möglich wurden diese Planungen durch die Disziplin der Bevölkerung, der Druck der Wirtschaft kommt hinzu. Eine Analyse.

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Ohne die große Disziplin der Bevölkerung wäre das langsame Wieder-Hochfahren des öffentlichen Lebens in Österreich nicht denkbar: Seit drei Wochen halten Erhebungen hiesiger Umfrageinstitute sowie Rückmeldungen der Polizei zufolge zwischen 95 bis 97 Prozent der Menschen die strikten Schutzmaßnahmen ein.

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Die Zahlen sprechen für eine Lockerung

Zeitgleich nahm das anfangs drastische Tempo der Neuinfizierungen ab, seit Beginn dieses Monats sank diese Zahl in den einstelligen Bereich. Seit Tagen genesen mehr Menschen nach einer Covid-19 Erkrankung als es neue Infizierungen gibt. Die Anzahl der Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen, steigt nicht mehr, sondern ist seit mehreren Tagen stabil, derzeit liegt sie bei 250. All diese Entwicklungen trugen - zum Großteil - zur Entscheidung der österreichischen Bundesregierung bei, nach Ostern wieder langsam und in eingeschränkter Form Läden und Geschäfte öffnen zu lassen.

Den Fahrplan, den Sebastian Kurz vorgelegt hat, stellt der Bundeskanzler jedoch unter einen notwendigen Vorbehalt: Sollten sich die Zahlen während der sonnigen, warmen Ostertage verschlechtern und sich Teile der Bevölkerung nicht mehr wie bislang eng an die Auflagen halten, dann wäre alles wieder Makulatur - und die Öffnungspläne vom Tisch.

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Nach Ostern könnten in Österreich die Beschränkungen wegen der Corona-Krise schrittweise gelockert werden.

Der Druck der Wirtschaft ist enorm

Der wirtschaftliche, finanzielle und soziale Druck, der mit jedem weiteren Tag auf ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen lastet, die durch die Maßnahmen gravierende Ausfälle hinnehmen müssen, ist enorm - und dies ist auch der zweite, wesentliche Grund für das behutsame Wieder-Hochfahren des Landes. Selbst für ein so wohlhabendes Land wie Österreich sind die Kosten für ausgefallene Löhne und Gehälter, Überbrückungskredite oder Notfallzahlungen nicht zu schultern.

Viele Einschränkungen bleiben

Diese langsame Öffnung von Geschäften und Unternehmen geht einher mit einer Fortschreibung der Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Gesichtsmasken werden den neuen Alltag prägen, nicht allein in Supermärkten, Drogerien und in einer Woche auch in öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch in den übrigen Bereichen außerhalb der eigenen vier Wände werden diese Maßnahmen, so ungewohnt sie für die Allermeisten auch sind, zur neuen Gewohnheit.

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Österreich will seine drastischen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus direkt nach Ostern langsam lockern.