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Bildrechte: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Der Koalitionsvertrag steht - jetzt geht es noch um die Besetzung der zentralen Posten in der absehbaren Ampelkoalition im Bund. Einige Ministerien und Namen haben schon zusammengefunden, bei anderen steht das noch aus.

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Künftige Ampelkoalition: Zoff bei Grünen um Ministerposten

Der Koalitionsvertrag steht - jetzt geht es noch um die Besetzung der zentralen Posten in der absehbaren Ampelkoalition im Bund. Einige Ministerien und Namen haben schon zusammengefunden - doch vor allem bei den Grünen gibt es offenbar noch Querelen.

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Stephan MayerStephan Mayer
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Das Personalkarussell sorgt mehr für Spannung als die Inhalte. Das war schon immer so bei Regierungsbildungen. "Wer wird was?" - Diese Frage treibt Journalisten, Lobbyisten und die Bevölkerung gleichermaßen um und schließlich spielt es eine entscheidende Rolle, wer eben die Inhalte aufruft, dafür kämpft und sie am Ende umsetzt. Bisher allerdings war das Personalkarussell geräuschlos.

Die FDP brachte ihr Tableau gleich zur Vorstellung des Koalitionsvertrages mit, die Grünen wollten wenigstens noch einen Tag verstreichen lassen und die SPD hat überhaupt keine Eile. Also fassen wir einmal zusammen was feststeht bei der Ampelkoalition und was im Regierungsviertel spekuliert wird.

Die Mannschaft der SPD

Natürlich: Olaf Scholz wird Bundeskanzler. Aller Voraussicht nach am achten Dezember. Und klar ist auch: die SPD bekommt zusätzlich zum Kanzler sechs weitere Sessel im Kabinett. Wer letztlich darauf sitzen wird - das ist immer noch Spekulation. Aber zumindest gibt es Namen. Und es gibt Wahrscheinlichkeiten.

Hubertus Heil (49) zum Beispiel: er war schon in der letzten Regierung Arbeitsminister, ist unumstritten und kann deshalb voraussichtlich seinen Job behalten.

Mit Sabine Dittmar (57) könnte eine Politikerin aus Bayern als Gesundheitsministerin ins Kabinett kommen. Sie konkurriert aber mit dem fernsehbekannten Corona-Experten Karl Lauterbach (58). Der wiederum soll bei Olaf Scholz keine so guten Karten haben.

Für das Innenministerium wird Christine Lambrecht (56) am häufigsten genannt. Regierungserfahrung hat sie als bisherige Bundesjustizministerin.

Und Siemtje Möller (38) steht ebenfalls auf vielen vermeintlich geheimen Listen: als verteidigungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion könnte sie Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) als Verteidigungsministerin beerben.

Und schließlich Wolfgang Schmidt (51): der langjährige Vertraute von Olaf Scholz dürfte wohl als Kanzleramtsminister ziemlich sicher gesetzt sein.

Bleiben noch das Bau- und Entwicklungsministerium. Da gibt es Namen aber keine Trends. Also abwarten bis zum digitalen Parteitag der SPD am vierten Dezember. Dann wollen die Sozialdemokraten ihr endgültiges Personal präsentieren.

Die FDP war schnell am Start

Einfach ist die Sache bei der FPD. Da sind die Posten bereits von der Partei abgesegnet. Allerdings muss noch ein Sonderparteitag zustimmen.

Christian Lindner (42): sein lang gehegter Wunsch erfüllt sich und er wird Finanzminister. Als Nachfolger von Olaf Scholz. Damit sitzt der FDP-Chef auf dem wohl wichtigsten Querschnittsministerium, das zu vergeben ist.

Volker Wissing (51): er wird Minister für Verkehr und Digitales. Es war eine Überraschung dass sich die Grünen dieses Schlüsselministerium von der FDP haben abnehmen lassen.

Marco Buschmann (44): der neue Justizminister. Er ist seit 2017 der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion.

Bettina Stark-Watzinger (53): Die Unternehmerin und Chefin der FDP in Hessen war schon mal FDP-Generalsekretärin und soll Bundesbildungsministerin werden.

Machtkampf bei den Grünen

Bleiben noch die Grünen, denen insgesamt fünf Ministerposten zustehen. Wer was wird sollte eigentlich heute Abend zum Start der digitalen Mitgliederbefragung über den Koalitionsvertrag bekanntgegeben werden. Doch daraus wurde nichts: wegen eines Machtkampfes zwischen Linken und Realos.

Soll heißen: Fraktionschef Anton Hofreiter und der Spitzenkandidat zur Bundestagswahl Cem Özdemir liefern sich einen Machtkampf, wer Minister werden soll - so ist es zumindest aus grünen Regierungskreisen zu vernehmen. Morgen aber soll das Personal feststehen. Sicher ist bisher nur ein Posten:

Robert Habeck (52): Der Chefverhandler der Grünen für den Koalitionsvertrag wird Vizekanzler und Superminister für Wirtschaft und Klima. Dem Vernehmen nach werden alle Aktivitäten anderer Ministerin über seinen Tisch laufen und auf Klimaschutztauglichkeit geprüft.

Bleibt noch Annalena Baerbock (41): die Kanzlerkandidatin der Grünen wird zumindest ziemlich sicher Deutschlands erste Außenministerin. Von 1998 bis 2005 war dieser Posten schon einmal in der Hand der Grünen: Der Minister hieß damals Joschka Fischer.

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