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Bildrechte: Michael Kappeler/dpa

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU)

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Altmaier: "Zweiten Lockdown mit aller Macht verhindern"

Zielgenaue Maßnahmen statt flächendeckende Rundumschläge: So stellt sich Bundeswirtschaftsminister Altmaier die weitere Corona-Bekämpfung vor. Auch Arbeitgeber und Gewerkschaften warnen eindringlich vor einem erneuten Lockdown.

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  • Esther Diestelmann
  • BR24 Redaktion

Angesichts der steigenden Zahl von Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland wächst die Sorge vor erneuten Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

"Wir müssen einen zweiten Lockdown mit aller Macht verhindern", sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Notwendig sind aus Sicht des CDU-Politikers zielgenauere Maßnahmen statt flächendeckender Rundumschläge. Zudem sagte Altmaier: "Nach einem halben Jahr Erfahrung mit dem Virus brauchen wir eine medizinische Einordnung dessen, was falsch gelaufen ist und geändert werden muss."

Arbeitgeberpräsident: Nicht alles stilllegen

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagte der "Bild am Sonntag", einen zweiten pauschalen Lockdown dürfe es nicht geben. Er plädierte für kleinere Schließungen, Quarantäne und zeitlich begrenzte regionale Reaktionen. "Wir haben gelernt, dass bei größeren Infektionsherden nicht alles stillgelegt werden muss."

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, äußerte sich verhalten optimistisch: "Ich bin guter Hoffnung, dass wir inzwischen gelernt haben, mit dieser Pandemie umzugehen. Wenn sich alle an die Hygiene- und Abstandsregeln halten, können wir es hoffentlich ohne einen zweiten Lockdown schaffen."

RKI: 555 neue Fälle am Samstag registriert

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist am Wochenende erwartungsgemäß etwas zurückgegangen. Das Robert Koch-Institut meldete im Vergleich zum Vortag 555 neue Fälle. Die Gesamtzahl stieg damit auf 215.891.

In den vergangenen drei Tagen hatten die Gesundheitsämter jeweils von mehr als 1.000 Neuinfektionen berichtet. Sonntags sind diese Zahlen normalerweise aber etwas niedriger, weil nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten übermitteln.

Müller: Entwicklungsländer nicht vergessen

Der Ärzteverband Marburger Bund warnte vor wachsender Nachlässigkeit in der Corona-Pandemie. Abstand, Hygiene und die Maskenpflicht müssten wieder konsequenter eingehalten werden, sagte die Vorsitzende Susanne Johna.

In Sachen Corona hat sich auch Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) zu Wort gemeldet. Er kritisiert die EU-Kommission für ihre Corona-Strategie scharf. Von 2.000 Milliarden Euro gehe kein einziger zusätzlicher Cent an Entwicklungsländer, sagte Müller der "Welt am Sonntag". Er frage sich, ob überhaupt verstanden wurde, dass die Pandemie nur weltweit bekämpft werden könne.

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