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"Alleinerziehende müssen besser abgesichert werden" | BR24

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"Alleinerziehende müssen besser abgesichert werden"

Machen Kindergeld oder Ehegattensplitting Familien weniger arm? Im Prinzip ja, aber: 100 Euro mehr für Alleinerziehende wären besser angelegt, sagt Dorothee Schulte-Basta von der Heinrich Böll-Stiftung im Bayern 2-Interview. Von Oliver Buschek

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Ohne familienpolitische Leistungen wie Kindergeld, Elterngeld oder Ehegattensplitting wäre das Armutsrisiko in Deutschland höher. Momentan sind 15,2 Prozent der Deutschen von Armut bedroht - ohne diese Leistungen wären es 18,3 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), im Auftrag der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung.

Allerdings: "Die familienpolitischen Leistungen streuen zu stark, sie helfen zu wenig denjenigen, die sie wirklich brauchen", sagte Dorothee Schulte-Basta (Böll-Stiftung) im "Notizbuch" (Bayern 2).

Höheres Kindergeld für Alleinerziehende

Besonders Alleinerziehende sind von Armut bedroht. Doch steuerliche Entlastungen wie das Ehegattensplitting kämen vor allem gut verdienenden Paaren zugute - je besser sie verdienen, desto höher die Entlastung. Außerdem bemängelt Schulte-Basta, diese Steuernachlässe würden vor allem die klassische Familie mit einem Alleinverdiener bevorzugen. Laut Studie ließe sich das Armutsrisiko von Alleinerziehenden reduzieren, wenn sie einen Aufschlag aufs Kindergeld bekämen. "Ein Aufschlag von 100 Euro speziell für Alleinerziehende wäre deutlich wirksamer", so Schulte-Basta.

Bessere Kinderbetreuung statt Steuerentlastung

"Die beste Vorsorge gegen Armut ist eine höhere Erwerbsarbeitsquote", sagte Schulte-Basta auf Bayern 2. Der Staat müsse deshalb mehr in Kinderbetreuung investieren, um Eltern zu ermöglichen arbeiten zu gehen.