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Alle Ig-Nobelpreise 2016 im Kurzporträt | BR24

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Symbolbild: Keinen Bullshit, bitte!

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    Alle Ig-Nobelpreise 2016 im Kurzporträt

    Wann erkennt man eine sinnlose Aneinanderreihung von Modewörtern? Wie sehen die Dinge durch die Beine betrachtet aus? Und was bevorzugen Rattenmänner beim Sex - Baumwolle oder Plastik? Denkwürdige Forschung, die heute Nacht ausgezeichnet wurde.

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    Volkswagen bekam heute Nacht den Ig-Nobelpreis in Chemie und ist damit sicherlich der bekannteste der Preisträger. Spannender sind aber die weiteren neun Ig-Nobelpreise:

    Das Hirn vor dem Spiegel ausgetrickst

    Noch zwei weitere Plastikuhren gingen in diesem Jahr nach Deutschland: Im Fach Medizin wurde ein Forscherteam von der Universität Lübeck bedacht: Christoph Helmchen und seine Kollegen haben herausgefunden, dass man Juckreiz auf der linken Körperseite auch lindern kann, wenn man sich rechts kratzt, aber dabei vor dem Spiegel steht.

    Wenig glaubwürdige Studien

    Ein belgisches Forscherteam um Evelyne Debey von der Universität in Gent hat tausend Lügner befragt, wie oft sie am Tag lügen. Ergebnis der Studie: Zweimal pro Tag ist ganz normal. Für die Entscheidung, ob die Forscher ihren Studienobjekten Glauben schenken können, gab's den Psychologie-Ig-Nobelpreis 2016. Mitbeteiligt an der Studie: Kristina Suchotzki von der Universität Würzburg.

    Bullshit-Bingo!

    Der Friedens-Ig-Nobelpreis ging an ein nordamerikanisches Forscherteam, dessen Veröffentlichung man eigentlich sofort lesen möchte: "Über Rezeption und Enttarnung von pseudo-profundem Bullshit" lautet der Titel der Studie übersetzt. Für ihre Untersuchung mixten die Forscher eine Reihe von Buzzwords (Modeworte oder leere Schlagworte) per Zufall so, dass sich zwar ein korrekter Satzbau, aber keinerlei erkennbare Bedeutung ergab. Ergebnis: Ob man leeres Gerede als solches erkennt, hängt nicht nur von einem vorurteilsfreien Skeptizismus ab, sondern auch vom Urteilsvermögen über trügerische Vagheit. Der Satzbau passt.

    Sei lieber ein weißes Pferd!

    Der Ig-Nobelpreis in der Kategorie Physik ging 2016 an ein europäisches Forscherteam: "Wir haben herausgefunden, dass man besser ein weißes Pferd sein sollte als ein schwarzes, wenn man nicht von Pferdebremsen gebissen werden will," erklärte die Forscherin Susanne Akesson. Denn die Wissenschaftler aus Ungarn, Spanien, Schweden und der Schweiz haben festgestellt, das Pferdebremsen schwarze Pferde bevorzugen.

    Der Versuch, eine Ziege zu werden

    Der Londoner Designer Thomas Thwaites versuchte den evolutionären Quantensprung: Er wollte eine Zeitlang Ziege statt Mensch sein und der "dem Menschsein innewohnenden Angst" entfliehen. Im Sommer 2014 verbrachte er als "Ziegen-Mann" verkleidet einige Zeit in den Schweizer Bergen unter Ziegen - und wurde angeblich von seiner neuen Herde auch akzeptiert.

    Tote Fliegen auf tausend Seiten

    Und dann ist da noch Fredrik Sjöberg, der Insektenkundler. Er sammelt gerne Fliegen. Tote Fliegen. Und hat darüber ein dreibändiges Werk veröffentlicht. Weil er schon im Vorfeld fürchtete, dass er damit niemanden beeindrucken würde, hat sich der Journalist und Schriftsteller vermutlich über die Aufmerksamkeit des Ig-Nobelpreises für Literatur sehr gefreut.

    Die ganz andere Perspektive

    Auch ein Preis in der Kategorie Wahrnehmung wurde 2016 verliehen: an die japanischen Forscher Atsuki Higashiyama und Kohei Adachi. Die beiden untersuchten, ob Dinge denn anders aussehen, wenn man sie vornübergebeugt durch seine Beine hindurch betrachtet.

    Schädliche Slips für tierischen Sex

    Der "Fortpflanzungs-Preis" ging an den Ägypter Ahmed Shafik: Er untersuchte den unterschiedlichen Einfluss von Unterwäsche aus Wolle, Baumwolle oder Polyester auf das Sexualleben - bei männlichen Ratten.

    Fels in der PR-Brandung

    Den Ig-Nobelpreis im Fach Ökonomie gab's 2016 für echt harte Fakten: die Persönlichkeit von Felsen. Die Marketing-Experten Mark Avis, Sarah Forbes und Shelagh Ferguson aus Neuseeland und Großbritannien versuchten in einer Studie abzuschätzen, wie gut die Markenpersönlichkeit von Felsen für Werbung ist.