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Aldi will jetzt auch für dünne Plastiktüten Geld | BR24

© Benjamin Nolte

Kunden benutzen die dünnen Hemdchenbeutel für Obst und Gemüse immer wieder als kostenlose Plastiktragetaschen.

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    Aldi will jetzt auch für dünne Plastiktüten Geld

    Aldi-Kunden sollen künftig für die dünnen Plastiktüten für Obst und Gemüse einen symbolischen Preis von einem Cent bezahlen. Kanada will Einwegplastik sogar ganz verbieten. Regierungschef Trudeau kann das Tiersterben seinen Kindern nicht erklären.

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    Laut neuer Zahlen des Bundesumweltministeriums wurden im vergangenen Jahr in Deutschland mehr als drei Milliarden der sogenannten Knoten- oder Hemdchenbeutel verbraucht. Das entspricht im Schnitt 37 Stück pro Verbraucher.

    Kunden benutzen Hemdchenbeutel als Plastiktragetasche

    Das ist zwar etwas weniger als 2017, aber mehr als in den Jahren 2015 und 2016. Der Grund: Seitdem Kunststoff-Tragetaschen kostenpflichtig sind, packen immer mehr Kunden ihre Einkäufe in die kostenlosen Knoten- oder Hemdchenbeutel aus Plastik in der Obst- und Gemüseabteilung.

    Aldi will Vorreiter sein

    Aldi hofft nun, dass andere Händler ebenfalls eine Abgabe auf die Beutel verlangen. "Wir würden uns freuen, wenn andere Händler mitziehen", sagte Kristina Bell, die im Einkauf von Aldi Süd für Qualitätssicherung und Unternehmensverantwortung zuständig ist, der Süddeutschen Zeitung.

    Real will Papier, Aldi Bioplastik

    Die Supermarktkette Real hat bereits angekündigt, die Beutel bis 2020 durch Papier ersetzen zu wollen. Aldi plant laut SZ, die kostenpflichtigen Knotenbeutel vom Sommer an aus Bioplastik fertigen zu lassen. Als Alternative zu den Hemdchenbeuteln will der Discounter zudem ab dem Herbst wiederverwendbare Netze für Obst und Gemüse verkaufen.

    Kanada will Einwegplastik komplett verbieten

    Als Land mit der längsten Küstenlinie will Kanada im Jahr 2021 ein Verbot für Einwegplastik erlassen. Die Umweltverschmutzung durch Plastikmüll sei eine weltumspannende "Plage", erklärte Regierungschef Justin Trudeau am Montag.

    Rechtzeitig vor dem Verbot werde mit wissenschaftlicher Unterstützung eine genaue Liste der zu verbietenden Produkte erstellt. Darunter seien voraussichtlich Strohhalme, Plastiktüten, Plastikgeschirr und -besteck.

    Trudeaus Kinder als Antrieb: Verstehen nicht, warum Tiere durch Plastik sterben müssen

    Jedes Jahr würden eine Million Vögel und mehr als 100.000 Meeressäuger durch Plastik geschädigt oder gingen gar daran zu Grunde, sagte Trudeau. "Um ehrlich zu sein, habe ich als Vater Probleme, das meinen Kindern zu erklären." Es falle ihm schwer zu erklären, wie Plastik in die tiefsten Gräben des Pazifischen Ozeans gelangen könne, und wie Wale an Küsten angespült werden könnten, deren Mägen mit Plastikmüll verstopft seien.