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Rettungsschiff Alan Kurdi legt an: Länder teilen Gerettete auf | BR24

© picture-alliance/Pavel D. Vitko

Das italienische Innenministerium gab bekannt: Die Alan Kurdi darf in den Hafen Tarent in Apulien einlaufen.

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    Rettungsschiff Alan Kurdi legt an: Länder teilen Gerettete auf

    Die italienische Regierung lässt das Seenotrettungsschiff "Alan Kurdi" nun doch anlegen. Zuvor hatten sich mehrere EU-Staaten auf eine geteilte Aufnahme der 88 Menschen an Bord geeinigt. Auch Deutschland nimmt Gerettete auf.

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    Nachdem sie seit Tagen auf See vor der Flüchtlingsinsel Lampedusa fest lag, weil kein Hafen die "Alan Kurdi" einlaufen ließ, darf das Seenotrettungsschiff der Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye nun in Tarent in der südostitalienischen Region Apulien anlegen. Mehrere EU-Staaten haben sich bereiterklärt, Flüchtlinge von den 88 Geretteten an Bord aufzunehmen. Das italienischen Innenministerium gab am späten Freitagabend bekannt, dass Portugal sich zur Aufnahme von fünf der Flüchtlinge bereit erklärt habe, Irland nehme zwei von ihnen auf. Deutschland und Frankreich nehmen gemeinsam 60 auf.

    Essen wurde schon knapp: "Alan Kurdi" darf in Italien anlegen

    Bereits Freitagmorgen bewegte sich die "Alan Kurdi" in italienische Hoheitsgewässer. Die Lage an Bord sei "gespannt", die Nahrungsvorräte gingen allmählich zur Neige, betonte Kapitänin Bärbel Beuse die eigenmächtig getroffene Entscheidung. Die Rettungsorganisation Sea-Eye betonte außerdem, die Witterung werde immer schlechter.

    Die Alan Kurdi hatte die Menschen vor genau einer Woche aus dem Mittelmeer gerettet. Das Seenotrettungsschiff war dabei nach eigenen Angaben von Einsatzkräften aus Libyen bedrängt worden. Libysche Patrouillenboote hätten Schüsse in die Luft und ins Wasser abgegeben, so die Hilfsorganisation Sea-Eye.

    Auch Flüchtlinge der "Open Arms" und der "Ocean Viking" dürfen an Land

    Malta hat sich bereiterklärt, 15 weitere Menschen an Land zu lassen, die diese Woche von dem Schiff "Open Arms" aus dem Mittelmeer gerettet worden waren, das berichtet die spanische Hilfsorganisation Proactiva Open Arms auf Twitter. Am Mittwoch konnten außerdem mehr als hundert Flüchtlinge nach fast zwei Wochen auf dem Rettungsschiff "Ocean Viking" im italienischen Pozzalo an Land gehen. Auch hier hatten Deutschland, Frankreich und Italien sich zuvor auf die Verteilung der Flüchtlinge geeinigt.

    Bislang konnten sich die Innenminister von Deutschland, Frankreich, Italien und Malta nur auf einen vorläufigen Verteilmechanismus einigen. Innerhalb von vier Wochen wollen die EU-Staaten aus Seenot Gerettete künftig einem Land zuweisen. Diese Übergangslösung gilt, bis die Asylpraxis der EU nach dem vielfach kritisierten sogenannten Dublin-Verfahren überarbeitet wird.