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RKI meldet Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen in Deutschland | BR24

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Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat mit 6.638 neuen Ansteckungsfällen binnen eines Tages einen neuen Rekordwert erreicht. Das vermeldet das Robert-Koch-Institut. Doch mit den Werten aus dem Frühjahr ist er nur bedingt vergleichbar.

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RKI meldet Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat mit 6.638 neuen Ansteckungsfällen binnen eines Tages einen neuen Rekordwert erreicht. Das vermeldet das Robert-Koch-Institut. Doch mit den Werten aus dem Frühjahr ist er nur bedingt vergleichbar.

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Die Zahl der binnen eines Tages mit dem Coronavirus neu infizierten Menschen in Deutschland ist erneut sprunghaft gestiegen und hat damit einen Rekordwert erreicht. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagfrüh unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen eines Tages 6.638 neue Ansteckungsfälle erfasst - rund 1.500 mehr als noch am Vortag. Bislang waren Ende März mit knapp 6.300 Neuinfizierten die meisten registriert worden.

Die jetzigen Werte sind jedoch nicht mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

RKI: Rate der positiven Tests gestiegen

Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 4.059 Neuinfektionen mitgeteilt. Damit war zum ersten Mal seit April die 4.000-er Marke überschritten worden.

Die Zahl der Coronatests schwankt seit Mitte August zwischen rund 1,1 Millionen und 1,2 Millionen pro Woche. Die Rate der positiven Tests ist nach RKI-Angaben vom Mittwochabend jedoch deutlich gestiegen: von 0,74 Prozent Ende August auf 2,48 Prozent in der Woche vom 5. bis 11. Oktober.

Rückstau bei Coronatests und Lieferschwierigkeiten

In mehreren Labors gebe es einen Rückstau, einige gaben laut RKI Lieferschwierigkeiten für Reagenzien an. "Das RKI erreichen in den letzten Wochen zunehmend Berichte von Laboren, die sich stark an den Grenzen ihrer Auslastung befinden", schreibt das Institut im Lagebericht vom Mittwoch. Der zusätzliche Testbedarf durch Urlauber nach Einführung des Beherbergungsverbots mit der Option zu einer "Freitestung" habe die Situation weiter verschärft.

Aktueller Stand: 341.223 Infizierte und 284.600 Genesene

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 341.223 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 15.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9.710. Das waren 33 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 284.600 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Mittwoch bei 1,04 (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,16 (Vortag: 1,20). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Mit Material der dpa

💡 Was bedeutet die "Sieben-Tage-Inzidenz"?

Die Sieben-Tage-Inzidenz zeigt an, wie viele Menschen in einer Stadt oder einem Landkreis in einem Zeitraum von sieben Tagen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Um den Wert vergleichbar zu machen, wird er pro 100.000 Einwohner angegeben. Berechnet wird er ganz einfach: Man addiert die täglich gemeldeten Neuinfektionen der vorangegangenen sieben Tage, teilt die Summe durch die Einwohnerzahl von Stadt oder Landkreis und multipliziert dies mit 100.000. Im Mai haben Bund und Länder die Sieben-Tage-Inzidenz als Richtwert für lokale Corona-Maßnahmen festgelegt. In Bayern gibt es einen Frühwarnwert: Ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen sollten Städte und Gemeinden Maßnahmen zur Eindämmung überprüfen. Ab dem bundesweiten Grenzwert von 50 Neuinfektionen sollten Lockerungen zurückgenommen werden. (BR24)

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Auch in anderen europäischen Ländern steigen die Corona-Neu-Infektionen besorgniserregend. Frankreich hat den Gesundheitsnotstand erklärt und drastische Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckungen verhängt.

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