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Aktivisten stürmen Abbaugebiet Garzweiler | BR24

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Zehntausende waren gestern beim ersten internationalen Klimastreik der Fridays-for-Future-Bewegung in Aachen mit dabei. Ein Teil von ihnen übernachtete dort und demonstrierte heute am Tagebau Garzweiler.

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Aktivisten stürmen Abbaugebiet Garzweiler

Im rheinischen Braunkohlerevier haben sich tausende Menschen an Anti-Kohle-Protesten beteiligt. Dabei stürmten Aktivisten das Abbaugebiet Garzweiler. Auch "Fridays for Future" war bei Demonstrationen dabei - ausnahmsweise am Samstag.

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Mehrere tausend Menschen haben am Samstag im rheinischen Braunkohlerevier für einen schnelleren Kohleausstieg demonstriert. Das Motto lautete "Kohle stoppen - Klima und Dörfer retten". Zum Protest hatte ein Bündnis mehrerer Organisationen aufgerufen, darunter Greenpeace.

Aktivisten stürmten das Abbaugebiet

Am frühen Nachmittag stürmten Aktivisten von der "Ende Gelände"-Demo den RWE-Braunkohle-Tagebau Garzweiler. Sie durchbrachen Polizeisperren und besetzten den Tagebau komplett.

Die Polizei hatte zuvor gewarnt, das sei lebensgefährlich. Aktivisten könnten an schwer einsehbaren Stellen 40 Meter tief stürzen, so der NRW-Chef der Polizeigewerkschaft GdP, Michael Mertens.

Mehrere Verletzte

Vor Ort war ein großes Polizeiaufgebot - dazu zählten auch Polizeireiter und Hubschrauber. Insgesamt wurden acht Einsatzkräfte verletzt, teilten die Behörden in einer Zwischenbilanz am Samstagabend mit. Außerdem hätten Demonstranten im Tagebau Jackerath versucht, Gefangene zu befreien. Das sei eine Straftat, dazu komme Hausfriedensbruch im Tagebau und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Mehrere Menschen wurden in Gewahrsam genommen, so die Polizei Aachen. Genaue Angaben zu den Zahlen machte sie nicht.

Aktivisten von "Ende Gelände" sprachen auf Twitter dagegen von Polizeigewalt. Laut einer WDR-Reporterin setzten Beamte zum Teil Schlagstöcke ein und gingen mit Faustschlägen gegen Demonstranten vor.

Friedlicher Protest von "Fridays for Future"

Auch die Klimaschutzbewegung "Fridays For Future" nahm am Protest teil. Schon am Freitag hatten etwa 40.000 Menschen in Aachen demonstriert. Neben Schülern protestierten am Samstagmorgen auch Familien und Senioren friedlich. Ein Schauplatz war etwa das Dorf Keyenberg. Es soll einem Tagebau weichen, die Bewohner umgesiedelt werden. Viele hundert kamen mit dem Fahrrad und bildeten Sitzblockaden.

Viele Bagger stehen still

RWE hat den Abbau weitgehend stillgelegt. Aus Sicherheitsgründen stoppte man vier von sechs Produktionseinheiten. Die Kohleversorgung für das RWE-Kraftwerk Neurath ist unterbrochen - schon seit Freitagabend besetzen Klimaschützer die Bahngleise, über die Kohle abtransportiert wird. Am Samstagabend begannen die Einsatzkräfte, den Tagebau Garzweiler zu räumen.

Konflikt Kohleausstieg

Den Aktivisten geht es um einen rascheren Ausstieg aus der Kohleverstromung. Bislang ist geplant, bis 2038 schrittweise auszusteigen. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hatte zuletzt gefordert, das zu beschleunigen. Um die Klimaziele einzuhalten, müsste bereits im Jahr 2030 Schluss sein. Außerdem sollten die Milliarden, die betroffene Braunkohlereviere bekommen sollen, anders verteilt werden.