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AKK-Nachfolge: Söder warnt CDU vor "Schönheitswettbewerb" | BR24

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Es geht ein Beben durch die CDU. Im Exklusiv-Interview mit BR-Chefredakteur Christian Nitsche spricht Ministerpräsident Markus Söder über die Zukunft der Schwesterpartei und verrät ober er sich eine Kanzlerkandidatur nun doch vorstellen könnte.

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AKK-Nachfolge: Söder warnt CDU vor "Schönheitswettbewerb"

Nach der Rückzugsankündigung von CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer warnt der CSU-Vorsitzende Söder die Schwesterpartei vor Richtungsdebatten. Zugleich pocht er im BR extra auf schnelle Entscheidungen der Union und stellt klar: Die CSU muss mitreden.

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Der CSU-Vorsitzende Markus Söder hat die CDU nach der Rückzugsankündigung von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer ermahnt, die Klärung ihrer Nachfolge nicht zur einer Hängepartie werden zu lassen. Die Union müsse früher als nur im Lauf des Jahres einen Entscheidungsweg finden, verlangte Söder in einer Sondersendung des BR Fernsehens.

"Ein halbes Jahr jetzt möglicherweise einen Schönheitswettbewerb zu machen, wer wann wo besser ist, wird nicht mehr Stabilität bringen." CSU-Chef Markus Söder im BR-Interview

Kramp-Karrenbauer hatte zuvor angekündigt, auf die Kanzlerkandidatur der Union zu verzichten und sich auch vom Vorsitz der Christdemokraten zurückzuziehen. Die Suche nach dem Kanzlerkandidaten der Union und dem neuen CDU-Chef will sie nach eigenem Bekunden selbst gestalten. Die Entscheidung werde dann auf einem CDU-Parteitag fallen - bisher ist dieser für Ende des Jahres geplant. Söder betonte, es werde sich zeigen, "ob das tatsächlich über diese Länge der Zeit geht".

Warnung vor Richtungsdebatte

Die CDU sieht Söder nach der Rückzugsankündigung der Parteivorsitzenden in einer sehr ernsten Lage. Es gehe um die Zukunft der CDU, die aufpassen müsse, dass es keine grundlegende Richtungsdebatte gebe zwischen den Einen, "die mit der Linkspartei zusammenarbeiten wollen", und den Anderen, die zumindest Berührungspunkte mit der AfD zulassen wollten, mahnte Söder im BR extra. Es gehe jetzt auch um die Stabilität der Volksparteien sowie der Bundesregierung.

Söder fordert "klare Abgrenzung" von AfD und Linkspartei

Söder stellte klar, dass es aus einer Sicht einen klaren Trennungsstrich zur AfD geben müsse. Das bedeute nicht nur, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen sein müsse. Vielmehr müsse die AfD auch gestellt und bekämpft werden.

Auch eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei kommt für die Union nach Meinung des CSU-Chefs nicht in Frage. "Es braucht einen klaren Kurs, eine klare Abgrenzung von den Rändern, eine klare Abgrenzung von den Extremen."

Söder: Zustimmung der CSU nötig

Der CSU-Chef betonte darüber hinaus, dass kein Kanzlerkandidat der Union ohne die Zustimmung der CSU gewählt werden könne. Mit Blick auf Stimmen in der Union, die für eine Kandidatur Söders plädieren, versicherte der CSU-Chef erneut, dass sein Platz in München sei. "Das habe ich immer gesagt, dabei bleibt es auch." Er fügte hinzu: "Ich bin der festen Überzeugung, es wird sich jemand finden in der CDU, der unbedingt will." Er werde den Prozess aber mitgestalten.

Zuvor hatte unter anderen der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt Reiner Haseloff (CDU) Söder als möglichen Kanzlerkandidaten der Union genannt. Als Anwärter auf die Kanzlerkandidatur gelten vor allem der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn (alle CDU).

Das Interview, das BR-Chefredakteur Christian Nitsche mit Söder führte, ist um 19.15 Uhr in einem BR extra im BR Fernsehen zu sehen.

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© pa/dpa

Söder und Kramp-Karrenbauer