BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© pa/dpa/Regis Duvignau / Pool
Bildrechte: pa/dpa/Regis Duvignau / Pool

Cockpit eines Airbus A350

Per Mail sharen

    Airlines wollen Piloten wieder allein ins Cockpit lassen

    Zwei Jahre nach der Germanwings-Katastrophe nehmen die großen deutschen Fluggesellschaften eine Sicherheitsvorgabe zurück. Demnach darf sich ab spätestens Juni ein Pilot wieder allein im Cockpit aufhalten.

    Per Mail sharen

    Die Zwei-Personen-Regel für Piloten im Cockpit führten Airlines als Sofortmaßnahme nach der Germanwings-Katastrophe vor zwei Jahren ein. Nun nehmen die großen deutschen Fluggesellschaften die eigens eingeführte Sicherheitsvorgabe zurück - spätestens ab Juni darf sich wieder eine Person allein im Cockpit aufhalten.

    Regel beherbergt Risiken

    "Die Evaluierung hat gezeigt, dass die Zwei-Personen-Regelung keinen Sicherheitsgewinn bringt," begründete der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft die Entscheidung. Um die Zwei-Personen-Regel einzuhalten, werde die Cockpit-Tür häufiger und vorhersehbarer geöffnet. Es wachse auch der Kreis derer, die die Flugkanzel überhaupt betreten dürfen. Gewerkschaften von Piloten und Flugbegleitern hatten den Nutzen der Regelung schon früh bezweifelt. Sie beruht auf einer Empfehlung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit, die inzwischen gelockert wurde.

    Piloten werden untersucht und betreut

    Die Fluggesellschaften sichern aber zu, dass Ärzte bei Untersuchungen von Piloten stärker auf psychologische und psychiatrische Aspekte achten. Zugesagt werden auch stabile Beschäftigungsverhältnisse, Zugang zu Berufsunfähigkeitsversicherungen, psychologischen Beratungsprogrammen und eine intensivere Mitarbeiterbetreuung.

    Der psychisch labile Copilot Andreas Lubitz hatte den Ermittlungen zufolge im März 2015 die Germanwings-Maschine in den französischen Alpen bewusst abstürzen lassen. 150 Menschen starben. Die Behörden gehen davon aus, dass der Copilot den Flugkapitän aus dem Cockpit gesperrt hatte.