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Agrar-Atlas 2019: Großbetriebe bei EU-Subventionen bevorzugt | BR24

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Fragt man die Deutschen, wünschen sie sich kleinere Bauernhöfe. Doch immer mehr kleinbäuerliche Höfe geben auf. Der Agrar-Atlas 2019 gibt daran nicht zuletzt der EU-Agrarpolitik die Schuld und fordert eine grundlegende Reform.

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Agrar-Atlas 2019: Großbetriebe bei EU-Subventionen bevorzugt

Bayern ist geprägt von seiner kleinbäuerlichen Landwirtschaft. Doch EU-weit geben immer mehr Kleinbetriebe aus Wettbewerbsgründen auf. Laut dem aktuellen Agrar-Atlas werden aber vor allem Großbetriebe bei EU-Agrarsubventionen bevorzugt.

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Fragt man die Deutschen, wünschen sie sich kleinere Bauernhöfe. Doch immer mehr kleinbäuerliche Höfe geben auf. Noch in diesem Jahr will die Europäische Union die Grundlagen für ihre Agrarpolitik ab 2021 festlegen. Derzeit profitieren vor allem große Agrarbetriebe von der EU-Förderung. Auch bei den Themen Artenvielfalt und Klimaschutz geht es nur schleppend voran.

Im aktuellen Agrar-Atlas 2019 der grünennahen Heinrich-Böll-Stiftung und des BUND wird die gegenwärtige Landwirtschaftspolitik der EU deshalb als äußerst kritisch gesehen. Die Agrarpolitik in ihrer jetzigen Form sei "ungerecht, unökologisch und absolut nicht zielführend", so Christine Chemnitz, Agrarexpertin der Heinrich-Böll-Stiftung.

Großbetriebe bevorzugt

Sechzig Milliarden Euro gibt die EU laut Agrar-Atlas 2019 jedes Jahr für die Landwirtschaft aus. Das sind 114 Euro pro EU Bürger. Das Geld der EU fließt jedoch vor allem an die großen Betriebe. Die kleineren und mittleren Betriebe haben das Nachsehen. Dreiviertel der Höfe bekommen laut Agrar-Atlas 2019 weniger als 5000 Euro pro Jahr. Das wirkliche große Stück vom Kuchen streichen aber Großbetriebe ein.

Auch der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger kritisiert die Verteilung der EU-Gelder. Man müsse weg von den pauschalen Zahlungen pro Fläche. Sie seien, so Weiger, die Ursache für den "Run auf die Fläche".

"Nicht nur Tier- und Pflanzenarten stehen inzwischen auf der sogenannten Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten, sondern auch der kleine und mittelbäuerliche Betrieb innerhalb der Europäischen Union." Hubert Weiger

Agrar-Atlas 2019

Die Umweltschutzorganisation BUND und die den Grünen nahestehende Heinrich-Böll-Stiftung sind dafür, dass Bäuerinnen und Bauern Geld bekommen für die artgerechte Haltung von Tieren, für den Gewässerschutz und den Schutz von Vögeln und Insekten. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der beiden Institutionen zeigt, dass achtzig Prozent der in Deutschland Befragten dafür sind, die Bauern für Leistungen wie Natur- Gewässer- und Klimaschutz staatlich zu fördern.