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Afrikas größtes virtuelles Konzert – Stars singen gegen Corona  | BR24

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Afrikas größtes virtuelles Konzert – Stars singen gegen Corona 

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Afrikas größtes virtuelles Konzert – Stars singen gegen Corona 

Der afrikanische Kontinent scheint den düsteren Corona-Prophezeiungen bislang zu trotzen. Die registrierten Zahlen sind vergleichsweise niedrig. Die Auswirkungen der Maßnahmen aber sind verheerend. Mit einem Online-Konzert wollten Musiker Mut machen.

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Jung, kreativ, divers und hoffnungsvoll - so präsentierten sich über 100 afrikanische Künstler beim größten Online-Konzert des Kontinents. Auf YouTube, Instagram, Facebook und unter den Hashtags #JeSuisWan oder #IamWan wurden den ganzen Tag lang die afrikanische Einheit beschworen - und gefeiert, pünktlich zum Welt-Afrikatag. WAN steht dabei für Worldwide Afro Network. Am Abend begann das mehrstündige Streaming-Konzert.

Youssou N’dour spielte mit Chris Martin

Mit dabei die musikalischen Größen des Kontinents wie der senegalesische Sänger und Schirmherr des Konzerts, Youssou N’dour, der zur Eröffnung mit Coldplay-Frontman Chris Martin performte, sowie Grammy-Award-Gewinnerinnen Angelique Kidjo. Grußbotschaften kamen aus der afrikanischen Diaspora durch Hollywood-Schauspieler wie Djimon Hounsou, bekannt aus dem Film "Blood-Diamond" und US-Sänger Akon, der französische "Ziemlich-beste-Freunde"-Darsteller Omar Sy, aber auch Supermodel Naomi Campbell.

Guterres lobt schnelles Handeln vieler Staaten

Die  54 afrikanischen Staaten sind unterschiedlich schwer von der Coronakrise betroffen - manche Länder verzeichnen nur wenige Fälle. Auch dank ihrer Reaktion, lobte UN-Generalsekretär Antonio Guterres in einer Live-Stream-Botschaft. Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen UNESCO unterstützt das Konzert.

“Als das Virus sich auf dem Kontinent ausbreitete, hat Afrika schnell reagiert und bis zum heutigen Tage sind die registrierten Fallzahlen vergleichsweise niedrig. Trotzdem, die Gefahr bleibt. ” UN-Generalsekretär Antonio Guterres

Viele haben schnell ihre Grenzen dicht gemacht und teilweise strikte Ausgangssperren verhängt. Was alle eint: Die Corona-Maßnahmen machen vielen Menschen zu schaffen und verschärfen Hunger, Existenznöte und Gewalt. Auch Afrikas Musikszene leidet darunter, weil Veranstaltungen und Konzerte bis auf weiteres abgesagt sind. Der Kontinent hat zudem große Stars an Covid-19 verloren – wie Jazzlegende Manu Dibango aus Kamerun oder Sänger Mory Kanté, der in den 80er Jahren mit Yéké  Yéké  einen Welthit landete. Er starb am 22. Mai. Sein Sohn erklärte, dass Kanté sich in den vergangenen Jahren wegen chronischer Erkrankungen immer wieder in Frankreich hatte behandeln lassen - wegen der Corona-Pandemie sei dies nicht mehr möglich gewesen. Afrikas Künstler machen sich Sorgen, erklärt der musikalische Pate des Konzert Youssou N’dour.

"Ich persönlich habe Angst, ich will, dass wir wachsam sind. Wir müssen uns an die Vorsichtsmaßnahmen halten, damit diese Pandemie nicht wieder und wieder die Menschen heimsucht und schon gar nicht in Afrika." Youssou N’dour.

Übertragung in 200 TV-Sendern und Radiowellen

Afrikas größtes virtuelles Konzert wurde in rund 200 staatlichen und privaten Fernsehsendern und in Radiowellen ausgestrahlt. Den Tag über vor dem abendlichen Konzert liefen Streaming-Diskussionen zum Thema Afrika nach der Krise. Während des Konzerts wurden in den Werbepausen afrikanische Startups vorgestellt. Oder die Kampagne #dontgoviral. Das Ziel: Aufklären über die Pandemie, Kräfte einen - und Mut machen.