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Afrikanische Schweinepest nun auch in Deutschland | BR24

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Sie kursiert schon länger in Polen, nun ist auch Deutschland betroffen: In Brandenburg ist bei einem Wildschweinkadaver die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen worden. Was hat es mit dieser Krankheit auf sich?

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Afrikanische Schweinepest nun auch in Deutschland

Die Afrikanische Schweinepest hat Deutschland erreicht. Der Verdachtsfall, ein in Brandenburg verendetes Wildschwein, hat sich bestätigt. Damit verliert Deutschland auf dem Schweinefleisch-Weltmarkt den Status „seuchenfrei“.

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Seit Jahren bereiten sich Deutschland und andere EU-Länder auf den Ernstfall vor. Dass die Seuche, die ursprünglich südlich der Sahara verbreitet ist, von Osteuropa ausgehend, eines Tages auch Deutschland erreichen könnte, gilt schon seit einiger Zeit als sehr wahrscheinlich. Ob es sich bei dem verendeten Tier in Brandenburg, unweit der polnischen Grenze, um einen Einzelfall handelt, oder ob sich das Virus südöstlich von Berlin unter Wildschweinen schon weiter verbreitet hat, muss noch geklärt werden.

Bereits im Herbst 2019 waren mehrere Fälle von Afrikanischer Schweinepest in Westpolen bekannt geworden. Außerdem wurde die Tierseuche unter anderem schon im Baltikum, in Ungarn, Bulgarien und Rumänien sowie in Belgien und der Slowakei nachgewiesen. Für Menschen ist die Seuche ungefährlich, für Wild- und Hausschweine tödlich. Das Virus ist hoch infektiös und in der Umwelt relativ stabil.

Angst vor wirtschaftlichen Einbußen

Mit der Seuche könnten aber schon jetzt gravierende wirtschaftliche Auswirkungen auf Deutschland und seine Fleisch-Branche zukommen. Denn die Bundesrepublik ist der weltgrößte Schweinefleisch-Exporteur.

Im Jahr 2019 wurden 2,4 Millionen Tonnen Schweinefleisch exportiert, darunter 1,9 Millionen Tonnen in die EU. Aber auch die Geschäfte mit Asien, insbesondere China sind für die deutsche Fleischbranche von größter Bedeutung. Denn in Deutschland werden nur noch die sogenannten Edelteile jedes geschlachteten Schweins verzehrt. Ohren, Rüsselscheiben oder Füße werden in der Regel nach Asien exportiert.

China soll Einfuhrstopp bereits verhängt haben

Die Befürchtung, dass China einen Einfuhrstopp für Schweinefleisch aus Deutschland verhängt, soll bereits wahr geworden sein. Laut Stefan Neher, dem Vorsitzenden der Ringgemeinschaft Bayern e.V., habe China die Grenze für deutsches Schweinefleisch bereits geschlossen. „Das ist eine Katastrophe für die Schweinehalter in Deutschland“, sagt er. Durch Corona und den Tönnies-Skandal seien die Preise für Schweinefleisch außerdem gesunken und die Tierhalter unter großem wirtschaftlichen Druck.

Agrarministerin Julia Klöckner weist indes darauf hin, dass die Bundesrepublik in engem Kontakt mit China stehe. Es wird über eine Regionalisierung verhandelt. Das würde bedeuten, dass Fleisch, das nicht aus den sogenannten Restriktionsgebieten stammt, weiter gehandelt werden kann. Die Restriktionszone beschränkt sich auf einen bestimmten Radius rund um den Fundort eines infizierten Wildschweins.

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Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner hat es bestätigt: Die Akfrikanische Schweinepest ist erstmals in Deutschland aufgetreten.

Hoffnung auf regionale Begrenzung

Dass das Schweinepest-Virus innerhalb der brandenburgischen Restriktionszone eingedämmt werden kann, ist derzeit die große Hoffnung. Auch Belgien hat das geschafft. Dort ist die Afrikanische Schweinepest bereits 2018 aufgetreten. Man hat das Problem aber in den Griff bekommen.

Da sich Deutschland auf den Ausbruch bereits seit Jahren vorbereitet, sind Landwirte gut informiert. Wenn Hygienemaßnahmen konsequent eingehalten werden, besteht die Chance, dass keine Hausschweine infiziert werden.

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Die Afrikanische Schweinepest ist erstmals in Deutschland bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nachgewiesen worden. Die Krankheit ist für die Tiere tödlich, für den Menschen ungefährlich. Bayern sieht sich gut auf einen Ausbruch vorbereitet.