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Bildrechte: pa / dpa / Muhammed Semih Ugurlu

Afghanische Flüchtlingskinder in einem Lager bei Islamabad

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    Afghanische Flüchtlinge in Pakistan: Zeit für eine Rückkehr?

    Der Vormarsch der Taliban in Afghanistan löst auch Sorgen im Nachbarland aus. Pakistan will keine Flüchtlinge mehr aufnehmen - und die, die schon da sind, am liebsten loswerden.

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    Von
    • Sibylle Licht
    • Oliver Mayer

    Vor 40 Jahren ist Haji Bahadur mit seiner Familie aus Afghanistan geflohen. Die Sowjetarmee war damals in sein Heimatland einmarschiert. Seitdem wohnt er in einem pakistanischen Flüchtlingslager in Tarnol. Es liegt rund 200 Kilometer von der afghanischen Grenze entfernt. Bahadur mag das Leben in Pakistan. "Wir haben Rechte hier. Es gibt genügend von allem. Und was wir brauchen, ist einfach zu bekommen", sagt er.

    Haji Bahadur ist einer von etwa 1,4 Millionen registrierten afghanischen Flüchtlingen, die in Pakistan leben. Inoffiziell dürften es mehr als zwei Millionen sein. Pakistan aber will schon lange, dass diese Menschen in ihr Heimatland zurückgehen. "Wir sagen immer wieder, dass afghanische Flüchtlinge unsere Brüder und Schwestern sind. Aber die Zeit für eine würdige Rückkehr ist gekommen", drückt der nationale pakistanische Sicherheitsberater Mooed Yusuf es aus.

    Ein Zaun wird errichtet

    Drohungen wie diese sind für die afghanischen Flüchtlinge nichts Neues. Dennoch sind sie zurzeit besonders besorgt. "In Afghanistan herrscht Krieg. Die Taliban gewinnen täglich neue Bezirke hinzu. Für die Menschen ist die Vorstellung schlimm, dass sie in dieses Land zurück sollen", sagt der pakistanische Journalist Tahir Khan, der sich ständig im Austausch mit den Flüchtlingen befindet.

    Einen konkreten Plan, wie die afghanischen Flüchtlinge in ihr Heimatland gebracht werden sollen, gebe es nicht, sagt Khan. Und doch stehen die Zeichen immer weiter auf Abschottung zum Nachbarstaat. Mehrmals hat die pakistanische Regierung bereits betont, dass keine weiteren afghanischen Flüchtlinge mehr aufgenommen werden sollen. Dafür wird gerade ein Zaun an der kompletten Außengrenze zu Afghanistan gebaut.

    Bombenanschlag stößt Debatte neu an

    "Sollten nun immer mehr Afghanen vor den Taliban flüchten und bei uns Schutz suchen, so muss dringend gewährleistet werden, dass sie in eigens an der Grenze errichteten Lagern bleiben", sagt der pakistanische Informationsminister Fawad Hussain Chaudhry. Es solle unbedingt vermieden werden, dass weitere afghanische Flüchtlinge in pakistanische Städte kommen.

    Angestoßen hat die aktuelle Debatte ein Bombenanschlag, der sich vor wenigen Wochen in der pakistanischen Großstadt Lahore ereignete. Ein afghanischer Staatsbürger soll daran beteiligt gewesen sein. "Ein Vorfall, der der pakistanischen Regierung in diesem Fall sehr gelegen kam. So konnte sie die Ausweisung der afghanischen Flüchtlinge wieder auf die politische Agenda bringen", sagt Tahir Khan.

    Taliban unter den Flüchtlingen?

    Es gibt allerdings noch einen weiteren Grund, weshalb die pakistanische Regierung mit äußerster Skepsis auf afghanische Flüchtlinge schaut. Sowohl Pakistan als auch Afghanistan vermuten, dass sich unter den Flüchtlingen auch Taliban-Anhänger befinden, die ihre guten Verbindungen ins Land nutzen. "Ihre Familien leben noch in Pakistan. Sie haben also eine Infrastruktur, die sie nutzen können. Wir wollen, dass sich dies unbedingt ändert", sagt Farid Mamundzay, afghanischer Botschafter in Indien.

    In Pakistan sei die Angst groß, dass die Gewalt, die zurzeit in Afghanistan herrsche, auch in das Nachbarland kommt, sagt der Journalist Tahir Khan. "Die Regierung sorgt sich außerdem um ihr Image. Man will vor der internationalen Gemeinschaft nicht als das Land gelten, dass den Taliban Schutz gewährt", führt er aus.

    Haji Bahadur hofft, dass die pakistanische Regierung Gnade walten lässt. Dass er und seine Familie nicht aus Pakistan ausgewiesen werden. "Die Regierung hat die Macht", sagt er: "Wenn sie uns bleiben lassen, freuen wir uns. Und wenn sie wollen, dass wir nach Afghanistan zurückgehen, dann werden wir gezwungen sein, das auch zu tun."

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