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AfD-Parteitag: Führungsfrage ist offen | BR24

© Kay Nietfeld/dpa

Auf dem AfD-Bundesparteitag wird am Wochenende eine neue Parteispitze gewählt: Tino Chrupalla (rechts im Bild) gilt als aussichtsreicher Kandidat

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    AfD-Parteitag: Führungsfrage ist offen

    Der AfD-Bundesparteitag in Braunschweig verspricht, turbulent zu werden. Alexander Gauland will eigentlich aus dem Führungsduo ausscheiden und hat als Wunschnachfolger Tino Chrupalla in Stellung gebracht - doch der wird viele Gegenkandidaten haben.

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    Es wird ein weiterer Parteitag sein, bei dem sich die AfD nicht über Inhalte austauscht, sondern darum ringen wird, wer welchen Posten besetzt. Nach zwei Jahren muss der gesamte Vorstand neu gewählt werden. Alexander Gauland will aus der Doppelspitze mit Jörg Meuthen ausscheiden – so ist zumindest der Plan. Meuthen tritt an, wird aber dieses Mal wohl auf eine Gegenkandidatin treffen. Es wird erwartet, dass ihn seine zuletzt kritischeren Worte gegen den völkischen Flügel Stimmen kosten werden.

    Gauland setzt auf Tino Chrupalla

    Gaulands Wunschkandidat für seine Nachfolge ist der stellvertretende Fraktionschef der AfD im Bundestag, Tino Chrupalla. Der Malermeister aus Sachsen könnte damit punkten, dass er den Überhang an Akademikern im Vorstand etwas verringern würde. Dass er in Görlitz dem heutigen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer von der CDU das Direktmandat abgejagt hat, brachte ihm viel Anerkennung in der Partei. Chrupalla weiß neben Gauland auch noch andere namhafte Parteimitglieder hinter sich, etwa Alice Weidel und Beatrix von Storch. Die Jugendorganisation der AfD, die Junge Alternative, unterstützt ihn, der völkische Flügel wohl auch.

    Auch die Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag, Katrin Ebner-Steiner hält offenbar viel von Chrupalla: "Er ist ein fähiger und fleißiger Kollege, der so arbeitet, wie es seiner Handwerker-Ehre entspricht: Bodenständig, solide, ehrlich und gründlich. Er spricht die Sprache des Volkes. Er kennt die Sorgen und Nöte der ganz normalen Bürger und setzt sich vor allem für die Rechte und Ziele der Arbeitnehmer ein. Gerade seine Expertise als Handwerker ist für uns als Partei der Doktoren und Professoren unerlässlich, besonders bei den Zielen der AfD, Handwerksberufe und Duale Bildung wieder attraktiver zu machen. Ich könnte mir da keinen besseren als Tino vorstellen.", so Ebner-Steiner.

    Chrupalla: "Ich bin nervös"

    Allerdings muss sich Chrupalla gegen einige Konkurrenten durchsetzen – und gab unlängst zu, er sei guter Dinge, aber durchaus nervös. Zuletzt meldeten sich immer neue AfD-Politiker zu Wort, die sich Hoffnungen auf eine erfolgreiche Bewerbung machen. Auch weil Chrupalla nicht zu den besten Rednern gehört und zündende Wortbeiträge auf AfD-Parteitagen erfahrungsgemäß viel ausmachen.

    Gottfried Curio gilt als Scharfmacher

    Ein rhetorisch gewandter Kandidat wäre Gottfried Curio, der innenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion. Er gilt als rechter Scharfmacher, Parteichef Meuthen bezeichnet ihn als "brillianten Intellektuellen". Allerdings fehlt Curio nach Ansicht vieler Fraktionskollegen das nötige Organisationstalent und auch die Bereitschaft, sich abzusprechen – das sollte man als Parteichef aber können. Einen Sieg Curios will Gauland dem Vernehmen nach verhindern – er würde dafür noch einmal zur Wahl antreten.

    Gauland will Doppelbelastung nicht mehr

    Gaulands eigentliches Ziel lautet aber: Ehrenvorsitzender der AfD. Dann bliebe sein Name sehr präsent, der Arbeitsaufwand wäre aber überschaubar. Der 78-Jährige wäre dann nur noch Fraktionsvorsitzender im Bundestag. Aber auch von diesem Posten aus lassen sich noch gut die Fäden ziehen.

    Viele Kandidaten für den restlichen Vorstand

    Auch auf den weiteren Plätzen im Vorstand hinter der ersten Reihe wird sich einiges tun: Alice Weidel zum Beispiel will von der Beisitzerin aufsteigen zur stellvertretenden Parteichefin. Und es kann gut sein, dass aktuelle Vorstandsmitglieder dieses Mal nicht die nötigen Stimmen bekommen und durch andere ersetzt werden.

    Die Vorsitzende der bayerischen AfD, Corinna Miazga, sagte dem Bayerischen Rundfunk, sie wünsche sich für die erste Reihe Kontinuität, dahinter aber einen "Mix aus Bewährtem und Neuem". Ihr Landesverband will wieder mindestens einen Posten im Vorstand besetzen, bisher ist Bayern durch den Bundestagsabgeordneten Stephan Protschka vertreten.