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AfD: Kalbitz geht nicht kampflos | BR24

© dpa-Bildfunk/Annette Riedl

Andreas Kalbitz, AfD-Chef in Brandenburg

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    AfD: Kalbitz geht nicht kampflos

    Der brandenburgische AfD-Chef Kalbitz hat angekündigt, sich gegen seinen Rauswurf aus der Partei zu wehren. Der AfD-Bundesvorstand hatte die Mitgliedschaft von Kalbitz wegen früherer Verstrickungen ins rechtsextreme Milieu für nichtig erklärt.

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    Andreas Kalbitz geht nicht kampflos: Als eine "politische Fehlentscheidung" bezeichnet er seinen Rauswurf. Und er kündigt auf Nachfrage an, "alle juristischen Möglichkeiten" zu nutzen, um den Beschluss anzufechten.

    "Wenn dieser Entscheidung die Idee zugrunde liegen sollte, die Akzeptanz der etablierten Parteien und politischen Gegner zu erheischen, wird dies nicht gelingen", legt Kalbitz im Gespräch mit dem ARD-Hauptstadtstudio noch nach.

    Prominenter Kopf des Flügels

    Neben dem thüringischen AfD-Chef Björn Höcke war Kalbitz der prominenteste Kopf des kürzlich aufgelösten völkisch-nationalen "Flügels" der Partei. Der Verfassungsschutz hatte im März erklärt, der "Flügel" und auch Andreas Kalbitz selbst seien rechtsextrem.

    Der ehemalige Zeitsoldat stolpert nun über seine eigene Vergangenheit. Grund für seinen Rauswurf ist nach Angaben der AfD, dass Kalbitz bei seiner Aufnahme in die Partei seine frühere Mitgliedschaft in der "Heimattreuen Deutschen Jugend" verschwiegen habe.

    Bei dem rechtsextremen Jugendverband handelt es sich um einen mittlerweile verbotenen Verein, der ein nationalsozialistisches Weltbild zu verbreiten suchte. Kalbitz bestreitet, Mitglied gewesen zu sein. Er musste allerdings Kontakte einräumen. Die beiden AfD-Fraktionschefs Alice Weidel und Alexander Gauland kritisierten den Beschluss des Parteivorstands.

    Knappe Mehrheit für Ausschluss

    Laut ARD-Korrespondent Martin Schmidt stimmte der Vorstand mit sieben Stimmen für die Annullierung von Kalbitz' Parteimitgliedschaft, fünf Stimmen gab es dagegen, außerdem eine Enthaltung.

    Aus Sicht des Bundesvorstands sei Kalbitz nicht wirksam Parteimitglied geworden, "deswegen erlischt die Mitgliedschaft", sagte Behrens.

    Partei will Rechtsnationalisten abstoßen

    Der 47-jährige Kalbitz war seit 2017 Mitglied des AfD-Bundesvorstands. Nach der Ankündigung des Verfassungsschutzes, den "Flügel" künftig zu beobachten, gaben die Vertreter dessen Auflösung bekannt. Der AfD-Bundesvorstand strebt nun nach eigenen Angaben eine Abstoßung der Rechtsnationalisten aus den eigenen Reihen an.

    Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hatte vorgeschlagen, dass der Vorstand über eine mögliche Aufhebung der Mitgliedschaft von Kalbitz entscheidet. Der Co-Vorsitzende Tino Chrupalla und Parteivize Alice Weidel wollten zunächst eine von Kalbitz eingereichte Stellungnahme juristisch prüfen lassen.

    HDJ auf "Unvereinbarkeitsliste"

    Der Parteivorstand hatte Kalbitz im März aufgetragen, schriftlich Auskunft zu früheren Vereinsmitgliedschaften und Kontakten zu geben. Dieser hatte daraufhin eingeräumt, er halte es für "durchaus möglich und wahrscheinlich", dass er im Zusammenhang mit dem Besuch einer Veranstaltung der Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) auf einer "Interessenten- oder Kontaktliste" der mittlerweile verbotenen Organisation aufgeführt worden sei.

    Die HDJ steht auf der sogenannten Unvereinbarkeitsliste der AfD: Wer einer der dort aufgeführten Organisationen angehört hat, darf nicht Parteimitglied sein.

    Weidel und Gauland kritisieren Entscheidung

    Rückendeckung für eine mögliche Klage bekommt Kalbitz von der Spitze der AfD-Bundestagsfraktion. Die beiden Vorsitzenden Alice Weidel und Alexander Gauland, beide selbst Mitglied im Bundesvorstand, kritisierten den Beschluss. "Wir halten das Verfahren für juristisch höchst angreifbar", erklärte Weidel. Gauland hatte dem nicht viel hinzuzufügen und bedauerte mit Blick auf die Entscheidung gegen Kalbitz: "Ich halte das Ergebnis für falsch und für gefährlich für die Partei."

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