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Türschild AfD-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag, Markus Plenk
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Agnes Popp
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Türschild AfD-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag, Markus Plenk

Ein Wechsel zur CSU sei für ihn vorstellbar, so Markus Plenk zum BR, "von den politischen Zielen her auf jeden Fall". Ihm hätten Vorgänge wie etwa die Einstellung und folgende Entlassung zweier Mitarbeiter mit extremistischer Vergangenheit die Augen geöffnet: "Dafür ist mir die Lebenszeit zu schade", sagte Plenk.

Dem "Spiegel" hatte der Biolandwirt aus Oberbayern zuvor bereits gesagt:

"Ich habe es satt, die bürgerliche Fassade einer im Kern fremdenfeindlichen und extremistischen Partei zu sein." Markus Plenk, AfD-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag

Er habe das Gefühl, "sich mitschuldig zu machen" an der von Teilen der AfD betriebenen Spaltung der Gesellschaft und der "Zersetzung der Demokratie". Selbst in gemäßigtem Tonfall politische Forderungen zu stellen bringe nichts, wenn andere Parteimitglieder die Grenzen des Sagbaren ständig übertreten würden. Er griff auch seine Fraktionskollegen an: "Manche von denen sind zu allem fähig."

Plenk sieht sich als ideologiefrei und liberal

"Total daneben" sei die Protestaktion seiner Parteikollegen im Landtag während einer Rede von Charlotte Knobloch anlässlich des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus gewesen. Knobloch hatte die AfD scharf kritisiert. Die Mehrheit der Fraktionsmitglieder, einschließlich der Fraktionsvorsitzenden Katrin Ebner-Steiner, verließ daraufhin empört den Plenarsaal; Plenk indes blieb auf seinem Platz sitzen. Er bezeichnete sich selbst als ideologiefrei und liberal. Über die CSU sagte er:

"Wenn ich die CSU so anschaue, wäre ich da kein Rechtsaußen." Markus Plenk, AfD-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag

Dass Markus Plenk in der CSU-Fraktion aufgenommen wird, ist allerdings ungewiss. Die CSU hatte sich im bayerischen Landtagswahlkampf immer wieder scharf von der AfD abgegrenzt.

Plenk: Ausschluss Bergmüllers "faschistoid"

Vor wenigen Tagen hatte bereits ein anderer AfDler seinen Austritt aus Partei und Fraktion erklärt: Raimund Swoboda, der wie Plenk zum gemäßigten Parteiflügel gehört. Swoboda bezeichnete seine ehemaligen Kollegen als "rechtsradikale Gesinnungshasardeure". Nachdem Fraktionsmitglied Franz Bergmüller Verständnis für Swoboda geäußert hatte, witterte Katrin Ebner-Steiner Verrat und setzte eine Abstimmung über den Ausschluss Bergmüllers auf die Tagesordnung. Plenk, mit dem diese Aktion nicht abgesprochen war, nannte das Vorgehen "faschistoid". Schließlich knickte der deutschnationale AfD-Flügel ein. Er ließ die Abstimmung über den Parteikollegen von der Tagesordnung nehmen. Plenks Fazit: "Mir reicht's."