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AfD-"Flügel" löst sich offenbar auf | BR24

© pa/dpa

Björn Höcke vom "Flügel" bei einer AfD-Demonstration.

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    AfD-"Flügel" löst sich offenbar auf

    Der völkische "Flügel" innerhalb der AfD hat die Selbstauflösung eingeleitet, wie Gründer Björn Höcke in einem Interview mitteilt. Der Verfassungsschutz hatte die Gruppierung als rechtsextrem eingestuft.

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    Der rechtsextreme "Flügel" in der AfD löst sich offenbar auf: Sein Gründer Björn Höcke sagte in einem am Abend veröffentlichten Interview, die Forderung des AfD-Bundesvorstands zur Auflösung des "Flügels" habe dieser "längst umsetzt: seine Historisierung".

    Auch auf Facebook gab es einen Eintrag des "Flügels" zur eigenen Auflösung, dieser wurde aber später wieder gelöscht. Stattdessen hieß es dann, Meldungen über eine Auflösung seien "unzutreffend", man beschäftige sich "intensiv" mit der Umsetzung des Bundesvorstandsbeschlusses.

    "Flügel"-Mitglieder bestätigen Selbstauflösung

    Die Selbstauflösung bestätigten allerdings auch andere "Flügel"-Mitglieder dem ARD-Hauptstadtstudio. Demnach erfolgte der Schritt am Freitag. Zuerst hatte der "Spiegel über die Auflösung berichtet. Dort hieß es, Höcke habe sich in sehr kleiner Runde abgestimmt und die Entscheidung vorbereitet.

    Höcke selbst äußerte sich in einem Interview mit dem neurechten Verleger Götz Kubitschek, das auf dessen Website veröffentlicht wurde. Seit der Gründung des "Flügels" vor fünf Jahren habe sich "die AfD sehr gut entwickelt", sagte Höcke. "Und so notwendig unser Impuls vor fünf Jahren war: Nun brauchen wir einen Impuls, der über den Flügel hinausweist und die Einheit der Partei betont", fügte der thüringische Landes- und Fraktionschef hinzu.

    AfD-"Flügel" als rechtsextrem eingestuft

    Zu den prominentesten "Flügel"-Vertretern gehört neben Höcke der Brandenburger AfD-Landeschef Andreas Kalbitz. Er ist Mitglied im Bundesvorstand. Kalbitz wollte die formelle Auflösung der Gruppierung zunächst nicht bestätigen, wie das ARD-Hauptstadtstudio berichtete. Er bleibe gegenüber dem Bundesvorstand gesprächs- und kompromissbereit, sagte er.

    Der AfD-"Flügel", der nicht zu den offiziellen Parteigliederungen zählt, wurde vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft. Die Gruppierung gilt damit offiziell als Beobachtungsfall.

    Der Bundesvorstand der AfD hatte am Freitag in Berlin mit großer Mehrheit einen Beschluss verabschiedet, in dem es heißt: "Der Bundesvorstand erwartet als Ergebnis des morgigen "Flügel"-Treffens eine Erklärung darüber, dass sich der informelle Zusammenschluss 'Flügel' bis zum 30.04.2020 auflöst."