Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

AfD-Chef Gauland hält Klimapolitik für überflüssig | BR24

© dpa-Bildfunk

AfD-Chef Alexander Gauland im ZDF-Sommerinterview

Per Mail sharen

    AfD-Chef Gauland hält Klimapolitik für überflüssig

    AfD-Chef Alexander Gauland sprach sich im ZDF-Sommerinterview gegen Klimapolitik aus. Er räumte auch ein, dass seine Partei weder über ein abgestimmtes Rentenkonzept noch über eine Digitalisierungsstrategie verfüge.

    Per Mail sharen

    Alexander Gauland mag über manche Themen nicht so gern sprechen. Im ZDF Sommerinterview ist es vor allem das Thema Digitalisierung. Der Partei- und Fraktionschef der AfD schüttelt den Kopf. Digitalisierungsstrategie? Da sei er, räumt Gauland ein, wohl der falsche Gesprächspartner:

    „Es ist allgemein bekannt, dass ich persönlich keine enge Beziehung, sagen wir mal vorsichtig, zum Internet habe. Ich bin auch kein Fachmann für diese Fragen.“
    AfD-Chef Alexander Gauland

    Wenig konkret wird Gauland auch bei einem anderen Thema: Der Rentenpolitik. Bundesarbeitsminister Heil, SPD, hat sein Rentenpaket auf den Weg gebracht. Es sieht im Kern ein stabiles Rentenniveau und stabile Beiträge bis 2025 vor. Von FDP, Grünen und Linken gibt es ebenfalls Papiere zur Zukunft der Rente. Ein Konzept der AfD aber fehlt. Noch, betont Gauland:

    „Es gibt mehrere Konzepte, die wir auf einem Parteitag, das haben wir ja beschlossen, nächstes Jahr sozusagen festmachen wollen. Und dann wird es auch ein Rentenkonzept geben.“

    Klimawandel: "Ich glaube nicht, dass es irgendetwas gibt, was wir Menschen machen können"

    Nächstes Zukunftsthema: Das Klima. Wochenlang hielten extreme Temperaturen und Trockenheit Deutschland fest im Griff. Heißzeit und Klimawandel waren in aller Munde. Ja, den Klimawandel gibt es, sagt AfD-Chef Gauland. Mit Klimapolitik aber könne man kaum Sinnvolles bewirken:

    „Wir glauben nicht, dass das sehr viel mit dem CO2-Ausstoß durch die Industrieproduktion und durch menschliches Tun zu tun hat. Wir hatten früher Heißzeiten, wir hatten früher kalte Zeiten, längst vor der Industrialisierung. Ich glaube nicht, dass es gegen den Klimawandel irgendetwas gibt, was wir Menschen machen können.“

    Flüchtlingspolitik kommt nicht zur Sprache

    Digitalisierung, Rente, Klima – hörbar ist keines davon Gaulands Leib und Magen-Thema. Das Eigentliche, die Flüchtlingspolitik, kommt im ZDF-Sommerinterview nicht zur Sprache. Nur am Rande, als der AfD-Chef gefragt wird, wofür die AfD denn nun eigentlich steht:

    „Wir sind als Partei groß geworden gegen bestimmte Fehlentwicklungen. Auf dem Gebiet sind wir auch die Oppositionspartei. Das war ursprünglich die Euro-Rettung, das ist die Flüchtlingskrise.“

    Zwischenrufe und Kritik von den Grünen

    Gauland wirkt gelassen an diesem Sommertag, beim Interview in Potsdam, wo er lebt. Auch, als ihn einige Passanten, die die Fernsehaufzeichnung aus der Distanz beobachten, als Zitat „Schande von Potsdam“ ausbuhen:

    Der 77-jährige ignoriert die Zwischenrufe. Die bilanzierende Feststellung des Moderators, die AfD könne mit zentralen Zukunftsthemen offenbar nichts anfangen, kontert Gauland schließlich so:

    „Wir sind bei diesen Themen nicht bereit, sozusagen irgendwelche Kurzschlussreaktionen mitzumachen.“

    Das ZDF-Interview war kaum geführt, als prompt die erste Reaktion folgte. Grünen-Parteichefin Annelena Baerbock sagte, Herr Gauland könne x-mal die Klimakrise für irreal erklären, die Arktis schmelze sehr real.