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"Ärzte ohne Grenzen": Corona-Zentrum auf Lesbos muss schließen | BR24

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"Ärzte ohne Grenzen": Corona-Zentrum auf Lesbos muss schließen

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"Ärzte ohne Grenzen": Corona-Zentrum auf Lesbos muss schließen

Im Flüchtlingslager von Moria herrschen miserable hygienische Zustände. Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, hatte "Ärzte ohne Grenzen" eine Station für Corona-Erkrankte eingerichtet. Doch die muss jetzt schließen.

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Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" muss ein Corona-Zentrum auf Lesbos schließen. Aufgrund von Bußgeldern der lokalen Behörden und angedrohter Strafverfolgung sehe man sich dazu gezwungen, teilte die Organisation in Berlin mit.

Die Geldstrafen seien wegen angeblicher Verstöße gegen die Stadtplanungsverordnung verhängt worden. Das Isolationszentrum für Covid-19-Verdachtspatienten befindet sich in der Nähe des Flüchtlingslagers Moria.

Ausbreitung befürchtet

"Wir sind zutiefst enttäuscht, dass die Behörden auf Lesbos diese Bußgelder und die Drohung mit einer Klage aufrechterhalten", erklärte Stephan Oberreit, Landeskoordinator von "Ärzte ohne Grenzen" in Griechenland.

Die Behörden seien nicht in der Lage, den Betrieb des Isolationszentrums weiterhin zu gewährleisten. Ein Ausbruch in dem überfüllten Flüchtlingslager von Moria, in dem miserable hygienische Zustände herrschten, könne schreckliche Folgen haben.

Das am 6. Mai eröffnete Zentrum sei die einzige Einrichtung auf Lesbos, in der Flüchtlinge mit Corona-Symptomen isoliert werden könnten. Zuvor sei es mit Unterstützung der Behörden entstanden.

Athen will Situation in den Griff bekommen

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa ist aus Regierungskreisen in Athen zu vernehmen, dass das Migrationsministerium die Situation um Moria selbst in den Griff bekommen will. Bis 20. August soll dort ein von Griechenland betriebenes neues Gesundheitszentrum für Covid-19-Verdachtsfälle eröffnet werden.

"Ärzte ohne Grenzen" erklärte sich dazu bereit, die griechische Regierung weiterhin zu beraten, um das Risiko einer Ausbreitung von Covid-19 unter den Flüchtlingen zu verringern. Die weiteren Projekte der Hilfsorganisation in der Region würden zudem fortgesetzt.

In Moria ist bislang kein Corona-Infektionsfall diagnostiziert worden. In dem Lager leben laut "Ärzte ohne Grenzen" rund 15.000 Menschen. 300 davon zählten zur Hochrisikogruppe.

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© BR

Die in München geborene Filmemacherin Juno Meinecke hat mit Mitstreitern die Plattform "Files from Moria" geschaffen. Dort sammelt sie die Handyvideos der Flüchtlinge, die im Lager Moria ausharren.