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Ägyptens Staatschef stuft Autoexplosion als "Terrorakt" ein | BR24

© dpa-Bildfunk / Mohamed El Raai

Ein Geisterfahrer ist auf einer Schnellstraße in Kairos Innenstadt mit drei Autos zusammengestoßen und hat eine schwere Explosion ausgelöst.

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Ägyptens Staatschef stuft Autoexplosion als "Terrorakt" ein

Ein unbekannter Geisterfahrer hat in der Nacht zum Montag in Kairo einen Unfall und eine schwere Explosion ausgelöst. Mindestens 20 Menschen starben, 47 weitere wurden verletzt. Der ägyptische Präsident bezeichnete die Tat als Terrorakt

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Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat die Geisterfahrt eines Unbekannten durch die Innenstadt von Kairo als "Terrorakt" eingestuft. Der Falschfahrer hatte einen Unfall und eine schwere Explosion ausgelöst bei der mindestens 20 Menschen starben und 47 weitere verletzt wurden.

Sprengstoff in Auto entdeckt

Laut dem ägyptischen Innenministerium wurde im Auto des Unbekannten Sprengstoff entdeckt. Der Geisterfahrer war in der Nacht zum Montag auf der Schnellstraße Corniche unterwegs, die am Nil entlang durch die ägyptische Hauptstadt führt. In der Nähe des Nationalen Krebsinstituts stieß er offiziellen Angaben zufolge mit drei Autos zusammen. Daraufhin kam es zu der schweren Explosion.

Schwere Explosion vor Krebsinstitut

Augenzeugen berichteten, in der Klinik seien durch die Wucht der Explosion mehrere Fensterscheiben zu Bruch gegangen. Das Krebsinstitut habe evakuiert werden müssen, hieß es in einer Mitteilung. "Teile vom Dach des Krankenhauses sind eingestürzt, als ich aus meinem Zimmer raus bin", sagte Mahmud al-Sajed, ein Patient des Instituts. "Überall sind Leute gerannt und haben geschrien."

Das Gebäude liegt nur wenige Kilometer vom Tahrir-Platz entfernt. In der Gegend befinden sich mehrere Regierungsgebäude, darunter das Justizministerium, das Büro des Premierministers und Botschaften. Zunächst waren die Behörden von einem Unfall ausgegangen.

Al-Sisi: "Feiger Terrorakt"

Ägyptens Präsident al-Sisi bezeichnete die Tat am Montag auf Twitter als "feigen Terrorakt". Er sprach den Angehörigen und Verletzen sein Beileid aus und kündigte an, den Terrorismus auszurotten.

Gesundheitsministerin Hala Sajed sagte im Fernsehen, an der Explosionsstelle seien nicht näher identifizierte Leichenteile gesammelt worden. Es sei möglich, dass einige Leichen im Nil gelandet seien.

Islamistische Terrorgruppe für Vorfall verantwortlich?

Die Polizei vermutet nach eigenen Angaben, dass die islamistische Terrorgruppe Hasm für den Anschlag verantwortlich ist. Das Auto sei im Nildelta gestohlen worden, um einen Terroranschlag zu verüben. In der Vergangenheit hat sich Hasm mehrfach zu Anschlägen in Ägypten bekannt. Die Behörden des Landes betrachten die Gruppe als bewaffneten Flügel der islamistischen Muslimbruderschaft, die in Ägypten verboten ist und als Terrororganisation eingestuft wird.

Anschläge in Ägypten keine Seltenheit

In Ägypten kommt es vor allem im Norden der Sinai-Halbinsel immer wieder zu Terroranschlägen und Razzien gegen islamistische Extremisten. Mitte Mai war nahe der Pyramiden von Giseh ein Sprengsatz explodiert, als ein Bus mit Touristen vorbeifuhr. Mehrere Urlauber aus Südafrika wurden damals durch Glassplitter verletzt.

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Ein Unbekannter hat in der Nacht zum Montag in Kairo einen Unfall und eine schwere Explosion ausgelöst. Mindestens 20 Menschen starben, 47 weitere wurden verletzt. Der ägyptische Präsident bezeichnete die Tat als "Terrorakt".