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Ägyptens Ex-Staatschef Mubarak ist tot | BR24

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Der frühere ägyptische Staatschef Hosni Mubarak ist tot. Er starb nach Angaben seiner Familie mit 91 Jahren in Kairo. Mubarak war während des Arabischen Frühlings 2011 gestürzt worden, nachdem er fast 30 Jahre lang autokratisch regiert hatte.

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Ägyptens Ex-Staatschef Mubarak ist tot

Der frühere ägyptische Staatschef Hosni Mubarak ist tot. Er starb nach Angaben seiner Familie mit 91 Jahren in Kairo. Mubarak war während des Arabischen Frühlings 2011 gestürzt worden, nachdem er fast 30 Jahre lang autokratisch regiert hatte.

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Mubarak hatte seine letzten Lebensjahre zu großen Teilen in einem Militärkrankenhaus in Kairo verbracht. Gegen ihn liefen mehrere Prozesse, in denen er teilweise zu Haftstrafen verurteilt wurde. Im März 2017 sprach dann das oberste Gericht Ägyptens den Ex-Staatschef von dem Vorwurf frei, Mitschuld am Tod von mehr als 800 Demonstranten während der Aufstände 2010 und 2011 gehabt zu haben und ließ ihn frei.

Vermittler im Nahost-Konflikt

Der Sohn eines Beamten aus dem Nildelta wurde nach seinem Amtsantritt 1981 vor allem durch seine Vermittlungsbemühungen im Nahost-Konflikt und das Festhalten am Friedensvertrag mit Israel zu einem wichtigen Partner des Westens. Daran änderten auch Menschenrechtsverletzungen und geschobene Wahlen des autoritären Herrschers nichts.

Autoritäre Herrschaftsmethoden

Mubarak baute seine Macht beharrlich aus und schaffte es, das Ansehen Ägyptens nach dem in der Region heftig kritisierten Friedensschluss mit Israel wieder zu mehren. In seinen letzten Jahren als Staatschef machte ihm aber der saudische König Abdullah seine einflussreiche Position in der arabischen Welt mehr und mehr streitig. Zudem wurde die Wirtschaft Ägyptens von der Weltwirtschaftskrise 2008 hart getroffen.

Gegen islamistische Extremisten in Ägypten griff Mubarak mit harter Hand durch. Mit autoritären Methoden wurden vor allem in Vierteln der Unterschichten viele angebliche Radikale festgenommen und weggesperrt. Dabei gewann die islamistische Organisation der Muslimbruderschaft kontinuierlich an Einfluss.

Sturz nach 18 Tagen

Die autoritäre Herrschaft und fehlende Mitspracherechte, aber auch grassierende Korruption, die darbende Wirtschaft und schleppende Reformen erregten Unmut in der Bevölkerung. Vor allem junge Menschen wandten sich während der arabischen Aufstände 2011 immer mehr gegen Mubarak. Nach turbulenten 18 Tagen, in denen die Welt auf die Jugend Ägyptens und die Massenproteste am Tahrir-Platz schaute, musste er sein Amt aufgeben.

Seitdem ist Ägypten nur teilweise zur Ruhe gekommen. Der 2012 gewählte Islamist und Muslimbruder Mohammed Mursi wurde nach Massenprotesten 2013 vom Militär gestürzt. Seit 2014 regiert der autoritäre Armeechef Abdel Fattah al-Sisi das Land, das sich in einer schweren Wirtschaftskrise befindet. Repressionen gegen Oppositionelle und die Medien werden als härter empfunden als unter Mubarak. Die Muslimbrüder sind verboten und werden als Terroristen verfolgt.