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Der ADAC erwartet am kommenden Wochenende überall in Deutschland Staus auf den Autobahnen, vor allem in Richtung Süden.

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    ADAC: Mehr Stau in den Sommerferien als vor Corona

    Sommerferienzeit ist auch immer Stauzeit in Deutschland. Der ADAC rechnet ab dem Wochenende sogar mit noch volleren Straßen als vor Corona. Denn Inlandsreisen stehen pandemiebedingt gerade hoch im Kurs - und Bayern ist da ein attraktives Reiseziel.

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    Von
    • David Donocik
    • BR24 Redaktion

    Am kommenden Wochenende starten mit Bayern und Baden-Württemberg auch die letzten beiden Bundesländer in die Schulsommerferien. Der ADAC erwartet überall in Deutschland Staus auf den Autobahnen - mehr als vor Corona und besonders im Freistaat.

    Verändertes Reiseverhalten

    "Es wird wieder voll", sagte Alexander Kreipl, Verkehrsexperte des ADAC Südbayern. Bereits an den ersten Wochenenden der Sommerferien in anderen Bundesländern habe man deutschlandweit rund 15.000 Staumeldungen gehabt - etwa 2.000 mehr als 2019.

    Wichtigster Treiber ist Kreipl zufolge der stärker werdende Inlandstourismus aufgrund der coronabedingten Verunsicherung bei Auslandsreisen. Gerade Bayern wird als Reiseziel hoch im Kurs stehen. Zudem enden die Ferien in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein und eine Woche später in Berlin, Brandenburg und Hamburg. Daher wird es in den nächsten Wochen auch viel Rückreiseverkehr durch Bayern geben.

    Erster Reiseverkehrs-Höhepunkt am Samstag

    Weil der letzte Schultag in Bayern auf den kommenden Donnerstag fällt, erwartet Kreipl bereits an diesem Tag den Beginn des Reiseverkehrs. Am Freitag werde er weiter ansteigen und am Samstag seinen ersten Höhepunkt erreichen.

    Besonders auf den Autobahnen Richtung Süden, an den neuralgischen Punkten rund um München und auf der Autobahn A8 Richtung Salzburg werde es wesentlich mehr Verkehr geben, sagt Kreipl. Darüber hinaus bremsen Baustellen den Verkehr - unter anderem auf der A3 bei Regensburg und Passau, auf der A9 am Dreieck Holledau, auf der A95 bei Schäftlarn, der A96 bei Memmingen und der B2 zwischen Oberau und dem Tunnel Farchant. In Österreich wird es auf der Tauernautobahn eng. An den Wochenenden werden zwischen 6 und 20 Uhr zahlreiche Abfahrten für den Durchfahrtsverkehr gesperrt.

    Wartezeiten an den Grenzen

    Auch an den Grenzübergängen erwartet Kreipl längere Wartezeiten, wegen der dortigen Corona-Kontrollen. Am Übergang Passau - Suben habe es am vergangenen Wochenende bereits zwei Stunden Wartezeit gegeben - ohne Sommerferien in Bayern.

    Insgesamt müssen Reisende neben Stau auch die Corona-Situationen ihrer Urlaubsziele im Blick behalten. Wegen der stark steigenden Inzidenzen in vielen Ländern kann sich Lagen ständig ändern. Beispiel Spanien: Am 11. Juli wurde das Land als Risikogebiet eingestuft, seit heute jedoch zählt es zu den Hochinzidenzgebieten mit einem Wert von mindestens 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Gleiches gilt für die Niederlande, Portugal und Großbritannien.

    Grafik: Corona-Inzidenzen in Europa

    Mehr Kosten durch Quarantäne

    Wer sich bei einer Flugreise im Urlaubsland infiziert, muss sich vor Ort in Quarantäne begeben. Miriam Hördegen, Tourismusexpertin beim ADAC sagt: "Wenn ich mich Ort infiziere, komme ich in ein Quarantänehotel. Das sind Hotels, die die einzelnen Regierungen angemietet haben, um die positiv Getesteten unterzubringen." Erst wenn man wieder negativ ist, darf man das Land wieder verlassen. Die Mehrkosten, Übernachtungskosten, Transfer und Rückreise müsse man selbst übernehmen. "Alle Ausfälle wie auch Verdienstausfälle, wenn ich nicht pünktlich zur Arbeit zurückkomme, muss ich selbst bezahlen." Einige Regierungen übernehmen immerhin die Übernachtungskosten in den Quarantänehotels, wie zum Beispiel auf Mallorca.

    Empfehlung: Pauschalreise über Reiseveranstalter buchen

    Hördegen empfiehlt allen, die jetzt eine Urlaubsreise planen, eine Pauschalreise über einen Reiseveranstalter: "Weil wir da über die Pauschalreiserichtlinie anders abgesichert sind." Im konkreten Fall würde bei einer Hochstufung vor Ort der Reiseveranstalter für die Rückreise und Flug verantwortlich sein. Bei Individualreise müsse man hoffen, dass der Hotelier oder Ferienwohnungsbesitzer vor Ort Stornobedingungen bereithält, um im Falle einer Infektion zum Beispiel die Möglichkeit zu haben, länger in der Ferienwohnung zu bleiben.

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