Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

ADAC: Kein Strom für E-Autos in Tiefgaragen und auf Parkplätzen | BR24

© Sven Hoppe/dpa

ADAC: Tiefgaragen ohne Strom für E-Autos

Per Mail sharen
Teilen

    ADAC: Kein Strom für E-Autos in Tiefgaragen und auf Parkplätzen

    Für Eigenheimbesitzer ist das Laden eines E-Autos über Nacht eine einfache Sache. Aber wie sieht es für E-Autofahrer aus, die in einem Mehrfamilienhaus wohnen? Gar nicht gut, fand der ADAC heraus. In den meisten Tiefgaragen gibt es keine Steckdose.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Zwei Drittel der Deutschen wohnen in Mehrfamilienhäusern und haben kaum eine Möglichkeit, ein Elektroauto zu Hause zu laden. Denn in 96 Prozent der Tiefgaragen gibt es laut ADAC nicht einmal eine gewöhnliche Steckdose dafür. Nur zwei Prozent der untersuchten Tiefgaragen und Parkflächen mit mehr als zehn Stellplätzen hätten zumindest eine Ladesäule oder eine Wandbox.

    Kaum Lademöglichkeiten in Tiefgaragen

    Der ADAC hatte 310 Immobilienunternehmen in elf Großstädten befragt, die zusammen 4815 große Tiefgaragen und Parkflächen verwalten. "Vier von fünf dieser Unternehmen haben in keinem einzigen ihrer Gebäude eine Lademöglichkeit für Elektroautos.

    Bei den wenigen Unternehmen, die Wallboxen in ihrem Gebäudebestand haben, sind diese in der Regel nur in vereinzelten Objekten installiert", heißt es in der Studie. Nur ein Viertel der befragten Unternehmen erwäge, in den nächsten drei Jahren Lademöglichkeiten einzurichten.

    Hohe Kosten und technische Schwierigkeiten

    Als Hauptgrund nannten die Verwalter "das nicht geäußerte Interesse seitens der Mieter und Eigentümer", so der ADAC. Von den 47,1 Millionen Autos in Deutschland sind laut Kraftfahrtbundesamt nur 0,2 Millionen Elektro- oder Hybridautos, die Strom tanken können. Als weitere Gründe nannten die Immobilienverwalter hohe Kosten, technische Probleme und rechtliche Unsicherheiten.

    Mietrecht bremst den Einbau von Ladesäulen

    Ein zentrales Hemmnis ist laut dem Energieverband BDEW demnach auch das Miet- und Wohneigentumsrecht. So könne in einer Wohnungseigentümergemeinschaft ein Eigentümer nur dann eine Ladesäule aufstellen, wenn alle anderen Eigentümer dieser Gemeinschaft einwilligten. Zudem könne in einer Mietimmobilie der Vermieter den Bau einer Ladesäule verweigern.

    Wandboxen statt Steckdose

    Eine Haushaltssteckdose reicht für das Aufladen von Elektroautos auf Dauer nicht aus. Bei langem Laden unter hoher Last kann es zu einem Kabelbrand kommen. Wandboxen können gefahrlos fünf oder zehn Mal so schnell laden. ADAC-Vizepräsident Gerhard Hillebrand forderte, der Gesetzgeber müsse den Einbau von Ladestationen erleichtern.