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ADAC: Diesel-Hardware-Nachrüstungen funktionieren nur bedingt | BR24

© pa/dpa/Marijan Murat

Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen), Verkehrsminister von Baden-Württemberg, steht vor einem nachgerüsteten Mercedes-Benz Sprinter.

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    ADAC: Diesel-Hardware-Nachrüstungen funktionieren nur bedingt

    Diesel-Fahrzeuge mit einer Hardware-Nachrüstung stoßen einem ADAC-Test zufolge auf Dauer zwar deutlich weniger Stickoxide aus. Wenn es draußen kalt wird, halten die Systeme die von der Bundesregierung vorgegebenen Grenzwerte trotzdem noch nicht ein.

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    Der ADAC-Landesverband Württemberg hat mit einem Langzeit-Alltagstest die grundsätzliche Wirksamkeit von Hardware-Nachrüstungen für Dieselfahrzeuge nachgewiesen. Der Stickoxid-Ausstoß könne laut Automobilclub dauerhaft um bis zu 80 Prozent gesenkt werden.

    Probleme bei kühleren Temperaturen

    Nachholbedarf bei den Nachrüstungen sieht man dagegen bei kühleren Temperaturen. Sinken die Temperaturen nämlich unter fünf Grad Celsius, so halten die Systeme die mittlerweile von der Bundesregierung vorgegebenen Grenzwerte von 540 Milligramm Stickoxid pro Kubikmeter immer noch nicht ein. Der ADAC sieht deshalb jetzt die Autoindustrie in der Pflicht.

    "Sie muss dafür sorgen, dass die Emissionen ihrer Autos bei niedrigen Temperaturen nicht so stark ansteigen wie bisher." ADAC Württemberg

    Der Autofahrerclub hatte bereits vor gut einem Jahr zu Hardware-Nachrüstungen als potenzielle Lösung beim Stickoxid-Ausstoß bestätigt. Bei der neuen Untersuchung mit drei verschiedenen Fahrzeugen und Systemen unterschiedlicher Hersteller ging es nun um den Langzeit-Effekt bei einer Fahrleistung von 50.000 Kilometern.

    Diesel-Nachrüstsysteme ab Herbst auf dem Markt

    Erste Nachrüstsysteme dürften wohl im Herbst 2019 auf den Markt kommen, hieß es. Auch das Stuttgarter Verkehrsministerium, das den Test unterstützt und mitfinanziert hatte, sieht darin einen Ausweg gegen Fahrverbote.

    "Die Hardware-Nachrüstung ist machbar und kann auch dauerhaft funktionieren." Winfried Hermann, Verkehrsminister Baden-Württemberg

    Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und auch die Hersteller hatten sich lange gegen Hardware-Nachrüstungen gesträubt, dann aber im vergangenen Jahr einen Kompromiss für die Finanzierung erzielt. Alle Fahrzeugbauer machen dennoch nicht mit: Daimler etwa hält zwar prinzipiell Software-Updates und Kaufanreize für moderne Autos für sinnvoller, hat aber zugesagt, bis zu 3.000 Euro für Hardware-Nachrüstungen zu erstatten. VW will auch Entschädigungen zahlen, rät aber von Nachrüstungen ab. BMW wiederum beteiligt sich nicht an Zahlungen und verweist auf seine rechtlich genehmigten Motoren.