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Abschiebeflug aus München in Afghanistan gelandet | BR24

© dpa-Bildfunk

Abschiebeflug aus München

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    Abschiebeflug aus München in Afghanistan gelandet

    Nach Angabe des afghanischen Flüchtlingsministeriums ist am Morgen ein Abschiebeflug aus Deutschland in Kabul gelandet. Die Maschine kam aus München und hatte 17 Abgeschobene an Bord.

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    Insgesamt war es der 17. Abschliegeflug von Deutschland nach Afghanistan. Er landete gegen 8 Uhr Ortszeit in der Hauptstadt Kabul. Damit wurden seit 2006 insgesamt 383 Afghanen wieder in ihr Heimatland gebracht.

    Acht der Abgeschobenen hätten zuletzt in Bayern gelebt, teilte das bayerische Landesamt für Asyl und Flüchtlinge mit . Drei davon seien rechtskräftig verurteilte Straftäter gewesen, hieß es.

    Passauer Afghane nicht an Bord

    Der für die Sammelabschiebung vorgesehene 23-jährige Majtaba A. aus Passau saß nicht in der Maschine. Ihn hatte die Regierung von Niederbayern wieder von der Liste genommen, weil man erneut "Hinweise auf eine Beschäftigungsmöglichkeit und seine Integrationsleistungen" klären und bewerten wollte, so die Regierung von Niederbayern auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks. Der junge Mann hat Aussicht auf einen Ausbildungsplatz als Koch in einem Passauer Gasthof.

    Sicherheitslage in Afghanistan

    Die Abschiebungen sind umstritten, weil sich in Afghanistan der Krieg mit den radikalislamischen Taliban und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausweitet. Rund 35 Sicherheitskräfte der Regierung sterben täglich in Gefechten und bei Anschlägen, wie es aus Militärkreisen heißt. Laut einem UN-Bericht erreichte im ersten Halbjahr die Zahl der getöteten Zivilisten mit fast 1.700 den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2009.

    Protest von Seiten des UNHCR

    Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl wirft der Bundesregierung vor, neue UN-Einschätzungen zur Sicherheitslage in Afghanistan bei ihrer Abschiebepraxis zu ignorieren. Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt verwies in Berlin auf Feststellungen des UN-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR vom 30. August, wonach die Hauptstadt Kabul generell als Schutzort für Betroffene ausgeschlossen sei.

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    • BR24 Redaktion
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