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Abholzung am Amazonas: Drei Fußballfelder pro Minute | BR24

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Bildrechte: dpa/papicture-alliance/Werner Rudhart

Abholzung des brasilianischen Urwalds auf Zwölf-Jahres-Hoch

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Abholzung am Amazonas: Drei Fußballfelder pro Minute

11.000 Quadratkilometer Wald, mehr als 600 Millionen Bäume, im Schnitt drei Fußballfelder pro Minute: Der brasilianische Amazonas-Regenwald hat innerhalb eines Jahres dramatisch an Fläche verloren. Neue Satellitenbilder dokumentieren die Zerstörung.

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Von
  • BR24 Redaktion

Die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes hat innerhalb eines Jahres um fast zehn Prozent zugenommen. Zwischen August 2019 und Juli 2020 wurden demnach mehr als 11.000 Quadratkilometer Wald illegal abgeholzt, wie die brasilianische Weltraumbehörde Inpe mitteilte. Das sei die größte abgeholzte Fläche innerhalb eines Jahres seit 2008.

Präsident Bolsonaro treibt Abholzung voran

Seit dem Amtsantritt von Brasiliens Präsidenten Jair Bolsonaro vor knapp zwei Jahren hat die Vernichtung des Amazonas-Regenwaldes deutlich zugenommen. In den vergangenen Monaten drangen nach Berichten des Indianermissionsrats "CIMI" verstärkt illegale Holzfäller in die Schutzgebiete. Da Bolsonaro die Mittel des Umweltministeriums drastisch zusammenstreichen ließ, gibt es auch keine Verfolgung der illegalen Abholzung.

Bereits vor Amtsantritt hatte Bolsonaro versprochen, den Regenwald wirtschaftlich zu erschließen und keine weiteren Schutzgebiete für Ureinwohner auszuweisen. Die Daten von Inpe, das seit 30 Jahren die Abholzung des Regenwaldes via Satellit dokumentiert, tat er im vergangenen Jahr öffentlich als "Lüge" ab.

WWF und Greenpeace attackieren Brasiliens Regierung

Umweltorganisationen wie WWF und Greenpeace erneuern nun ihre harte Kritik an Bolsonaro; dessen Politik sei "pures Gift für den Amazonas", kommentierte der Brasilien-Referent der Umweltorganisation WWF, Roberto Maldonado: "Bolsonaro verfolgt hier wirtschaftliche Interessen: Und solange die weltweite Nachfrage nach Futtermittelsoja und Rind steigt, werden auch weiter Wälder für Weideflächen weichen." Auch Deutschland steht demnach als einer der Abnehmer dieser Waren in der Verantwortung.

Greenpeace-Sprecherin Cristiane Mazzetti nannte die "Vision der Bolsonaro-Regierung für die Entwicklung des Amazonas-Gebietes einen Rückschlag hin zu der ungezügelten Abholzung in der Vergangenheit". Die Brasilianische Klima-Beobachtungsstelle, ein Zusammenschluss aus Umweltorganisationen, erklärte: Wegen der Zerstörung des Regenwades sei Brasilien wahrscheinlich der einzige große Treibhausgasemittent, der trotz der Lähmung der Wirtschaft durch die Corona-Pandemie seinen Treibhausgasausstoß erhöht habe.

Amazonas-Dschungel: Für Klimaschutz elementar

Der Amazonas-Regenwald ist für den Klimaschutz von zentraler Bedeutung - er gilt als "grüne Lunge" der Erde. Die Bäume können CO2 aufnehmen und speichern. Wenn sie jedoch abbrennen, absterben oder abgeholzt werden, gelangt das Treibhausgas wieder in die Atmosphäre. Umweltschützer warnen schon länger, dass 2020 das zerstörerischste Jahr für den größten Regenwald der Erde werden könnte.

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