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Neue Studie: 43.000 Tote wegen schmutziger Luft | BR24

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Die Debatte über Folgen der Schadstoffbelastung bekommt durch eine Studie der Forschungsorganisation ICCT neue Nahrung. Demnach starben 2015 in Deutschland etwa 43.000 Menschen vorzeitig wegen verpesteter Luft. Ein gewichtiger Faktor: der Verkehr.

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Neue Studie: 43.000 Tote wegen schmutziger Luft

Die Debatte über Folgen der Schadstoffbelastung bekommt durch eine Studie der Forschungsorganisation ICCT neue Nahrung. Demnach starben 2015 in Deutschland etwa 43.000 Menschen vorzeitig wegen verpesteter Luft. Ein gewichtiger Faktor: der Verkehr.

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Herz- und Lungenprobleme, Krebs, Atemwegsinfektionen und Diabetes – diese Erkrankungen entstehen häufig durch schmutzige Luft. Das International Council on Clean Transportation (ICCT) hat gemeinsam mit Forschern der George Washington Universität und der Universität Colorado Boulder berechnet, wie viele Menschen frühzeitig an den Folgen schlechter Luft gestorben sein sollen.

In Deutschland waren demnach 2015 rund 43.000 vorzeitige Todesfälle auf Feinstaub und Ozon zurückzuführen. Ein wichtiger Faktor dabei ist in Deutschland der Verkehr.

13.000 frühzeitige Todesfälle in Deutschland wegen Abgasen

Wegen der Emissionen von Fahrzeugen starben laut der Studie in Deutschland im Jahr 2015 etwa 13.000 Menschen vorzeitig – fast ein Drittel aller Fälle. Eine wesentliche Rolle spielen nach Einschätzung der Autoren ältere Diesel-Fahrzeuge.

Im Vergleich liegt die Bundesrepublik an vierter Stelle – hinter China, Indien und den USA. Weltweit sollen an den Folgen von Feinstaub und Ozon aus dem Verkehrsbereich 2015 385.000 Menschen frühzeitig gestorben sein.

Die Forschungsorganisation ICCT, die maßgeblich an der Aufdeckung des VW-Dieselskandals im September 2015 beteiligt war, hat für die Berechnungen Abgasemissionen berücksichtigt, die Pkw, Bussen, Schiffen sowie Landwirtschafts- und Baufahrzeugen zugerechnet werden.

ICCT spricht von "Hochrechnung"

Kritiker hatten in der Vergangenheit bei ähnlichen Studien bemängelt, der direkte Zusammenhang zwischen der Schadstoffbelastung in der Luft und einer bestimmten Zahl frühzeitiger Todesfälle sei nur schwer nachweisbar. Peter Mock, Geschäftsführer vom ICCT Europe in Berlin betont, dass es sich bei den ermittelten Zahlen um eine Hochrechnung handelt. Für die Studie seien "neueste Daten zum Emissionsverhalten von Fahrzeugen mit epidemiologischen Modellen" zusammengeführt worden, erklärt das ICCT die Methodik.

Luftbelastung sorgt für Kosten in Milliardenhöhe

In ihrer jüngsten Untersuchung hat das ICCT auch Kosten durch die Feinstaub- und Ozon-Belastung beziffert. "Die gesellschaftlichen Kosten, die durch die negativen Auswirkungen des Verkehrs auf die menschliche Gesundheit verursacht werden, summieren sich in Deutschland auf 97 Milliarden Euro", so das ICCT.

Die Studienautoren fordern vor diesem Hintergrund eine ehrgeizige Handlungspolitik, zum Beispiel mit Blick auf Fahrverbote, Nachrüstung von älteren Diesel-Fahrzeugen oder Förderangebote für emissionsfreien Verkehr.

Autor
  • Arne Meyer-Fünffinger
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