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Bayern, Passau: Polizistin der Bayerischen Grenzpolizei auf der Autobahn 3.

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    Ab Sonntag Grenzkontrollen zu Tschechien und Österreich

    Wegen des gehäuften Auftretens von Mutanten des Coronavirus soll es wieder Kontrollen an den Grenzen Deutschlands zu Tschechien und zum österreichischen Bundesland Tirol geben. Das hat das Bundesinnenministerium bekannt gegeben.

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    Von
    • Marcus Overmann
    • BR24 Redaktion

    Nach der Ausbreitung des mutierten Coronavirus in Tschechien und Teilen Österreichs hat die Bundesregierung neue Einreisebeschränkungen und Grenzkontrollen beschlossen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden Tschechien und Tirol als sogenannte Virusmutationsgebiete eingestuft.

    Binnengrenzkontrollen, also Kontrollen an Landesgrenzen innerhalb des EU-Gebiets, seien jetzt erforderlich, um zu verhindern, dass Virusmutanten nach Deutschland gelangen, erklärt das Bundesinnenministerium. Die Grenzkontrollen sollen ab Sonntag gelten.

    438 Fälle der südafrikanischen Corona-Mutante in Tirol

    In Tirol breitet sich die südafrikanische Corona-Mutante aus. Diese gilt als äußerst ansteckend. 438 Fälle wurden in Tirol bis Donnerstagnachmittag festgestellt. Die Behörden gehen davon aus, dass die Zahlen weiter steigen werden. In Österreich wurde deshalb angeordnet, dass jeder, der Tirol verlassen will, einen Corona-Test vorlegen muss. Dieser Test darf nicht älter als 48 Stunden sein.

    Tschechien kündigt unterdessen das Abriegeln von drei Bezirken an, davon liegen zwei an der Grenze zu Deutschland. Betroffen sind unter anderem die an Bayern grenzenden Bezirke Cheb-Eger und Sokolov-Falkenau, wie die Regierung in Prag mitteilte. Personen dürften das Gebiet nicht mehr verlassen und es dürften auch keine Fremden mehr einreisen.

    Noch keine Angaben zu Ausnahmen

    Die deutsche Bundesregierung stimmt sich derzeit mit allen beteiligten europäischen Partnern ab, um unter anderem auch mögliche Ausnahmetatbestände zu klären. Denn natürlich würden Grenzkontrollen zu Österreich und Tschechien Auswirkungen auf Berufspendler und den Warenverkehr haben.

    Welche Ausnahmen es geben wird, dazu machte das Bundesinnenministerium heute noch keine näheren Angaben. Ein Sprecher teilte mit, dass in den kommenden Tagen mit einer konkreten Ausnahmeregelung zu rechnen sei.

    Sorgen bei der Autoindustrie

    Die deutsche Autoindustrie meldet große Sorgen an. "Unsere Industrie ist angewiesen auf die täglichen Zulieferungen der Werke in Ungarn, Tschechien, der Slowakei und vielen anderen Ländern in Süd- und Osteuropa", sagt Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA). Wenn die Lieferungen unterbrochen würden, hätte das schnell Auswirkungen auf deutsche Produktionsstätten. Diese müssten dann die Arbeit einstellen.

    Der Verband schlägt vor, den Lieferverkehr weiterhin aufrechtzuerhalten und dazu Lieferanten auf Corona zu testen und sie verpflichtend bei den Behörden anzumelden. So ließe sich verhindern, dass Virus-Mutanten über die Grenze gelangen.

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