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Ab Montag dürfen Betriebsärzte gegen Corona impfen. Doch der Impfstoff ist knapp.

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    Ab Montag impfen Betriebsärzte gegen Corona

    Auch in Unternehmen kann ab Montag bundesweit gegen Corona geimpft werden - zumindest theoretisch. Impfstoffe sind knapp. Und deshalb müssen wohl viele Arbeitnehmer noch warten.

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    Von
    • Thomas Pösl

    Siemens, Audi, Schaeffler - Bayerns Großunternehmen haben sich vorbereitet und wollen mit dem Impfen starten. Doch der Auftakt ist holprig. "Die Betriebe wollen und könnten mehr als die doppelte Menge verimpfen", sagt Steffen Kampeter. Er ist der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA). Kampeter bezeichnet die bundesweit zugesagten 700.000 Impfdosen als nur einen Einstieg. "Wir können allenfalls von einem Warm-Up sprechen. Für eine Impfexplosion reichen diese Dosen nicht aus", erklärt Kampeter. Der Verband fordert, die Impfzuteilungen schnell zu steigern. 6.000 Betriebsärzte stehen der BDA zufolge bundesweit bereit.

    Impfstraße kommt nicht zum Einsatz

    Das Unternehmen MAN Energy Solutions in Augsburg hat seine Impfstrategie der zu erwartenden geringeren Lieferung angepasst. Der Schiffsmotorenbauer plante ursprünglich, im hauseigenen MAN-Museum Impfstraßen einzurichten.

    Laut einem Unternehmenssprecher reiche es jedoch, die Impfungen in den Räumen des Werksarztes durchzuführen. Mitte der Woche solle es losgehen. Der Impfbedarf sei außerdem von Woche zu Woche geringer geworden, weil viele Mitarbeiter auch schon über ihre Hausärzte oder die Impfzentren geimpft worden sein.

    Kein gleichzeitiger Impfstart in Bayerns Unternehmen

    Auch AGCO Fendt plant seine rund 4.000 Mitarbeiter am Standort Marktoberdorf im Haus zu impfen. Der Traktorenhersteller will nach eigenen Angaben zur Wochenmitte damit beginnen. Mit einem Impfbeginn erst Mitte Juni rechnet die Molkerei Müller in Aretsried im Landkreis Augsburg. 

    Betriebsärzteverband befürchtet knappe Impflieferungen 

    Die Hoffnungen auf ein zügiges Voranschreiten der Impfungen in Betrieben dämpft auch der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e. V. Dessen Vizepräsidentin Dr. Anette Wahl-Wachendorf zeigt sich über die erste Lieferung mit 700.000 Biontech-Dosen zwar zufrieden. Dennoch wisse man jetzt schon, dass sich die zukünftigen Dosen unterhalb dieses Wertes befinden werden. 

    Erkenntnisse aus Modellprojekt

    Den Impfbetrieb erprobt haben bayerische Unternehmen in den vergangenen Wochen in Modellprojekt "Impfallianz". Gemeinsam mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft hat das Bayerische Gesundheitsministerium Betriebe in Hochinzidenzgebieten ausgewählt. Jeder Regierungsbezirk wurde berücksichtigt. Verschiedene Branchen wurden einbezogen. Geimpft haben vielerorts zudem auch schon Werksärzte, die eine eigene Hausarztpraxis betreiben. Den Impfstart bei BMW in München werden am Montag um 14 Uhr Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Klaus Holetschek begleiten.

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