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Ab heute in Kraft: Fahrverbot auf Tiroler Landstraßen | BR24

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Seit heute um 7 Uhr sind Tirols Landstraßen für den Durchreiseverkehr gesperrt. Das Fahrverbot für Transitreisende gilt an den Wochenenden bis September. Die bayerischen Nachbarn kritisieren das österreichische Bundesland harsch.

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Ab heute in Kraft: Fahrverbot auf Tiroler Landstraßen

Seit heute um 7 Uhr sind Tirols Landstraßen für den Durchreiseverkehr gesperrt. Das Fahrverbot für Transitreisende gilt an den Wochenenden bis September. Die bayerischen Nachbarn kritisieren das österreichische Bundesland harsch.

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Der Bürgermeister von Kiefersfelden, Hajo Gruber, kämpft seit Jahren gegen den zunehmenden Verkehr in seiner Grenzgemeinde. Viele Autofahrer, die sich die Mautgebühren sparen wollen, oder die Grenzkontrolle umfahren möchten, benutzen die Landstraßen und verstopfen besonders an den Wochenenden die Transitwege.

Wochenendfahrverbot bis 14. September

Damit soll jetzt vorerst Schluss sein. Das Land Tirol hat für den Transitverkehr ein Fahrverbot verhängt, jeweils gültig von Samstagmorgen bis Sonntagabend bis zum 14. September, für Lkw, Pkw und Motorräder.

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Gesperrte Landstraßen in Tirol

Kritik aus Bayern

Bayerns CSU-Verkehrsminister Hans Reichhart ist empört. Die Sperrung der Tiroler Landstraßen für den Transitverkehr sei pure Schikane. Der Minister stellte Gegenmaßnahmen auf bayerischer Seite in Aussicht, falls die EU-Kommission das Verhalten Österreichs durchgehen lasse. Ein juristisches Vorgehen forderte auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Der Bund müsse in Europa Klage einreichen. Tirols Verhalten sei "diskriminierend und europarechtswidrig". Durch die Straßensperren werde die Reisefreiheit in der EU massiv erschwert.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter von der ÖVP zeigt sich davon unbeeindruckt und weist die Kritik zurück. Die bayerische Politik habe noch nicht wirklich begriffen, um was es bei dieser Maßnahme gehe. Die Verkehrsbelastung sei derart hoch, dass es zeitweise nicht einmal mehr für Rettungsdienste ein Durchkommen gebe. Darum müsse gehandelt werden.

Tiroler Polizei kontrolliert Mautflüchtlinge

Laut Tiroler Verkehrspolizei werden Reisende, die versuchen, auf den Landstraßen die Maut zu sparen oder Staus zu umfahren, nach der Ausfahrt gestoppt. Wenn die Beamten feststellen, dass die Autofahrer zum Brenner oder in Richtung Deutschland fahren wollen, werden sie direkt zurück zur Autobahn geschickt. Mautflüchtlinge von Tirol-Besuchern zu unterscheiden, liegt im Ermessen der Polizisten vor Ort. Jährlich fahren nach Angaben der Tiroler Wirtschaftskammer über 11 Millionen Pkw und 2,5 Millionen Lkw über den Brenner.

Navis zeigen Umfahrungen nicht mehr an

Inzwischen seien auch Vorkehrungen getroffen worden, dass die Navigationsgeräte die Umfahrungen nicht mehr anzeigen, hieß es weiter von der Polizei. Navi-Betreiber hätten dazu die aktuellen Verkehrsdaten bekommen, zitiert die österreichische Nachrichtenagentur APA den Leiter der Tiroler Verkehrspolizei, Markus Widmann.