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Bafög, Arbeitszeit, Gleichstellung: Das ändert sich ab heute

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Bafög, Arbeitszeit, Gleichstellung: Das ändert sich seit August

Seit Anfang August können sich Azubis und Schüler gleich über mehrere neue Fördermöglichkeiten freuen. Das Covid-Arbeitszeitgesetz läuft aus, bei der Inklusion von Menschen mit Behinderungen tritt ein neues Gesetz in Kraft.

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Viele Studierende waren zu Beginn der Pandemie besorgt, dass ihre staatlichen Zuschüsse durch ausgefallene Unterrichtseinheiten gekürzt werden. Das Bundesministerium sicherte die Weiterzahlung von Bafög und hebt wie im vergangenen Jahr die Sätze jetzt noch einmal an. Auch bei Fortbildungen und Ausbildungsberufen kommen Neuerungen dazu. Die wichtigsten Änderungen, die seit dem 1. August gelten, hier im Überblick:

Corona-Arbeitszeitgesetz läuft aus

Seit März konnten Arbeitnehmer durch das Corona-Arbeitszeitgesetz flexibler mit Mehrarbeit und Ruhepausen umgehen. In Ausnahmefällen durfte bis zu zwölf Stunden und auch an Sonn- und Feiertagen gearbeitet werden. Ruhepausen konnten teils auf 15 Minuten verkürzt werden. Die Regelungen waren bis zum 30. Juni befristet, das Gesetz lief jedoch bis Ende Juli, um entstandene Ausgleiche umzusetzen. Seit dem 1. August gilt somit wieder das normale Arbeitszeitgesetz. Eine Einzelfallprüfung soll aber weiter möglich sein.

Mehr Fortbildungszuschüsse für Auszubildende

Durch die Erhöhung des Aufstiegs-Bafögs werden Auszubildende seit dem 1. August vom Staat mehr gefördert. Fortbildungen werden ab sofort mit 50 Prozent statt den vorherigen 40 Prozent unterstützt.

Neu ist auch, dass ein Förderanspruch auf jeder Fortbildungsstufe besteht und nicht wie zuvor nur für die gezielte Vorbereitung auf ein Fortbildungsziel. Über 700 Fortbildungsabschlüsse stehen insgesamt zur Auswahl. Auch Unterhaltsbeiträge pro Kind und Ehepartner werden nun vollständig als Zuschuss gewährt und Alleinerziehende erhalten einen höheren Zuschuss für die Kinderbetreuung.

Mehr Bafög für Schüler und Studenten

Gute Nachrichten gab es bereits im März, als das Bundesministerium die Zahlung von Bafög weiterhin gewährte, auch wenn der Unterricht durch die Corona-Krise vorübergehend unmöglich ist. Zum 1. August stiegen nun die bereits ein Jahr vorher angehobenen Bedarfssätze um weitere zwei Prozent. Bei Studierenden bedeutet das einen Höchstsatz von 861 Euro monatlich, wer noch bei den Eltern wohnt, erhält maximal 592 Euro. Personen in einer schulischen Ausbildung erhalten bis zu 832 Euro, der Höchstsatz zur Beihilfe für Berufsausbildungen beträgt 732 Euro.

Auch die Einkommensgrenze steigt noch einmal um drei Prozent. Das bedeutet: Von nun an sind mehr Familien oder Einzelpersonen Bafög-berechtigt. Wer Verantwortung für eine Familie trägt, bekommt außerdem einen Zuschlag von 150 Euro statt 140 Euro.

Ausbildungsberufe werden erneuert

Ausbildungsberufe müssen laut Bundesinstitut für Berufsbildung "mit der Zeit gehen". Deshalb werden seit dem 1. August elf Berufe erneuert. Dadurch sollen Aufgaben und Kenntnisse an die gesellschaftlichen Veränderungen und vor allem an die Digitalisierung angepasst werden. Unter den erneuerten Berufen sind IT-System-ElektronikerIn, Kaufmann/Kauffrau für Digitalisierungsmanagement und MediengestalterIn für Bild und Ton.

Novelle des Gleichstellungsgesetzes tritt in Bayern in Kraft

Zum 1. August trat auch die neue Gleichstellungs-Novelle in Bayern in Kraft. Der Landtag hatte im Juli den Weg dafür freigemacht. Im Vordergrund steht eine Verbesserung für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Dabei geht es auch um eine stärkere Rechtsgrundlage. Werden etwa bestimmte Vorkehrungen zur baulichen oder kommunikativen Barrierefreiheit nicht angemessen getroffen, gilt das nach dem neuen Gesetz als Benachteiligung.

AIDA legt wieder ab

Nicht genau seit dem 1. August, jedoch im Laufe des Monats wird die AIDA nach dem coronabedingten Stillstand wieder mehrere kurztägige Fahrten auf Nord- und Ostsee anbieten. Die erste Fahrt startet am 5. August ab Hamburg. Es sollen weitere Fahrten ausgehend von Kiel und Warnemünde folgen. Die Passagiere bleiben während der Zeit an Bord des Schiffes.

Corona-Tests für Urlaub-Rückkehrer

Gesundheitsminister Jens Spahn kündigte sie kürzlich an: verpflichtende Corona-Tests nach Rückkehr aus Risikogebieten. Ab Anfang August sollen sich Urlauber testen lassen, die aus bestimmten Regionen heimkommen. Schon seit dem Wochenende sind freiwillige Tests an mehreren deutschen Flughäfen möglich. In Bayern soll es drei Testzentren an den großen Grenzübergängen nach Österreich geben. Teststationen an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg sind ebenfalls schon in Betrieb.

Ab kommender Woche soll außerdem eine Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten gelten. Ab welchem Tag die Testpflicht gelten soll, steht noch nicht fest.

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