BR24 Logo
BR24 Logo
BR24 - Hier ist Bayern
© dpa-Bildfunk/Nikku
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Nikku

Katar, Doha: Anlässlich des Nationalfeiertags nehmen katarische Mediziner in Schutzanzügen in der Hauptstadt an einer Militärparade teil.

60

    Corona: Die Ereignisse vom 17. bis 23. Januar 2022

    Ein drei Wochen alter Säugling ist in Katar an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. "Er hatte keine anderen gesundheitlichen Probleme oder bekannten Erbkrankheiten", erklärte das Gesundheitsministerium am Sonntag. Alle Infos im Ticker.

    Von
    BR24  RedaktionBR24 Redaktion
    60

    Donnerstag, 20. Januar 2022

    23.32 Uhr: Weltweit rund 338,52 Millionen Corona-Infektionen

    Weltweit haben sich bislang rund 338,52 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Über 5,91 Millionen Menschen starben mit oder an dem Virus, das erstmals im Dezember 2019 im chinesischen Wuhan nachgewiesen wurde. Die meisten Infektions- und Totenzahlen weisen die USA auf. Bei den Ansteckungen folgen Indien und Brasilien.

    21.50 Uhr: Insider - Lauterbach rechnet mit mindestens 400.000 Infektionen am Tag

    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet Mitte Februar mit mindestens 400.000 Corona-Neuinfektionen pro Tag. Das sagte der SPD-Politiker nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag in einer Schalte mit den Staatskanzleichefs von Bund und Ländern. Die Zahl 400.000 werde bei einer optimistischen Variante mit einer sehr guten Booster-Schutzwirkung erreicht, erklärte Lauterbach nach Angaben aus Verhandlungskreisen. In der pessimistischeren Variante mit einem schlechten Schutz durch die Auffrischungsimpfungen sei sogar mit täglichen Neuinfektionen bei mehr als 600.000 Personen zu rechnen. Lauterbach rechne auch mit einem erneuten starken Anstieg der Zahl der Corona-Intensivivpatienten, die zuletzt gefallen war. Auch das Nachrichtenportal "The Pioneer" berichtet über die Lauterbach-Äußerungen mit der Zahl 400.000.

    Kommenden Montag trifft sich wieder die Spitzenrunde aus Bund und Ländern, um über Konsequenzen aus dem massiven Anstieg der Fallzahlen zu beraten, die durch die Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Virus-Variante hochschnellen. Bisher hat die Ampel-Regierung keine weiteren Verschärfungen der Corona-Maßnahmen geplant.

    21.03 Uhr: RKI: Maximaler Ausschlag der Omikron-Welle nicht exakt zu bemessen

    Das Robert Koch-Institut (RKI) erwartet, dass der maximale Ausschlag der Omikron-Welle in Deutschland durch Meldedaten nicht genau bemessen werden kann. «Die Größenordnung und die entscheidenden Trends in der epidemiologischen Entwicklung werden jedoch zuverlässig angezeigt», schreibt das RKI im Corona-Wochenbericht am Donnerstagabend. Hintergrund für die vorübergehend unvollständiger werdende Erfassung von Infizierten sind etwa begrenzte Testkapazitäten und Personalressourcen wegen der hohen Fallzahlen, wie es hieß.

    20.27 Uhr: Österreichisches Parlament verabschiedet Impfpflicht

    Das österreichische Parlament hat mit klarer Mehrheit die Einführung einer Impfpflicht gegen das Coronavirus beschlossen. Die Impfpflicht gilt ab dem 1. Februar für alle Erwachsenen. Es ist das erste Gesetz dieser Art in Europa. Die Abgeordneten stimmten am Abend in Wien mit 137 zu 33 Stimmen für die Impfpflicht, die für alle Einwohner Österreichs ab 18 Jahren gilt. Ausgenommen sind Schwangere, Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, und Genesene für einen Zeitraum von sechs Monaten. Die Regierung erklärte, die Impfpflicht sei notwendig, weil die Impfraten im Land nach wie vor zu niedrig seien. Die Regierungskoalition von Bundeskanzler Karl Nehammer, der neben seiner konservativen ÖVP die Grünen angehören, arbeitete gemeinsam mit zwei der drei Oppositionsparteien das Gesetz aus. Die dritte Oppositionspartei, die rechtspopulistische FPÖ, lehnt das Gesetz vehement ab. Die Impfpflicht tritt zwar Anfang Februar in Kraft, die Durchsetzung soll aber erst Mitte März beginnen. Zunächst wollen die Behörden alle Haushalte anschreiben und sie über die Pflicht informieren. Ab Mitte März soll mit Routinekontrollen begonnen werden. Menschen, die keinen Nachweis über eine Impfung erbringen können, werden schriftlich aufgefordert, diese rasch nachzuholen. Tun sie das nicht, müssen sie eine Strafe in Höhe von zunächst bis zu 600 Euro zahlen. Die Impfpflicht soll bis Ende Januar 2024 gelten. Eine Expertenkommission soll die Regierung und das Parlament alle drei Monate über den Impffortschritt informieren.

    20.11 Uhr: Frankreich lockert Corona-Maßnahmen - Härtere Regeln für Ungeimpfte

    Frankreich lockert die Corona-Beschränkungen im Februar schrittweise und verschärft zugleich die Regeln für Ungeimpfte von Montag an erheblich. Sie haben dann mit der Einführung des landesweiten Impf- und Genesungsnachweises keinen Zugang mehr zu Gastronomie, Kulturstätten, Sportveranstaltungen und zum Fernverkehr, wie Premierminister Jean Castex am Donnerstagabend ankündigte. Für alle Menschen ab 16 Jahren wird eine vollständige Impfung damit zur Voraussetzung zur uneingeschränkten Teilnahme am öffentlichen Leben. Menschen, die sich bis Mitte Februar für eine erste Impfung entscheiden, dürfen danach vorübergehend weiter einen zusätzlichen negativen Test als Zugangsvoraussetzung vorlegen.

    Trotz aktuell hoher Infektionszahlen schütze die hohe Impfquote die Kliniken vor einer Überlastung, sagte Castex. 93 Prozent der Erwachsenen seien geimpft und eine Million Menschen hätten sich nach Ankündigung der 2G-Regeln noch für die Immunisierung entschieden. Ab dem 2. Februar könnten daher die Kapazitätsbeschränkungen für Sport- und Kultureinrichtungen aufgehoben werden - ebenso wie Maskenregelungen im Freien. Die Homeoffice-Verpflichtung werde in eine Empfehlung umgewandelt. Am 16. Februar dürfen Diskotheken wieder öffnen, auch das Essen und Trinken in Zügen ist dann wieder erlaubt. Der Premierminister kündigte für den Februar auch eine Lockerung der Masken- und Testregelungen an Schulen an.

    19.36 Uhr: Mainz sagt Straßenkarneval ab

    In Mainz fällt wegen der Pandemie der Straßenkarneval am Fastnachtswochenende aus: Am Wochenende vom 24. bis 27. Februar werde es keine «Veranstaltungen mit Straßenfastnachtscharakter» geben, darauf haben sich am Donnerstag die Stadt und der Mainzer Carneval-Verein (MCV) geeinigt. "Mit Blick auf die aktuell rasant steigenden Inzidenzen können wir es nicht verantworten, viele hunderte oder gar tausende Menschen in unserer Stadt zusammen kommen zu lassen", erläuterte Ordnungsdezernentin Manuela Matz laut Mitteilung. Ein solches Fest hätte "selbst in kleinerer Ausprägung überregional große Bedeutung und Anziehungskraft". Die Sicherheit und Gesundheit der Bürger gehe vor.

    Die aktuell bis zum 11. Februar gültige Fassung der Corona-Verordnung des Landes erlaubt die Zusammenkunft von maximal 1.000 Menschen - wenn die Veranstaltung keinen überregionalen Charakter aufweist. Das zu kontrollieren, würde den Carneval-Verein vor große logistische und finanzielle Herausforderungen stellen, hieß es.

    18.50 Uhr: Über 425.000 Neuinfektionen und 245 weitere Tote in Frankreich

    In Frankreich verzeichnen die Gesundheitsbehörden 425.183 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das sind weniger als am Vortag mit 436.167 nachgewiesenen Ansteckungsfällen. In Krankenhäusern starben 245 weitere Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Insgesamt sind es damit 100.815 Todesfälle. Ein wissenschaftliches Beratergremium der Regierung geht davon aus, dass die derzeitige fünfte Corona-Welle die Krankenhäuser bis Mitte März belasten wird.

    18.37 Uhr: Steinmeier und Schweizer Präsident: Impfen als Weg aus Pandemie

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Donnerstag seinen Schweizer Kollegen Ignazio Cassis zu einem offiziellen Besuch empfangen. Beide würdigten nach Angaben des Bundespräsidialamts die engen bilateralen Beziehungen zwischen ihren Ländern, beispielsweise in Handelsfragen. Cassis wies demnach unter anderem darauf hin, dass der Handel der Schweiz allein mit den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg das gleiche Volumen wie der Handel mit China habe. Beide Staatsoberhäupter betonten, dass die Corona-Pandemie nicht wieder zu Grenzschließungen führen dürfe. Sie stimmten in der Bedeutung des Impfens gegen das Virus als Weg aus der Pandemie überein. Steinmeier und Cassis sprachen auch über das Verhältnis der Schweiz zur Europäischen Union. Steinmeier habe die Schweiz ermutigt, auf dem Weg der Annäherung zur EU zu bleiben, hieß es.

    17.50 Uhr: Ab sofort wieder FFP2-Maskenpflicht bei Plenarsitzungen des Landtags

    Angesichts der sich ausbreitenden Omikron-Welle werden die Corona-Regeln im Bayerischen Landtag weiter verschärft. Neben der 3G-Regel - Zugang nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete - ordnete Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) wieder eine FFP2-Maskenpflicht in Plenarsitzungen an. Abgeordnete, die keinen 3G-Nachweis erbringen können oder wollen, müssen weiterhin auf der Tribüne Platz nehmen, können aber auch von dort aus sprechen.

    "FFP2-Masken schützen gerade vor der Omikron-Variante sehr gut, wie aktuelle Studien zeigen", sagte Aigner. Zugleich rief die Parlamentspräsidentin alle Abgeordneten auf, vor den Sitzungen einen PCR-Test zu machen. Das Plenum soll nach einem Beschluss des Ältestenrats bis Ende Februar in reduzierter Besetzung tagen, aber aus Gründen der Geschäftsordnung mindestens mit der Hälfte der Abgeordneten. Auch die Ausschüsse sollen bis Ende März in reduzierter Besetzung mit elf Abgeordneten tagen.

    17.48 Uhr: München lässt "Impf-Guides" für Impfung werben

    Mit Impf-Guides will die Stadt München noch mehr Menschen von Impfungen überzeugen. Zum Beispiel in sozialen Einrichtungen, Einkaufszentren und Ausgabestellen der Münchner Tafel sollen die Guides auf die Impfangebote der Stadt aufmerksam machen. Dafür werden voraussichtlich Medizin-Studierende der Ludwig-Maximilians-Universität entsprechend geschult. Sie bekommen etwa Trainings in Gesprächsführung und Kontaktanbahnung und lernen, wie sie reagieren sollen, wenn sie bei ihren Touren mit Falschinformationen über Corona und die Impfungen konfrontiert werden. Die dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) hofft, dass mit der Kampagne möglichst viele Unentschlossene überzeugt werden. Noch in diesem Quartal sollen die Impf-Guides losgeschickt werden. Ihr Einsatz ist erst einmal auf sechs Monate begrenzt.

    17.41 Uhr: Ab sofort wieder FFP2-Maskenpflicht in Plenarsitzungen des Landtags

    Angesichts der sich rasant ausbreitenden Omikron-Welle werden die Corona-Regeln im bayerischen Landtag weiter verschärft. Neben der 3G-Regel - Zugang nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete - ordnete Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) am Donnerstag wieder eine FFP2-Maskenpflicht in Plenarsitzungen an. Abgeordnete, die keinen 3G-Nachweis erbringen können oder wollen, müssen weiterhin auf der Tribüne Platz nehmen, können aber auch von dort aus sprechen. "FFP2-Masken schützen gerade vor der Omikron-Variante sehr gut, wie aktuelle Studien zeigen", sagte Aigner. "Sie helfen uns deshalb entscheidend dabei, dass der Bayerische Landtag handlungsfähig bleibt und gerade in der jetzigen Phase die notwendigen Debatten hier im Parlament geführt werden können." Zugleich rief die Parlamentspräsidentin alle Abgeordneten auf, vor den Sitzungen einen PCR-Test zu machen. Das Plenum soll nach einem Beschluss des Ältestenrats vom Donnerstag bis Ende Februar in reduzierter Besetzung tagen, aber aus Gründen der Geschäftsordnung mindestens mit der Hälfte der Abgeordneten. Auch die Ausschüsse sollen bis Ende März in reduzierter Besetzung mit elf Abgeordneten tagen.

    17.39 Uhr: Hotels und Gaststätten mit Umsatzeinbrüchen - "Stimmung auf dem Tiefpunkt"

    Die wirtschaftliche Lage von Hotels und Gaststätten in Deutschland ist nach Einschätzung ihres Branchenverbands Dehoga in den ersten beiden Januar-Wochen katastrophal gewesen. Gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 habe es einen Umsatzeinbruch um gut 55 Prozent gegeben, teilte der Dehoga mit. Bei Clubs und Diskotheken seien es 93 Prozent gewesen, bei Eventcaterern 77 und bei Betriebsrestaurants 62 Prozent. Dehoga-Präsident Guido Zöllick machte dafür die Corona-Maßnahmen verantwortlich, vor allem die 2G-Plus-Regeln: "Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt, Frust und Resignation machen sich breit."

    Mehr als 46 Prozent der Betriebe geben in einer Dehoga-Umfrage an, wegen der Corona-Regeln schon Konflikte mit Gästen gehabt zu haben. 57 Prozent der Unternehmer sehen sich in ihrer Existenz bedroht. 54 Prozent nutzen die Kurzarbeitergeld-Hilfen der Regierung. Das seien doppelt so viele wie im November 2021. "Es ist von elementarer Bedeutung, dass jetzt alle Corona-bedingten Sonderregelungen zum Kurzarbeitergeld verlängert und die Überbrückungshilfen verbessert werden", so Zöllick.

    17.21 Uhr: Berufsgenossenschaft - Covid-19 häufig Berufskrankheit

    Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat seit Beginn der Pandemie knapp 87.000 Covid-19-Erkrankungen als Berufskrankheit anerkannt. Insgesamt seien gut 132.000 Fälle auf eine beruflich bedingte Erkrankung gemeldet worden, teilte die BGW in Hamburg mit. Noch seien nicht alle Fälle abgeschlossen, denn aufgrund der extrem hohen Zahl verzögere sich die Bearbeitung der Anträge.

    Etwa ein Drittel der Verdachtsmeldungen sind den Angaben nach anerkannt worden, in der stark betroffenen Branche "Kliniken" sogar fast drei Viertel. Vor 2020 erreichten die BGW jährlich rund 1.000 meldepflichtige Verdachtsmeldungen in der Kategorie "Infektionskrankheiten, wenn der Versicherte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt war", hieß es.

    Die BGW ist die gesetzliche Unfallversicherung für nicht staatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege. Sie ist nach eigenen Angaben für knapp neun Millionen Versicherte zuständig.

    17.11 Uhr: Sachsens Verfassungsschutzchef warnt vor Einfluss von Rechtsextremisten auf Corona-Proteste

    Sachsens Verfassungsschutzpräsident Dirk-Martin Christian hat vor einer Ausbreitung rechtsextremistischer Strukturen durch die Corona-Proteste in seinem Bundesland gewarnt. "Die Lage ist ernst wie lange nicht mehr, denn diese Gefahr besteht", sagte Christian der "Welt". Rechtsextremisten sei es durch das Protestgeschehen gelungen, "tiefer in die bürgerliche oder, genauer gesagt, in die soziale Mitte einzudringen".

    Treiber des Protestgeschehens im Freistaat sei insbesondere die erst vor einem Jahr gegründete Kleinstpartei "Freie Sachsen", sagte Christian weiter. Sie fungiere als "Mobilisierungsmaschine" in sozialen Medien und setze diese für ihre politische Agenda ein. Bei den im Juni anstehenden Kommunalwahlen wolle die Partei sogar eigene Kandidaten aufstellen. "Das beobachtet meine Behörde ganz genau", betonte Christian. Ihn beunruhige, dass sich in die Proteste Kräfte mischten, die gegen den demokratischen Staat agitierten.

    16.53 Uhr: Faschingsveranstaltungen in der Münchner Innenstadt abgesagt

    Die Faschingsveranstaltungen in der Münchner Innenstadt können auch 2022 nicht stattfinden. Wegen Corona werden erneut alle Indoor- und Outdorr-Events abgesagt. Das haben die Stadt München, die Marktweiber, die Narrhalla, der Verein "München narrisch" und die "Damischen Ritter" gemeinsam entschieden.

    Dies betrifft auch den Faschingsumzug und den Tanz der Marktweiber auf dem Viktualienmarkt, der als Höhepunkt des Münchner Straßenfaschings gilt. Enttäuscht zeigte sich Kommunalreferentin Kristina Frank, nach eigenen Angaben ein "Faschingsjeck", doch angesichts der rasant steigenden Zahl der Neuinfektionen sei die gemeinsame Entscheidung vernünftig betonte sie.

    16.40 Uhr: Österreichs Gesundheitsminister verteidigt Impfpflicht als Akt der Solidarität

    Österreichs Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) hat die geplante Corona-Impfpflicht als Akt der Solidarität und des Zusammenhalts verteidigt. "Je mehr Menschen eine Corona-Schutzimpfung haben, desto weniger sterben an den Folgen einer Corona-Pandemie", sagte der Minister in Wien zum Auftakt der Parlamentsdebatte über die Impfpflicht. Auch die Chefin der oppositionellen Sozialdemokraten stellte sich hinter den Plan. "Die Impfung rettet Leben, das eigene und das Leben anderer", sagte die SPÖ-Vorsitzende und Epidemiologin Pamela Rendi-Wagner.

    Die rechte FPÖ ist als einzige Parlamentspartei gegen den Schritt. "Die Einführung dieses Zwangs ist ein gigantischer Anschlag auf die Freiheit der Menschen in Österreich, ein Attentat auf die Menschenwürde der Bevölkerung", sagte FPÖ-Chef Herbert Kickl.

    Die Abstimmung über die Impfpflicht wird für den frühen Abend erwartet. Eine Zustimmung gilt als sicher. Die Impfpflicht soll - von Ausnahmen abgesehen - für alle ab 18 Jahren gelten. Sie soll Anfang Februar in Kraft treten. Erste stichprobenartige Kontrollen soll es aber erst Mitte März geben.

    16.18 Uhr: Bericht - Polizei nutzt Corona-Kontakterfassungsdaten für Ermittlungen

    Staatsanwaltschaften und Polizei haben einem Bericht zufolge seit 2020 in mehr als 100 Ermittlungsverfahren bundesweit auf Daten aus der Luca-App oder andere Formen der Corona-Kontakterfassung zurückgegriffen. Das geht aus einer Umfrage des ZDF-Nachrichtenportals "heute.de" unter Staatsanwaltschaften und Datenschutzbeauftragten hervor. In mindestens fünf Fällen wurden die Daten demnach verwendet, obwohl das Infektionsschutzgesetz dies nicht zuließ.

    So wertete die Staatsanwaltschaft Mainz die Daten von 21 Personen aus der Luca-App aus, um Zeugen eines Unfalls in einer Gaststätte zu finden. Im Sommer 2021 prüfte die Polizei laut Staatsanwaltschaft Koblenz die Papierliste eines Gastwirts, um einen Dieb zu fassen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart teilte mit, die Polizei habe im Juli 2021 die Gästeliste einer Veranstaltung wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts ausgewertet.

    Ein Sprecher des Bundesdatenschutzbeauftragten kritisierte dem Bericht zufolge, dass in den meisten Bundesländern die Corona-Warn-App des Bundes nicht erlaubt ist, bei der eine unerlaubte Datenabfrage nicht möglich sei. Erkenntnisse über unzulässige Datenabfragen bei vom Bundesdatenschutzbeauftragten beaufsichtigten Stellen, etwa dem BKA und der Bundespolizei, lägen nicht vor.

    16.02 Uhr: Friedensgebete während Corona-Demos - Morddrohungen gegen Pfarrerin

    Eine Pfarrerin aus Herne in Nordrhein-Westfalen, die parallel zu Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen samstags regelmäßig Friedensgebete organisiert, hat Todesdrohungen erhalten. Der Staatsschutz ermittle nach zwei Vorfällen gegen unbekannt, teilte ein Polizeisprecher mit.

    Die Pfarrerin organisiert samstags vor der Kreuzkirche in Herne Friedensgebete, um der Opfer der Corona-Pandemie zu gedenken und ein Zeichen zu setzen. Zeitgleich finden seit einigen Wochen Demos von Gegnern der Impfpflicht und Proteste gegen Corona-Schutzmaßnahmen statt. Unter anderem habe sie einen Zettel mit der Aufschrift "Ihr seid tot!" erhalten - mit einem aufgemalten qualmenden Revolver, zitierte die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" die Pfarrerin.

    Ebenfalls auf ihrem Grundstück habe die Geistliche Zigarettenkippen und Asche gefunden sowie ein Taschentuch mit der Aufschrift "Tot!". Sie schicke ihr Kind nicht mehr allein in die Schule, an den Friedensgebeten werde sie aber festhalten. Die Polizei äußerte sich zunächst nicht zu Hintergründen. Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen sicherte der Pfarrerin "umfängliche Unterstützung" zu.

    15.26 Uhr: Nur geringe Beteiligung an Lehrerstreik gegen Corona-Politik in Frankreich

    Die Proteste gegen die als chaotisch empfundene Corona-Politik an Frankreichs Schulen haben nachgelassen. Eine Woche nach einer massiven Mobilisierung folgten heute nur wenige Lehrer einem Streikaufruf der Gewerkschaften. Nach Angaben des Bildungsministeriums streikten an den Grundschulen knapp ein Prozent der Lehrer, an den weiterführenden Schulen waren es gut zwei Prozent.

    Viele Lehrer ärgern sich über die häufig geänderten Corona-Regeln an den Schulen und haben außerdem Angst, sich bei ihren Schülern anzustecken. Derzeit herrscht in Frankreich eine Inzidenz von mehr als 3.000 Fällen auf 100.000 Einwohner pro Woche. Die Impfquote bei Grundschulkindern liegt erst bei knapp zwei Prozent. Zudem war Bildungsminister Jean-Michel Blanquer in die Kritik geraten, weil er die Corona-Regeln nach den Weihnachtsferien von Ibiza aus angekündigt hatte.

    Beim ersten Protesttag vor einer Woche lagen die Streikquoten der Grundschullehrer laut Ministerium bei 38 Prozent und bei deren Kollegen in den weiterführenden Schulen bei knapp 24 Prozent. Bei landesweiten Kundgebungen gingen damals nach Angaben des Innenministeriums rund 78.000 Menschen auf die Straße.

    15.01 Uhr: Union wirft Lauterbachs Ministerium mangelnde Kommunikation vor

    Nach Änderungen von Corona-Regeln mittels Veröffentlichung auf Internetseiten haben Unionspolitiker heftige Kritik an der Kommunikation des Bundesgesundheitsministeriums geübt. "Wir müssen versuchen, die Menschen mit Argumenten zu gewinnen und nicht, indem wir sie überrumpeln", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) der "Welt".

    Stein des Anstoßes sind die Verkürzung der Geltungsdauer des Genesenenstatus auf 90 Tage sowie die Änderung, dass man nach einer Johnson&Johnson-Erstimpfung erst mit einer zweiten Impfung als voll geschützt gilt. Die Änderungen wurden durch eine Verordnung auf den Weg gebracht, die konkreten Vorgaben sollten dann vom RKI und vom Paul-Ehrlich-Institut kommen. Diese veröffentlichten die Änderungen auf ihren Internetseiten. Das fiel vielen aber erst mit zeitlicher Verzögerung auf.

    "Ich bin nicht mehr bereit, ein Verfahren im Bundesrat mitzutragen, bei dem man die konkreten Konsequenzen nicht kennt", sagte Haseloff. Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte der "Welt", es reiche nicht aus, "eine Regeländerung auf seine Website zu schreiben". Der gesundheitspolitischen Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge (CDU), monierte, die Kommunikation der Entscheidungen sei "ein Totalausfall" gewesen.

    14.50 Uhr: Hilfsorganisationen rufen gemeinsam zur Impfung auf

    Die bayerischen Hilfsorganisationen haben mit einem gemeinsamen Appell die Bevölkerung zur Corona-Schutzimpfung aufgerufen. "Impfungen haben sich als bestmöglicher Schutz gegen einen schweren Krankheitsverlauf bewährt", sagte dazu der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsschutz, Leonhard Stärk.

    "Mehr denn je gilt es, Unentschlossene von einer Impfung zu überzeugen, Zweifachgeimpfte zu einer Auffrischung zu bewegen und ein quarantänebedingtes Lahmlegen des öffentlichen Lebens abzuwenden", so Stärk, der auch Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) ist. Wer sich nicht impfen lasse, trage dazu bei, "dass das Licht am Ende des Tunnels dunkler wird".

    Neben dem BRK beteiligten sich der Arbeiter-Samariter-Bund, die Johanniter-Unfall-Hilfe, der Malteser-Hilfsdienst, die Polizei, der Landesfeuerwehrverband und das Technische Hilfswerk an dem Impf-Aufruf.

    14.32 Uhr: Mexiko meldet Höchstwert von über 60.000 Neuinfektionen

    Mexikos Behörden haben einen erneuten Höchstwert bei den Corona-Neuinfektionen gemeldet. Nach Angaben des mexikanischen Gesundheitsministerium vom Mittwoch wurden innerhalb von 24 Stunden 60.552 Infektionsfälle gemeldet - so viele wie noch nie. Seit Beginn der Pandemie haben sich damit knapp 4,5 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

    Die Zahl der Corona-Todesfälle stieg binnen 24 Stunden um 323 auf 302.112. Mexiko hat die fünfthöchste Todesrate weltweit. Wie viele andere Länder auch erlebt Mexiko derzeit eine vierte Corona-Welle, die auf die hochansteckende Omikron-Variante sowie auf die traditionellen Familienfeiern zum Jahresende zurückzuführen ist.

    14.04 Uhr: 75 Prozent einmal geimpft - Tägliche Impfzahlen sinken leicht

    Die Zahl der täglichen Corona-Impfungen geht leicht zurück. Sie lag am Mittwoch bei rund 610.000 verabreichten Impfdosen, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Am Mittwoch vergangener Woche waren es 864.000, am Mittwoch vor Weihnachten knapp 1,2 Millionen.

    Mindestens 75,3 Prozent der Bevölkerung (62,6 Millionen Menschen) haben mindestens eine erste Impfdosis erhalten. Die Bundesregierung strebt 80 Prozent Erstgeimpfte bis Ende Januar an. Mindestens 73,1 Prozent der Bevölkerung (60,8 Mio.) haben nach RKI-Angaben einen vollständigen Grundschutz erhalten. Dafür sind in der Regel zwei Impfdosen nötig. Noch zählt das RKI auch Menschen, die nur eine Dosis des Johnson-&-Johnson-Präparats erhalten haben, mit. Künftig sollen Johnson-&-Johnson-Geimpfte nur noch nach einer zweiten Impfdosis von den 2G-Regeln profitieren.

    Eine zusätzliche Auffrischungsimpfung haben 48,9 Prozent der Bevölkerung (40,7 Mio.) erhalten. Diese ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der besonders ansteckenden Virusvariante Omikron. Bei der Impfquote Erst- und Zweitgeimpfter liegt Bremen im Bundesländer-Vergleich an der Spitze. Bei den Auffrischungsimpfungen liegt das Saarland an der Spitze. Sachsen bleibt in beiden Vergleichen Schlusslicht. 24,7 Prozent der Bevölkerung (20,6 Mio.) sind bisher nicht geimpft. Allerdings steht für 4,8 Prozent (4,0 Mio.) - Kinder unter fünf Jahren - noch kein Impfstoff zur Verfügung.

    13.37 Uhr: Coburg - Neuartige schwere Erkrankung von Kindern nach Corona-Infektion

    In das Regiomed Klinikum Coburg werden vermehrt Kinder mit einer neuartigen Ganzkörperentzündungsreaktion gebracht. Diese stehe im direkten Zusammenhang mit einer vorangegangenen Corona-Infektion, heißt es in einer Mitteilung der Klinik. Es sei dabei irrelevant, ob die Infektion schwer oder ohne Symptome verlief. Nach mehreren Wochen oder Monaten komme es in diesen Fällen zu einer schweren Entzündungsreaktion, die den ganzen Körper betreffe. Medizinisch werde diese Krankheit "Multisysme Inflammatory Syndrom in Children" (MIS – C) oder Pediatric Multisystem Inflammatory Syndrom (PIMS) genannt.

    Dabei finde eine überschießende Immunantwort statt. Kinder würden dabei über Fieber, geschwollene Lymphknoten und eine gerötete Bindehaut klagen und bekämen Hautausschläge. Untersuchungen ergäben stark erhöhte Entzündungswerte im Blut sowie Zeichen einer Herzmuskel- und Leberentzündung. Regelmäßig komme es auch zu Kreislauf- und Nierenversagen. Ein Viertel der Kinder muss auf der Intensivstation behandelt werden, heißt es in der Mitteilung weiter.

    13.26 Uhr: Bouffier für begrenzte Rückkehr von Zuschauern

    Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will sich bei den anstehenden Corona-Bund-Länder-Beratungen für eine begrenzte Rückkehr von Zuschauern bei Sport- und Kulturveranstaltungen einsetzen. Der Vorstoß sehe vor, dass sowohl im Innen- als auch im Außenbereich bei Kultur- und Sportveranstaltungen unter bestimmten hygienischen Voraussetzungen eine Auslastung der Zuschauerkapazitäten von 25 Prozent hergestellt werden kann, sagte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden.

    Diese Regelung solle generell und nicht nur für den Profisport gelten. Wichtig sei, dass es bundesweit einheitliche Regelungen gibt. Die nächsten Bund-Länder-Beratungen zu den Corona-Maßnahmen sind für den kommenden Montag geplant.

    13.14 Uhr: Studie - Kinder bisher nicht Treiber der Pandemie

    Kinder sind einer umfangreichen bayerischen Studie zufolge im ersten Jahr nicht Treiber der Pandemie gewesen. Die Fallzahlen in Krippen, Kitas und Schulen hätten mit den Inzidenzen in der Gesamtbevölkerung korreliert, berichteten Wissenschaftler bei der Vorstellung der bayernweiten Studie "Covid Kids Bavaria".

    Es gebe keine Anhaltspunkte, das Kinder "Virenschleudern" gewesen seien, sagte der Direktor der Kinderheilkunde im Haunerschen Kinderspital am LMU Klinikum München, Christoph Klein, als einer der Studienleiter. Diese Frage hatte sich zu Beginn der Pandemie gestellt. Die Daten seien allerdings nicht eins zu eins auf die derzeitige Situation mit Omikron übertragbar, sagte Klein weiter.

    Dennoch muss aus Sicht der Wissenschaftler die Strategie, Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen möglichst offen zu halten, aktuell nicht geändert werden. "Mit den entsprechenden Maßnahmen ist Schulunterricht auch in Zeiten der Pandemie möglich und sicher", sagte der stellvertretende Direktor der Kinderheilkunde im Haunerschen Kinderspital und weitere Studienleiter, Johannes Hübner. Für Omikron zeigten Erfahrungen etwa aus England und Südafrika, dass die Kinder nicht mehr betroffen seien als Erwachsene.

    12.55 Uhr: AfD-Fraktion klagt gegen Corona-Regeln im Bundestag

    Die AfD-Fraktion hat Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen die neuen Corona-Regeln im Bundestag eingereicht. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus der Fraktion erfuhr, wurde am 18. Januar unter anderem ein Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung zur Aufhebung der neuen Regeln gestellt.

    Die neue 2G-plus-Regel im Parlament müsse umgehend aufgehoben werden, damit jeder Abgeordnete wieder unabhängig von seinem Impfstatus gleichberechtigt und diskriminierungsfrei seine parlamentarischen Aufgaben wahrnehmen könne, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Stephan Brandner. Er sprach von einer Ausgrenzung frei gewählter Abgeordneter, die sich "gezielt gegen die AfD-Fraktion" richte.

    Der Bundestag hatte in der vergangenen Woche mit den Stimmen der anderen Fraktionen gegen die der AfD die verschärften Corona-Regeln beschlossen. Abgeordnete, die weder geimpft noch genesen sind, dürfen auch mit negativem Test nicht mehr in den Plenarsaal oder in die Ausschüsse. Sie können die Sitzungen nur noch mit aktuellem Negativ-Test von den Tribünen verfolgen.

    12.42 Uhr: Einzelhandel bereitet sich wegen Omikron auf Personalprobleme vor

    Die deutschen Einzelhändler bereiten sich angesichts der Corona-Welle auf Personalprobleme vor. "Derzeit funktionieren die Lieferketten in Deutschland, auch wenn es gelegentlich hakt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes HDE, Stefan Genth, zu Reuters. Angesichts der weiter steigenden Inzidenzen bereite sich der Einzelhandel aber auf Ausfälle beim Personal vor. So seien bereits Stellvertreter-Regelungen und Rotationsmodelle vorgesehen.

    Um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, müsse die Politik aber noch nachbessern. So sollten jetzt die Regelungen zur nächtlichen Anlieferung aufgehoben, zumindest aber gelockert werden. "Zudem ist es Zeit, die Sonntagsarbeits- und -fahrverbote sowie Lenk- und Ruhezeiten zu entschärfen", forderte Genth. Um bei eventuell massivem Personalmangel schnell für Ersatz sorgen zu können, sollten auch die rechtlichen Bedingungen für Arbeitnehmerüberlassung flexibler gestaltet werden.

    12.22 Uhr: Herstellung von Mercks Anti-Covid-Pille auch in ärmeren Ländern

    Die Anti-Corona-Pille des US-Pharmakonzerns Merck kann künftig auch in ärmeren Ländern von lokalen Herstellern produziert werden. Die von den Vereinten Nationen unterstützte Organisation Medicines Patent Pool (MPP) schloss mit Merck eine entsprechende Vereinbarung. 27 Unternehmen aus Indien, China und Staaten in Afrika, Asien und dem Nahen Osten könnten die Pille vor Ort herstellen, teilte MPP mit. Auch der Vertrieb in mehr als 100 ärmere Nationen solle so leichter sein.

    Die Entwickler des Mittels - neben Merck sind das die US-Firma Ridgeback Biotherapeutics und die Emory Universität - erhalten keine Lizenzgebühren von den lokalen Produzenten. "Das ist ein entscheidender Schritt, um den weltweiten Zugang zu einer dringend benötigten Covid-19-Behandlung zu gewährleisten", sagte MPP-Chef Charles Gore.

    12.06 Uhr: Österreich will Anreize zum Impfen schaffen

    In Österreich hat die konservativ-grüne Regierung zusätzlich zur Impfpflicht für Erwachsene ein milliardenschweres Anreizpaket zur Steigerung der Impfquote geschnürt. Bei einer Impflotterie können Teilnehmer, die bereits geimpft sind und jene, die sich erst impfen lassen, Gutscheine im Wert von 500 Euro gewinnen, sagte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP). Die Gutscheine sollen bei österreichischen Betrieben einzulösen sein.

    Insgesamt wurde Nehammer zufolge ein Anreizpaket mit einem Gesamtvolumen von bis zu 1,4 Milliarden Euro geschaffen. Dabei sollen etwa auch Gemeinden mit einer Impfquote von 80 Prozent finanzielle Zuschüsse bekommen. "Die Impfquote ist nicht hoch genug", sagte der konservative Politiker: "Pflicht ist das eine, Belohnung und Anreiz das andere". Nach Angabe des Sozialministeriums haben derzeit 6,4 Millionen Menschen (71,8 Prozent der Gesamtbevölkerung) ein gültiges Impfzertifikat. Die Neuinfektionen sprangen am Vortag auf einen Rekordwert von 27.677 Fällen.

    Über das Gesetz zur Impfpflicht wird heute im Parlament abgestimmt. Kontrollen soll es ab Mitte März geben. Impfverweigerern drohen dann Strafen bis zu 3.600 Euro. Der Beschluss gilt als Formsache, da eine einfache Mehrheit der Regierungsparteien ÖVP und Grüne ausreicht. Zustimmung gibt es aber auch vom Großteil der Opposition - den Sozialdemokraten (SPÖ) und den liberalen Neos. Nur die FPÖ lehnt eine Impfpflicht ab.

    11.50 Uhr: Logistikbranche warnt vor Engpässen - "Corona erhöht Krankenstand"

    Die deutsche Transportbranche warnt angesichts zunehmender Corona-Ausfälle von Lkw-Fahrern vor Lieferengpässen. "Die Situation ist sehr angespannt, weil uns immer mehr Fahrer fehlen", sagte der Vorstandsprecher des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), Dirk Engelhardt, der Nachrichtenagentur Reuters: "Der Krankenstand ist wegen Corona deutlich erhöht." Er liege im laufenden Januar um etwa fünf bis zehn Prozentpunkte höher als zu dieser Jahreszeit in Vorkrisenzeiten üblich.

    "Noch sind die Lieferketten stabil, leere Regale drohen noch nicht", sagte Engelhardt: "Aber wenn die Infektionszahlen weiter so durch die Decke gehen, sind sie gefährdet." Er rate der Politik deshalb dringend dazu, rasch Vorkehrungen zu treffen: "Es muss eine Krisenplanung geben." Koordiniert werden könne das am besten vom Bundesamt für Güterverkehr. Damit könne sichergestellt werden, dass vorhandene Kapazitäten genutzt werden, um vor allem Waren des täglichen Bedarfs in Supermärkte, Drogerien, aber auch Krankenhäuser liefern zu können.

    Viele Transportunternehmen haben dem BGL zufolge schon vor Weihnachten Aufträge ablehnen müssen, weil Fahrer fehlten. "Der Fahrermangel ist ein großes Problem, auch ohne Corona", sagte Engelhardt. Etwa 80.000 fehlten derzeit in Deutschland. 30.000 bis 35.0000 gehen den Verbandsangaben nach jährlich in den Ruhestand, aber nur 15.000 bis 20.000 kommen nach."

    11.35 Uhr: Im Corona-Jahr 2020 CO2-Minderung um 41 Prozent

    Deutschland hat bei der Minderung von klimaschädlichen Treibhausgasen im ersten Corona-Jahr 2020 auch laut der finalen Bilanz das selbst gesteckte Klimaziel übertroffen. Wie das Bundeswirtschaftsministerium und das Umweltbundesamt in Berlin mitteilten, sanken die CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 41,3 Prozent. Ein wichtiger Grund waren die Einschränkungen der Corona-Pandemie.

    Während der Lockdowns 2020 war den Angaben nach der Stromverbrauch wegen unter anderem geschlossener Schwimmbänder, Restaurants und Theater zurückgegangen ebenso wie der Straßen- und Flugverkehr. Vor der Pandemie war die Regierung nicht davon ausgegangen, dass das 40-Prozent-Ziel für 2020 erreicht werden kann. Die Endergebnisse der Berechnungen seien nun an die Europäische Kommission übermittelt worden, hieß es.

    Allerdings rechnet das Umweltbundesamt für 2021 wieder mit einem Anstieg der CO2-Emissionen. Die vollständige Prognose dafür werde am 15. März veröffentlicht.

    10.53 Uhr: Baden-Württemberg hält an 2G-Regel im Einzelhandel fest

    Anders als in Bayern will die baden-württembergische Landesregierung an der 2G-Regelung im Handel festhalten. "Einen entsprechenden Eilantrag hat der Verwaltungsgerichtshof (VGH) erst am 12. Januar erneut zurückgewiesen und unsere Vorgaben für die 2G-Regel insofern bestätigt", sagte eine Sprecherin des Staatsministeriums der "Heilbronner Stimme" und dem "Südkurier" mit Blick auf die Vorgaben im Südwesten und die Überprüfung durch den VGH in Mannheim.

    Die Entscheidung des bayerischen Gerichts, die 2G-Regel für den Einzelhandel vorläufig außer Kraft zu setzen, beruhe allein auf einer nicht hinreichend bestimmten Reichweite der angegriffenen Regelung in der Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, erklärte die Sprecherin. In Bayern sei demnach nicht klar genug definiert worden, welche Ladengeschäfte unter die Zugangsbeschränkung nach Maßgabe der 2G-Regel fallen und welche dagegen als Ladengeschäfte zur Deckung des täglichen Bedarfs ausgenommen seien. Problem sei damit die konkrete Umsetzung der 2G-Regel. Das könne nicht ohne Weiteres auf die Corona-Verordnung in Baden-Württemberg übertragen werden.

    10.48 Uhr: Museen fordern Ende von 2G-plus

    Wegen stark eingebrochener Besucherzahlen fordern die Museen in Bayern eine Lockerung der strengen Zugangsregeln. Die Museen seien durch die Einführung der 2G-plus-Regeln sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden, kritisierte die Arbeitsgemeinschaft der Museen in Bayern in einem Offenen Brief am Donnerstag.

    Es gebe einen "dramatischen Rückgang" bei den Besuchern in allen Häusern. Viele Museen im Freistaat kämen deshalb an die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit, heißt es in dem Brief.

    Während für die Gastronomie mit der 2G-Regel ein Sonderweg eingeschlagen worden sei, habe man den Museen weiterhin einen Quasi-Lockdown verordnet. So komme es in vielen Häusern zu der paradoxen Situation, dass im Museumscafé 2G herrsche, während an der Museumstür 2G-plus verlangt werde.

    Die Vertreter der bayerischen Museen fordern in dem Schreiben "ein Ende der Ungleichbehandlung". Die bayerischen Museen hätten in jeder Phase der Corona-Wellen stets sehr verantwortungsvoll und umsichtig gehandelt.

    10.25 Uhr: Städtetag fordert Aufstockung der Impfkapazitäten

    Der Deutsche Städtetag hat mit Blick auf eine mögliche allgemeine Corona-Impfpflicht Bund und Länder aufgefordert, für ausreichende kommunale Impfkapazitäten zu sorgen. "Wenn eine allgemeine Impflicht kommt, rechnen wir damit, dass sich noch mehr Menschen impfen lassen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Helmut Dedy, der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Bund und Länder müssten jetzt für Klarheit sorgen, in welchem Umfang kommunale Impfkapazitäten bis Ende des Jahres und darüber hinaus vorgehalten werden sollen und die Kosten dafür übernehmen, forderte Dedy. Aktuell bestünden zahlreiche Impfangebote weiter sowohl bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten als auch in den kommunalen Impfzentren und Impfstellen, erklärte Dedy. Die Impfkampagne laufe derzeit auf Hochtouren. Der Bundestag will sich noch im Januar in einer sogenannten Orientierungsdebatte mit einer allgemeinen Impfpflicht befassen. Über konkrete Anträge könnte fraktionsübergreifend im Februar oder März beraten werden.

    10.11 Uhr: Thailand lockert ab Februar wieder die Einreiseregeln

    Urlauber, die den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben, können ab Februar wieder quarantänefrei nach Thailand einreisen. Das vor einem Monat aus Angst vor einer Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus ausgesetzte "Test&Go"-Modell werde zu Monatsanfang wieder eingeführt, teilte das Covid-Krisenzentrum CCSA am Donnerstag nach einer Sitzung in Bangkok mit. Jedoch werden die Regeln leicht verschärft.

    Statt nur einen PCR-Test nach der Ankunft in Thailand machen zu müssen, ist demnächst ein weiterer PCR-Test am fünften Tag nach der Ankunft erforderlich. Zudem müssen Touristen ihren Aufenthaltsort mittels einer App nachverfolgen lassen, sagte CCSA-Sprecher Taweesilp Wisanuyothin.

    08.40 Uhr: Studie - Viele Impfreaktionen wohl in Nocebo-Effekt begründet

    Ein großer Teil der empfundenen Impfreaktionen bei den Corona-Impfungen könnte einer Studie zufolge auf den sogenannten Nocebo-Effekt zurückgehen. Rund drei Viertel (76 Prozent) der Patientenmeldungen zu den ganzen Körper betreffenden Reaktionen nach der ersten Impf-Dosis und etwa die Hälfte (52 Prozent) der Meldungen wahrgenommener Folgen nach der zweiten Impfdosis ließen sich in der Auswertung darauf zurückführen, schreiben Wissenschaftler um Julia Haas, Sarah Ballou und Friederike Bender unter anderem von der Harvard Medical School und der Philipps-Universität in Marburg im Fachmagazin "Jama Network Open".

    In der Medizin sind Placebo- und Nocebo-Effekt bekannt. Positive Erwartungen können die Wirksamkeit eines Präparats verstärken und sogar bei einem Scheinmedikament zu einer Wirkung führen - das wird Placebo-Effekt genannt. Umgekehrt sorgt beim Nocebo-Effekt allein die Erwartung negativer Folgen dafür, dass diese tatsächlich zu spüren sind. Der Effekt ist etwa von den auf Beipackzetteln von Tabletten aufgeführten Nebenwirkungen bekannt: Allein die Erwartung einer Schädigung kann tatsächlich Schmerzen oder Beschwerden auslösen.

    Für ihre Forschungen analysierten die Forscher zwölf klinische Studien zu Impfungen mit verschiedenen Corona-Impfstoffen mit insgesamt rund 45.380 Teilnehmern, die Impfreaktionen meldeten - davon 22 802, die Impfstoff gespritzt bekommen hatten, und 22.578, die ein Scheinpräparat bekommen hatten, ein Mittel ohne Arzneistoff. Nach der ersten Dosis meldeten rund 35 Prozent der Scheinpräparat-Empfänger Impfreaktionen wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit. Nach der zweiten Dosis waren es rund 32 Prozent. Bei den Impfstoff-Empfängern waren es rund 46 Prozent nach der ersten Dosis und rund 61 Prozent nach der zweiten Dosis.

    08.39 Uhr: Neuseeländische Regierung will bei Omikron-Ausbruch keinen Lockdown

    Die neuseeländische Regierung will im Falle eines Ausbruchs der Omikron-Variante keine Lockdowns verhängen. "Diese Stufe der Pandemie unterscheidet sich von dem, mit dem wir es zuvor zu tun hatten", sagte Ardern am Donnerstag. "Omikron ist leichter übertragbar." Deshalb sei es schwieriger, die Variante aus dem Land fernzuhalten. Der Oppositionsführer Christopher Luxon warf Ardern eine schlechte Vorbereitung auf Omikron vor.

    Neuseeland ist eines der wenigen Länder, in denen es noch keinen Ausbruch von Omikron gegeben hat. Ardern sagte, sie rechne damit, dass es einen geben werde. Sobald ein Omikron-Fall auftrete, würden die Beschränkungen in Neuseeland verschärft. In Neuseeland müssen derzeit zum Teil Masken getragen werden und Impfnachweise gezeigt werden. Die Größe von Versammlungen ist derzeit nicht begrenzt.

    Etwa 93 Prozent der neuseeländischen Bevölkerung ab zwölf gelten als vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 52 Prozent von ihnen sind geboostert worden.

    07.49 Uhr: Corona-Inzidenz in Bayern springt auf Allzeithoch

    Die vom Robert Koch-Institut gemeldete Corona-Inzidenz in Bayern ist so hoch wie nie zuvor. Mit einem Wert von 661,2 Neuinfektionen binnen sieben Tagen und 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner am Donnerstagmorgen ließ sie den alten Höchstwert aus der Delta-Welle hinter sich. Am 26. November hatte die Inzidenz 652,5 betragen. Die Zahl der seit Pandemiebeginn in Zusammenhang mit Corona gemeldeten Todesfälle in Bayern stieg um 22 auf inzwischen 20.236.

    Auf den bayerischen Intensivstationen macht sich die neue Welle bisher nicht besonders stark bemerkbar. Am Morgen (Stand 7.05 Uhr) waren dort laut Intensivregister Divi 369 Covid-19-Fälle in Behandlung, das ist nur etwas mehr als ein Drittel des Höchstwertes aus der Delta-Welle. Allerdings gibt es typischerweise einen Zeitverzug zwischen Infektionen und Intensivbehandlung.

    Erstmals seit der Delta-Welle werden auch wieder für bayerische Landkreise Inzidenzen über 1.000 gemeldet: In Dachau liegt sie laut RKI bei 1076, in Ebersberg bei 1032,7 und in Bad Tölz-Wolfratshausen bei 1015,5. Die Schwelle hat für die Maßnahmen gegen die Pandemie inzwischen aber keine Bedeutung mehr. Die niedrigsten Inzidenzzahlen meldet das RKI für die Landkreise Coburg mit 210,2 und Kronach mit 257,7.

    07.45 Uhr: Studie - Mütter mit Covid-19 können bedenkenlos stillen

    Können Frauen im Falle einer Ansteckung das Coronavirus mit der Muttermilch an ihr Baby weitergeben? Laut einer US-amerikanische Studie im Fachblatt "Pediatric Research"scheint hier erneut Entwarnung zu geben: Es gebe keine Hinweise darauf, dass kürzlich infizierte Mütter durch das Stillen ansteckende Viren aufs Kind übertragen, berichten die Mediziner im Fachblatt "Pediatric Research". Die Studie ist zwar sehr klein, bestätigt aber Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der deutschen Nationalen Stillkommission. Infizierte Mütter sollten beim Stillen indes einige Vorsichtsmaßnahmen beachten.

    07.10 Uhr: Coronasorgen - NBC berichtet während Olympia aus der Heimat

    Der US-amerikanische Fernsehsender NBC wird während der Olympischen Spiele in Peking wegen der angespannten Coronalage zu großen Teilen aus der Heimat berichten. Wie der Medienkonzern mitteilte, werden mit Ausnahme der Eröffnungsfeier keine Kommentatoren- und Moderatorenteams nach China entsandt. Lediglich einige Interviewer und ein paar sonstige Reporter seien in der chinesischen Hauptstadt vorgesehen. "Das Pekinger Modell wird dem von Tokio insofern ähneln, als das Herzstück unserer olympischen Operation in Stamford, Connecticut, im Hauptquartier von NBC Sports sein wird", sagte Produktionsleiterin Molly Solomon der Zeitung USA Today. Insbesondere die Angst vor langen Quarantäneaufenthalten nach positiven Coronatests habe zu dieser Entscheidung geführt.

    Auch die deutschen Sender ARD und ZDF hatten im Dezember bereits deutliche Einsparungen beim Personal für die Berichterstattung aus Peking angekündigt, die Hauptsendezentrale wurde nach Mainz verlegt.

    05.56 Uhr: Gesundheitsministerium will PCR-Tests priorisieren

    Angesichts der explodierenden Corona-Infektionszahlen will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Wochenende eine Beschlussvorlage zur Priorisierung der knapp werdenden PCR-Tests vorlegen. Im ZDF sagte Lauterbach am Mittwochabend, dass die zuverlässigeren PCR-Tests vorrangig bei solchen Menschen verwendet werden sollten, bei denen sicher sein müsse, dass sie nicht an Covid-19 erkrankt sind. Eine entsprechende Regelung könnte demnach am Montag bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz beschlossen werden.

    04.30 Uhr: Lauterbach rechnet mit Hunderttausenden Neuinfektionen pro Tag

    Gesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet bis Mitte Februar mit mehreren Hunderttausend Corona-Neuinfektionen am Tag. Es sei mit Blick auf realistische Szenarien davon auszugehen, "dass die Welle Mitte Februar ungefähr ihren Höhepunkt haben wird und dass wir dann mehrere Hunderttausend Fälle pro Tag erwarten müssen", sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". Es sei nicht gesagt, dass es zu den Szenarien komme, aber "die haben die größte Wahrscheinlichkeit". Dabei gebe es Länder, die solche Zahlen auch mit Blick auf die Intensivstationen verkraften könnten, in Deutschland sei die Lage jedoch eine andere. "Da wir in Deutschland eine hohe Zahl von Ungeimpften bei den Älteren haben, kann es bei uns ganz anders ausgehen als beispielsweise in Italien, Frankreich oder England", sagte Lauterbach. In England liege etwa die Zahl der Ungeimpften in der Gruppe der über 50-Jährigen bei ein bis zwei Prozent. "Das sind Werte, an die wir nicht herankommen".

    In Deutschland gab es am Mittwoch erstmals mehr als 100.000 Neuinfektionen. Bislang spiegelt sich die von der Virusvariante Omikron ausgelöste Welle jedoch nicht auf den Intensivstationen. Dort ist die Zahl der Corona-Patienten laut Medizinervereinigung Divi seit der ersten Dezemberhälfte von rund 5.000 auf zuletzt 2.664 gesunken. Momentan infizieren sich vergleichsweise wenig Ältere, die besonders anfällig für schwere Verläufe sind.

    Lauterbach sagte zu der sinkenden Hospitalisierungsrate, dies sei eine "irrelevante Momentaufnahme", da die Welle, die aktuell in England und Frankreich laufe, in Deutschland erst noch komme.

    03.41 Uhr: RKI verzeichnet Höchststand bei Neuinfektionen und Inzidenz

    Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet neue Höchststände in der Coronavirus-Pandemie. Es gab in der Nacht zum Donnerstag auf seiner Website die Gesamtzahl von 8,3 Millionen gemeldeten Infektionen bekannt und damit 133.536 mehr als am Vortag. Das ist der höchste in Deutschland verzeichnete Anstieg seit dem Ausbruch der Seuche. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 638,8 und markierte damit ebenfalls einen Rekord. Die Zahl der Todesfälle legte um 234 auf 116.315 zu. Am Donnerstag vergangener Woche waren 81.417 neue Fälle verzeichnet worden, die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 427,7.

    01.50 Uhr: Amtsärzte-Verband - Eine Impfpflicht ist kein Impfzwang

    Die deutschen Amtsärzte weisen in der Debatte über eine Impfpflicht darauf hin, dass diese keinen Impfzwang bedeuten würde. "Niemand wird und darf Menschen gegen ihren erklärten Willen impfen", sagt die Vize-Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (BVÖGD), Elke Bruns-Philipps, der Funke Mediengruppen einem Vorabbericht zufolge. "Das gibt das Gesetz wie es jetzt diskutiert wird nicht her, so ist es auch nicht intendiert." Die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat erklärt, man werde eine Impfpflicht nicht in den Arztpraxen umsetzen lassen.

    00.00 Uhr: Millionen geimpften Arbeitnehmern droht Lohnausfall bei Quarantäne

    Millionen geimpften Arbeitnehmern droht nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung im Fall von Corona-Quarantäne das Ende der Lohnzahlung. Zu diesem Ergebnis kommt ein Kurzgutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages, wie das Blatt schreibt. Danach haben Arbeitnehmer in Quarantäne, die einmal geimpft sind oder deren Zweitimpfung mehr als drei Monate zurückliegt, künftig keinen Anspruch auf eine Lohnzahlung. "Das Fehlen der Covid19-Auffrischungsimpfung würde dann zum Ausschluss des Entschädigungsanspruchs (...) führen", zitiert die Zeitung aus dem zweiseitigen Gutachten. Schließlich hätte der Betroffene den Arbeitsausfall mit einer jüngst von der Stiko "öffentlich empfohlenen" dritten Impfung verhindern können. Bislang erhalten nur Ungeimpfte im Quarantäne-Fall keinen Lohn mehr.

    Mittwoch, 19. Januar 2022

    22.10 Uhr: Bayerischer Verwaltungsgerichtshof bestätigt Münchner Versammlungsverbot

    Am Abend hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) die Münchner Allgemeinverfügung zu den sogenannten Corona-Spaziergängen in einer Entscheidung bestätigt und damit die Rechtsauffassung von Landeshauptstadt München und Freistaat Bayern. Mit der Allgemeinverfügung wurde für den 15., 17. und 19. Januar 2021 die Veranstaltung von Versammlungen im Zusammenhang mit Protesten gegen Corona-Maßnahmen und die Teilnahme an solchen Versammlungen untersagt, wenn diese Versammlungen nicht rechtzeitig vorab den Behörden angezeigt wurden.

    Das Verwaltungsgericht München hatte am Nachmittag noch dem Eilantrag eines Bürgers gegen die Allgemeinverfügung stattgegeben. Mit dem Beschluss vom Abend hat der Bayerische Veraltungsgerichtshof den Beschluss des Verwaltungsgerichts abgeändert und den Antrag des Bürgers abgewiesen. Das Versammlungsverbot sei entgegen der Annahme des Verwaltungsgerichts bei einer summarischen Prüfung rechtmäßig, teilte der Pressesprecher des VGH, Jörg Singer mit.

    Aufgrund der Erfahrungen bei Versammlungen in den letzten Wochen sei die Landeshauptstadt zur Recht davon ausgegangen, dass nur mit einem Verbot die Gefahr von zahlreichen Infektionen mit dem Corona-Virus verhindert werden könne. Auch eine Interessenabwägung falle zu Gunsten des öffentlichen Interesses an einer Verhinderung weiterer Infektionen aus

    20.20 Uhr: Globales Impfprogramm Covax benötigt Geld

    Die globale Covax-Initiative zur Verteilung von Corona-Impfstoffen an arme Länder hat die internationale Gemeinschaft um Spenden in Höhe von 5,2 Milliarden Dollar gebeten. Der Leiter der Impfallianz Gavi, die Covax mit gründete, Seth Berkley, teilte mit, es sei von großer Bedeutung, arme Länder jetzt und in Zukunft mit den Vakzinen zu versorgen, aber im Moment fehle das Geld.

    Das Covax-Programm, das von den Vereinten Nationen unterstützt wird, lieferte in den vergangenen gut zwölf Monaten etwas mehr als eine Milliarde Impfdosen aus. Ursprünglich wurde das Ziel ausgegeben, bis Ende 2021 die Marke von zwei Milliarden Dosen zu erreichen. Covax stand zu Beginn der Impfkampagnen nicht ausreichend Geld zur Verfügung und konnte daher erst mit Verspätung Impfstoffe ausliefern. Die meisten Vakzine weltweit sicherten sich die wohlhabenden Länder. Derzeit haben weniger als 10 Prozent der Menschen in einkommensschwachen Ländern mindestens eine Dosis erhalten.

    19.45 Uhr: USA verschicken ab sofort kostenlos Coronatests

    In den USA können ab sofort kostenlos Corona-Tests im Internet bestellt werden. Alle Amerikaner können sich dafür auf einer staatlichen Website anmelden und Tests für zu Hause bestellen. Auf der Website COVIDTests.gov können vier Tests pro Haushalt geordert werden, die dann sieben bis zwölf Tage später per Post zugestellt werden. Das Weiße Haus will insgesamt eine Milliarde Tests ausgeben. Es kündigte außerdem an, dass es kostenlos 400 Millionen FFP2-Masken in Apotheken und Gesundheitszentren zur Verfügung stellen werde.

    Beide Initiativen entsprechen der Art von Masseninvestitionen einer Regierung, wie sie in Teilen Europas und Asiens seit langem üblich sind. Nach Ansicht von Experten ist der Plan, eine Milliarde Tests zu verteilen, ein guter erster Schritt, aber er müsse zu einem regelmäßigen Bestandteil der Pandemiebekämpfung werden.

    19.40 Uhr: Gericht gibt Eilantrag statt - Corona-Protest in München

    Das Verwaltungsgericht München hat dem Eilantrag eines Bürgers gegen das Verbot nicht angemeldeter Corona-Proteste in der Landeshauptstadt stattgegeben. Ein bloßer Verstoß gegen die Anzeigepflicht von Versammlungen könne die präventiven Verbote voraussichtlich nicht rechtfertigen, erklärten die Richter. Es spreche Überwiegendes dafür, dass sich dies im Hauptsacheverfahren als unvereinbar mit der vom Grundgesetz geschützten Versammlungsfreiheit erweisen könnte.

    Die Landeshauptstadt habe nicht ausreichend dargelegt, dass eine unmittelbare und nur durch ein Verbot abwendbare Gefährdung der öffentlichen Sicherheit bestehe. Zudem könnte das präventive Versammlungsverbot auch unverhältnismäßig sein. Zunächst müsse die Möglichkeit nachträglicher Beschränkungen von Versammlungen ausgeschöpft werden, erklärte die Kammer. Dem Vernehmen nach werde die Landeshauptstadt gegen die Entscheidung umgehend Beschwerde beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einlegen, teilte das Verwaltungsgericht mit.

    19.25 Uhr: Corona-Impfstoffkandidat wirkt gegen Omikron-Variante

    Der vor einer möglichen Zulassung stehende Corona-Impfstoff des französisch-österreichischen Biotechunternehmens Valneva wirkt einer Studie zufolge auch gegen die Omikron-Variante. Die Ergebnisse einer ersten Laborstudie zeigten, dass Serumantikörper, die nach drei Dosen gebildet wurden, die Omikron-Variante neutralisieren, teilte der Konzern mit.

    Alle getesteten Serumproben würden neutralisierende Antikörper gegen das ursprüngliche Virus und die Delta-Variante zeigen, während 87 Prozent dies auch gegen Omikron täten, erklärte der Konzern. Die neuen Ergebnisse würden frühere Erkenntnisse einer Phase 3-Studie ergänzen, die gezeigt hätten, dass zwei Dosen eine verbesserte Immunantwort zeigen. Der Konzern rechnet weiterhin mit einer Zulassung seines Vakzins durch die Gesundheitsbehörde EMA im ersten Quartal. Erste Auslieferungen könnten dann voraussichtlich im April beginnen.

    19.15 Uhr: Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Grünen-Vorstand

    Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Anfangsverdachts der Untreue gegen den gesamten Bundesvorstand der Grünen. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde. Es habe mehrere Strafanzeigen von privater Seite gegeben. Ein Grünen-Sprecher bestätigte ebenfalls, dass es Ermittlungen gebe, und erklärte: "Es geht dabei um die Mitwirkung der Mitglieder des Bundesvorstandes an Beschlüssen zur Auszahlung von sogenannten "Corona-Boni", die - wie bereits bekannt - 2020 an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesgeschäftsstelle und zugleich an den Bundesvorstand gezahlt worden waren."

    Der Vorstand sei "aus Sicht aller Beteiligten" zu den entsprechenden Beschlüsse berechtigt gewesen, so der Grünen-Sprecher. Die Mitglieder hätten die Boni in Höhe von 1.500 Euro pro Person inzwischen zurückgezahlt. Den Corona-Bonus bekamen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Grünen-Bundesgeschäftsstelle im vergangenen Winter. Er sollte die Belastungen ausgleichen, die durch die Arbeit im Homeoffice und den Umbau des Gebäudes entstanden sind.

    19.10 Uhr: Corona-Pandemie bleibt für WHO "Notlage von internationaler Tragweite"

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hebt den Gesundheitsnotstand wegen der Corona-Pandemie vorerst nicht auf. Die Situation bleibe eine "Notlage von internationaler Tragweite", entschied die WHO, wie sie in Genf mitteilte. Die Erklärung einer solchen Notlage ist das höchste Alarmsignal, das die WHO geben kann. So sollen Regierungen wachgerüttelt werden, damit sie sich auf ein potenziell gefährliches Gesundheitsrisiko einstellen. Zudem sind damit besondere Meldepflichten der Mitgliedsländer verbunden.

    Die WHO hatte den Notstand wegen Corona am 30. Januar 2020 erklärt. Zu dem Zeitpunkt waren außerhalb Chinas rund 100 Infektionen in 21 Ländern bekannt. Mit Stand dieser Woche waren es mehr als 326 Millionen gemeldete Infektionen weltweit und mehr als 5,5 Millionen Todesfälle.

    17.40 Uhr: Münchner Stadtrat nun doch für Hybridsitzungen

    Der Münchner Stadtrat will Ausschuss-Sitzungen nun doch regelmäßig hybrid abhalten. Nachdem die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit im Dezember noch verfehlt worden war, fanden sich jetzt genug Befürworter. Voraussichtlich Ende Februar/Anfang März soll der Beschluss umgesetzt werden - allerdings zunächst nur befristet bis Ende 2022. Maximal 25 Stadträte können sich bis dahin - sofern ein coronabedingter Grund vorliegt - wahlweise online zuschalten und so audiovisuell teilnehmen. Sie dürfen in jedem Fall mitberaten und auch abstimmen.

    Im ersten Anlauf war die Idee noch an der CSU-Fraktion gescheitert. Heute war sie auf deren Antrag erneut auf die Tagesordnung gekommen. Alle geforderten Punkte wie die zeitliche Begrenzung der Maßnahme und "die Regulierung der Online-Teilnahme ausschließlich aufgrund der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Gründe" würden nun umgesetzt, so die CSU, die jetzt auch zugestimmt hat. "In Pandemiezeiten bleibt so unser Stadtparlament auch kurzfristig beschlussfähig, gleichzeitig schützen wir die Gesundheit der Stadtrats-Mitglieder", freute sich Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD): "Es ist deshalb richtig, dass wir auch in diesem Bereich den Weg der Digitalisierung einschlagen."

    17.30 Uhr: Österreich passt Teststrategie an

    Wegen rekordhoher Corona-Zahlen will Österreich mit Antigen-Schnelltests für zu Hause die PCR-Testlabore entlasten. Am Mittwoch wurden laut Behörden 27.677 Neuinfektionen registriert. Der bisherige Spitzenwert lag bei 17.006 neuen Fällen binnen 24 Stunden. "Die Infektionszahlen, die wir jetzt haben, würden und werden jedes PCR-Testsystem massiv fordern", sagte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) nach einer Kabinettssitzung.

    Die Regierung will deshalb künftig zu Hause durchgeführte Antigen-Schnelltests wieder als Nachweis für Arbeit, Freizeit und beim Einkaufen akzeptieren. Bislang hatte die Regierung auf flächendeckende und kostenlose PCR-Tests gesetzt. Allerdings kam es in den vergangenen Tagen in mehreren Regionen zu langen Verzögerungen bei der Auswertung der Proben.

    Am Donnerstag soll im Parlament ein Gesetz zur Einführung einer allgemeinen Impflicht in Österreich beschlossen werden. Auch die oppositionellen Sozialdemokraten und liberalen Neos sind dafür.

    17.12 Uhr: Patientenschützer fordern Vorrang bei PCR-Tests auch für vulnerable Menschen

    Die Stiftung Patientenschutz hat die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums zur Priorisierung bei den PCR-Coronatests kritisiert. Bei den Tests zur Feststellung einer Corona-Infektion müssten auch Millionen vulnerabler Menschen in Deutschland sowie deren Angehörige Vorrang haben, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Minister Karl Lauterbach (SD) plant angesichts der knapper werdenden Testkapazitäten, medizinisches Personal bei den PCR-Tests zu priorisieren. "Der Bundesgesundheitsminister will aber nur Beschäftige bei den Tests bevorzugen", bemängelte Brysch. "Damit werden Schwerstkranke und Pflegebedürftige sowie ihre Kontaktpersonen vom Schutzschirm nicht mehr erfasst."

    16.42 Uhr: Omikron erreicht RoMed Kliniken

    In den RoMed Kliniken ist die Coronavariante Omikron angekommen. Am späten Dienstagabend seien im Rahmen der Routine-Testungen reihenweise positive Corona-Testergebnisse angekommen, teilen die Kliniken mit. In den Kliniken Bad Aibling seien 21 Beschäftigte, in Prien neun, in Rosenheim 29 und in Wasserburg 31 Beschäftigte positiv auf Corona getestet worden. Sie befinden sich mittlerweile in Isolation. Alle Standorte der RoMed Kliniken seien weiter geöffnet, insbesondere die zentralen Notaufnahmen. Alle planbaren Eingriffe werden abgesagt, soweit diese verschoben werden können. Das Klinikpersonal nimmt aktiv Kontakt mit den betroffenen Patienten auf. Ambulante Termine können aber wie vereinbart wahrgenommen werden. Die Akutversorung finde weiterhin normal statt, teilen die Kliniken mit. In Wasserburg sei jedoch damit zu rechnen, dass Notfallpatienten nach der Akutbehandlung in umliegende Kliniken verlegt werden.

    16.15 Uhr: Hannover Messe 2022 wird wegen Pandemie verschoben

    Die Hannover Messe als weltweit wichtigste Industrieschau wird coronabedingt verschoben. Um die Messe in Präsenz ausrichten zu können, solle sie nun vom 30. Mai bis 2. Juni stattfinden, teilten die Veranstalter am Mittwoch mit. Ursprünglich war sie für Ende April geplant und sollte einen Tag länger dauern.

    15.52 Uhr: Tschechien zieht geplante Impfpflicht für Senioren zurück

    Tschechien macht seine Entscheidung für eine Impfpflicht für Senioren und bestimmte Berufsgruppen wieder rückgängig. Es werde unter seiner Regierung keine Impfpflicht geben, versicherte der neue Ministerpräsident Petr Fiala nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch in Prag. Man wolle die Gräben in der Gesellschaft nicht vertiefen, führte der liberalkonservative Politiker zur Begründung an.

    Die Vorgängerregierung unter Andrej Babis hatte die begrenzte Impfpflicht im Dezember als eine ihrer letzten Handlungen beschlossen. Die Verordnung sollte eigentlich im März in Kraft treten. Die Impfpflicht sollte unter anderem für Menschen ab 60 Jahren, Polizisten, Feuerwehrleute, Soldaten und Mitarbeiter im Gesundheitswesen und in Pflegeheimen gelten.

    16.10 Uhr: Epidemiologe Scholz warnt: Omikron könnte Mannschaftssport lahmlegen

    Nach Ansicht des Epidemiologen Markus Scholz stellt die Omikron-Variante eine neue Form der Bedrohung dar und könnte insbesondere sämtliche Teamsportarten lahmlegen. "Ich sehe die Hygienekonzepte im Mannschaftssport als gescheitert an. Mit der Omikron-Variante ist Mannschaftssport kaum noch sicher durchführbar", sagte Scholz, der im Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie der Universität Leipzig tätig ist, dem Nachrichtenportal watson. Dabei bezieht sich der Wissenschaftler nicht nur auf die Fälle bei der deutschen Handball-Nationalmannschaft während der aktuell laufenden EM, sondern auf sämtliche Sportarten. "Generell sind alle körpernahen Mannschaftssportarten zurzeit durch die wesentlich ansteckendere Omikron-Variante beeinträchtigt", sagte Scholz.

    15:45 Uhr: Verordnungsentwurf zu PCR-Tests: Vorrang für Gesundheitspersonal

    Beschäftigte in sensiblen Gesundheitseinrichtungen sollen bei der Laborauswertung von PCR-Tests auf das Coronavirus wie angekündigt bevorzugt zum Zuge kommen. Angesichts knapper Kapazitäten und drastisch zunehmender Infektionen sei es notwendig, dass "eine vorrangige Befundung von Probenmaterial von Beschäftigten mit Kontakt zu besonders vulnerablen Personengruppen sichergestellt wird", heißt es in einem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums mit Stand von Dienstagnachmittag. Er liegt der Deutschen Presse-Agentur vor, zunächst berichtete die "Bild"-Zeitung darüber.

    Konkret sollen Labore demnach verpflichtet werden, Proben von Beschäftigten in Kliniken, Pflegeheimen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und jeweiligen ambulanten Diensten vorrangig zu untersuchen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte dies mit Blick auf die starke Ausbreitung der Virusvariante Omikron bereits angekündigt. Die Beschäftigten sollen dem Entwurf zufolge bei der Teststelle eine entsprechende Tätigkeit nachweisen. Die Teststellen sollen die Priorisierung dann im Vordruck ans Labor vermerken.

    15:21 Uhr: Bayerische Staatsregierung setzt 2G-Regel für Handel nach Urteil komplett aus

    Die Staatsregierung will nach einem vorläufigen Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) die 2G-Regel im Einzelhandel nicht weiter anwenden. "Wir setzen in Bayern 2G im Handel komplett aus und sorgen damit für eine schnelle und praktikable Umsetzung der VGH-Entscheidung", teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) unmittelbar nach Bekanntwerden der Entscheidung am Mittwoch mit.

    Bayern sei mit der Zugangsbeschränkung auf Genesene und Geimpfte (2G) im Handel einem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz gefolgt, "aber wegen der entstandenen Abgrenzungsschwierigkeiten ist nun die Regelung wie in den Supermärkten die einfachere Alternative". Herrmann betonte zudem: "Die FFP2-Maskenpflicht im Handel gilt weiterhin und bietet Schutz."

    15.13 Uhr: SPD-Fraktionsvize: Krankenhausbelastung entscheidend

    Angesichts steigender Corona-Zahlen muss laut SPD-Fraktionsvize Dagmar Schmidt sehr genau auf die Entwicklung in Kliniken geachtet und vor allem die Booster-Impfkampagne vorangetrieben werden. "Für einen Lockdown gibt es derzeit keine gesellschaftliche Mehrheit", sagt Schmidt der Nachrichtenagentur Reuters. Man habe schon verschärfte Maßnahmen beschlossen. "Schulen könnten in besonders betroffenen Regionen geschlossen werden - aber sicher nicht flächendeckend", sagt sie auf den Hinweis hoher Infektionszahlen in einigen Schulen. Das wäre aktuell völlig überzogen. Kinder müssten wieder so normal wie möglich in die Schule gehen können.

    15.09 Uhr: Neuer Höchstwert an Neuinfektionen in Schweden

    Schweden meldet mehr als 37.800 Corona-Neuinfektionen - eine deutliche Steigerung des bisherigen Rekords vom 12. Januar. Damals waren es 26.566.

    14.44 Uhr: Bayerischer Verwaltungsgerichtshof kippt 2G-Regel im Einzelhandel

    Der bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die 2G-Zugangsbeschränkungen zum Einzelhandel im Freistaat gekippt. In einem am Mittwoch veröffentlichten unanfechtbaren Beschluss entschieden die Richter, dass die bayerische Verordnung den Anforderungen des Infektionsschutzgesetzes für die Zutrittsbeschränkungen auf Geimpfte und Genesene nicht gerecht werde. Grundsätzlich seien 2G-Regeln für den Handel möglich, die bayerische Regelung erfülle die nötigen Voraussetzungen aber nicht.

    14.37 Uhr: Bildungsministerin zurückhaltend gegenüber neuen Maßnahmen

    Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger äußert sich zurückhaltend zu neuen Corona-Maßnahmen. Deutschland habe im Vergleich zu anderen Ländern Europas schon Beschränkungen eingeführt, um den Verlauf der Omikron-Welle abzuflachen, sagt die FDP-Politikerin Reuters-TV. "Insofern sind wir da schon sehr weit mit den Instrumenten, die wir genommen haben." Jetzt tage der Expertenrat und werde seine Einschätzung geben, dann werde die Regierung entscheiden. "Wir sehen ja auch, dass die Hospitalisierungsrate zum Glück stabil geblieben ist", so Stark-Watzinger.

    14.30 Uhr: Johnson kippt Maskenpflicht in England

    Premierminister Boris Johnson kippt die Maskenpflicht in England ab Donnerstag nächster Woche. Auch Homeoffice sei dann nicht mehr nötig, kündigt Johnson im Parlament an. Experten gingen davon aus, dass der Höhepunkt der Omikron-Welle im Land überschritten sei. Die Bevölkerung habe sich gut verhalten, zudem laufe die Booster-Kampagne. Er gehe davon aus, dass die Regeln zur Selbstisolierung bei Infektionen zwar wie geplant noch bis März in Kraft blieben, dann aber ausliefen.

    14.18 Uhr: Schweiz verkürzt geplante Corona-Maßnahmen

    Die Schweizer Regierung verkürzt trotz hoher Fallzahlen und angespannter Lage in den Spitälern die geplanten Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Homeoffice-Pflicht und Zutrittsbeschränkungen wie etwa die 2G-Regel für Restaurants gelten nun bis Ende Februar. Vorige Woche hatte die Regierung den Kantonen noch eine Verlängerung bis Ende März vorgeschlagen. Ab Samstag fällt zudem für einreisende Geimpfte und Genesene die Testpflicht weg. Ungeimpfte und nicht Genesene müssen weiterhin einen negativen PCR- oder Antigen-Schnelltest vorweisen.

    14.12 Uhr: Virologe Streeck fordert Ende von PCR-Tests auf Verdacht

    Hendrik Streeck, Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung, spricht sich für eine neue Strategie im Umgang mit Corona-Tests aus. "Menschen, die keiner Risikogruppe angehören, sollten sich nicht mehr auf Verdacht PCR-Tests unterziehen", schreibt der Virologe in einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung DIE ZEIT. "Wir sollten zuallererst symptombezogen testen. Die medizinische Relevanz eines Virusnachweises im Rachen einer dreifach geimpften Person ohne Symptome ist gering." Streeck geht damit auf die neuen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Omikron-Variante des Coronavirus ein. Diese ist hochansteckend, sorgt aber vor allem unter Geboosterten für viele asymptomatische Infektionen.

    14.01 Uhr: Scholz wirbt für "wahrhaft globale" Impfkampagne

    Bundeskanzler Olaf Scholz hat für stärkere Anstrengungen für eine weltweite Impfkampagne gegen Corona geworben. "Ohne eine wahrhaft globale Immunisierungskampagne werden uns bald die Buchstaben des griechischen Alphabets ausgehen, um neue Virusvarianten zu benennen", warnte der SPD-Politiker am Mittwoch beim virtuellen Davos-Dialog des Weltwirtschaftsforums. Deutschland, schon heute zweitgrößter Geber der Covax-Kampagne, werde weiter seinen Beitrag leisten, versprach er. "Durch unsere Unterstützung für Covax wollen wir bis Mitte des Jahres 70 Prozent der Weltbevölkerung erreichen." Ein Schwerpunkt des deutschen G7-Vorsitzes werde die Verbesserung der internationalen Gesundheitsinfrastruktur sein, kündigte Scholz an. Dabei müssten allerdings Partner vor allem aus dem Privatsektor helfen. Die globale Impfkampagne vollständig zu finanzieren, sei auch "der Booster, den unsere Volkswirtschaften benötigen".

    13.26 Uhr: Weltweite Omikron-Ausbreitung verlangsamt sich

    Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Zahl der neuen Coronavirus-Fälle in der vergangenen Woche weltweit um 20 Prozent auf mehr als 18 Millionen gestiegen. Dies bedeutet eine Verlangsamung des durch die Ausbreitung der Omikron-Variante verursachten Anstiegs.

    In ihrem wöchentlichen Pandemiebericht erklärte die WHO, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen in allen Regionen der Welt gestiegen sei mit Ausnahme von Afrika, wo die Fälle um fast ein Drittel zurückgingen. Die Zahl der weltweiten Todesfälle blieb mit rund 45.000 ähnlich hoch wie in der Vorwoche. Den stärksten Anstieg verzeichnete die WHO in Südostasien, wo sich die Zahl der Neuinfektionen um 145 Prozent steigerte. Im Nahen Osten lag der Anstieg bei 68 Prozent. Am geringsten war er in Nord- und Südamerika sowie Europa mit 17 Prozent beziehungsweise 10 Prozent. Wissenschaftler erklärten vergangene Woche, dass es in den USA und in Großbritannien erste Anzeichen dafür gebe, dass die durch die Omikron-Variante ausgelösten Ausbrüche dort ihren Höhepunkt erreicht haben könnten, und dass die Fälle bald stark zurückgehen könnten.

    13.15 Uhr: Österreich zählt Corona-Rekordwert von fast 30.000 Fällen

    In Österreich treibt die Ausbreitung der Omikron-Variante die Neuinfektionen auf ein Rekordhoch. "Wir haben fast 30.000 Infektionen. Das ist eine erschreckend hohe Zahl", sagt Kanzler Karl Nehammer nach der Kabinettssitzung der konservativ-grünen Regierung. Der bisherige Rekord war in der Vorwoche bei rund 17.000 Fällen. Die offiziellen Zahlen des Gesundheitsministeriums liegen noch nicht vor.

    13.10 Uhr: Grünen-Politiker Dahmen für strengere Masken-Vorschriften

    Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen befürwortet als Reaktion auf die hohen Corona-Fallzahlen eine Verschärfung der Maskenpflicht. "Die Ausweitung der FFP2-Maskenpflicht in Innenräumen und der 2Gplus-Regel, wo Masketragen unmöglich ist, wären sinnvolle Ergänzungen", sagt er Reuters. "Im Nah- und Fernverkehr sollte meines Erachtens landesweit FFP2-Maskenpflicht gelten." Die erwartete "Omikron-Wand" habe Deutschland nun erreicht, die Fallzahlen würden "wohl noch weitere Wochen" steigen. "In den Krankenhäusern wird die Omikron-Wand frühestens in zwei Wochen ankommen." Man müsse damit rechnen, dass die bisherigen Maßnahmen zum Gegensteuern nicht ausreichten.

    12.54 Uhr: Neue Anlage soll Impfstoffproduktion in Afrika befeuern

    Afrika baut seine Impfstoffproduktion von aktuell weniger als einem Prozent mit einer neuen Anlage in der südafrikanischen Touristenmetropole Kapstadt aus. Als Beginn einer neuen Ära würdigte Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa am Mittwoch die Eröffnung der Produktionsstätte, die bis zum Jahr 2025 rund eine Milliarde Impfstoffe für den gesamten Kontinent herstellen will.

    Zugleich soll sie nach dem Willen ihrer Gründer auch für einen Wissenstransfer sorgen. Dahinter steckt das kalifornische NantWorks-Konglomerat, das auf Medizintechnologie spezialisiert ist. Die NantSA-Anlage soll nicht nur Impfstoffe zum Schutz vor dem Coronavirus, sondern auch vor anderen Krankheiten, wie Malaria, Tuberkulose, Gelbfieber oder HIV erforschen und herstellen.

    12.23 Uhr: Stiftungen von Gates und Wellcome spenden 300 Millionen Dollar für Pandemieforschung

    Die Gates-Stiftung und die britische biomedizinische Wohltätigkeitsorganisation Wellcome haben jeweils 150 Millionen Dollar (132 Millionen Euro) für den Kampf gegen Covid-19 und für die Vorbereitung auf künftige Pandemien zugesagt. "Keiner von uns glaubt, dass Omikron die letzte Variante sein wird oder dass Covid-19 die letzte Pandemie sein wird", sagte der Direktor von Wellcome, der britische Wissenschaftler Jeremy Farrar, auf einer Pressekonferenz am Dienstag.

    Die 300 Millionen Dollar gehen an das Bündnis zur Impfstoffforschung (Cepi), eine vor fünf Jahren gegründete globale Partnerschaft, die gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Impfallianz Gavi die internationale Corona-Impfinitiative Covax für eine gerechtere Verteilung der Impfstoffe ins Leben gerufen hat. Die angekündigten Beträge machen allerdings nur einen kleinen Teil des neuen Fünfjahres-Aktionsplans von Cepi aus, der 3,5 Milliarden Dollar vorsieht. Eine im März in London stattfindende Geberkonferenz soll dazu beitragen, die Zielsumme zu erreichen.

    12.13 Uhr: Allmählicher Rückgang der täglichen Impfquoten

    Die Zahl der täglichen Corona-Impfungen geht wieder allmählich zurück. Sie lag am Dienstag bei 589.000 verabreichten Impfdosen, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch hervorgeht. Das ist im Vergleich zu den vorangegangenen Dienstagen so viel wie zuletzt Mitte/Ende November. Am Dienstag vergangener Woche waren es 781.000, am Dienstag vor Weihnachten 1,2 Millionen.

    Mindestens 75,2 Prozent der Bevölkerung (62,5 Millionen Menschen) haben zumindest eine erste Impfdosis erhalten. Die Bundesregierung strebt 80 Prozent Erstgeimpfte bis Ende Januar an, nachdem das zunächst von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) genannte Ziel 7. Januar nicht erreicht worden war. Mindestens 72,9 Prozent der Bevölkerung (60,5 Mio.) haben nach RKI-Angaben einen vollständigen Grundschutz erhalten. Dafür sind in der Regel zwei Impfdosen nötig. Noch zählt das RKI auch Menschen, die nur eine Dosis des Johnson-&-Johnson-Präparats erhalten haben, mit - allerdings wird das gerade umgestellt. Künftig sollen Johnson-&-Johnson-Geimpfte nur noch nach einer zweiten Impfdosis - möglichst mit einem mRNA-Vakzin wie dem von Biontech/Pfizer oder Moderna - von den 2G-Regeln profitieren. Eine zusätzliche Auffrischungsimpfung haben 48,3 Prozent der Bevölkerung (40,1 Mio.) erhalten. Diese ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron. 24,8 Prozent der Bevölkerung (20,6 Mio.) sind bisher nicht geimpft. Allerdings steht für 4,8 Prozent (4,0 Mio.) - die Kinder unter fünf Jahren - noch kein Impfstoff zur Verfügung.

    Auf dem RKI-Dashboard wird darauf hingewiesen, dass die Impfquoten als Mindestimpfquoten zu verstehen sind, "da eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden kann". Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote um bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt.

    12.09 Uhr: Gesundheitsministerium - Sorge wegen hoher Infektionszahlen

    Die aktuellen Corona-Infektionszahlen von über 100.000 Fällen am Tag sind einem Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums zufolge besorgniserregend. Es müsse jetzt beobachtet werden, wie sich dies in den Krankenhäusern auswirken werde. In den USA steige die Belastung auf Intensivstationen wieder. Mittelfristig könne es entsprechend erhebliche Auswirkungen geben. Regierungssprecher Steffen Hebestreit ruft erneut alle Bürger auf, sich impfen zu lassen. Denn es seien weitere Wellen zu erwarten.

    12.06 Uhr: ARD und ZDF verlängern Corona-Unterstützung für Produktionsfirmen

    ARD und ZDF wollen TV-Produktionsfirmen auch künftig bei Mehrkosten, die durch die Corona-Pandemie entstehen, unter die Arme greifen. Die Sender verlängerten ihre Zusagen, sich mit 32,5 Prozent am entsprechenden Ausfallfonds der Bundesländer zu beteiligen, bis Ende Juni, wie am Mittwoch der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) in Leipzig und das ZDF in Mainz mitteilten. Einige der beteiligten Länder haben die Verlängerung der Unterstützungsmaßnahme bereits bestätigt, darunter Bayern, Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Die Intendantinnen und Intendanten der ARD-Landesrundfunkanstalten hatten sich im Dezember auf die Fortsetzung ihrer Unterstützung verständigt, sollte der sogenannte Ausfallfonds II verlängert werden. Anträge dafür können bei der Filmförderungsanstalt eingereicht werden.

    Der Ausfallfonds II besteht seit Anfang 2021 und hat einen Umfang von 48 Millionen Euro. Pro Projekt kann die Höhe der Ausgleichsleistungen bis zu 57,5 Prozent des anerkannten Covid-19-Ausfallschadens betragen, die Sender beteiligen sich mit weiteren 32,5 Prozent. Die Selbstbeteiligung der Produktion beträgt zehn Prozent, mindestens aber 10.000 Euro. Für Fälle, in denen der Ausfallfonds nicht greife, würden sich die ARD-Sender und die ARD Degeto weiterhin mit bis zu 50 Prozent an den Schäden beteiligen, teilte die ARD mit.

    11.53 Uhr: Finnland verlängert Corona-Auflagen

    Die finnische Regierung verlängert den Großteil der Corona-Beschränkungen bis Mitte Februar, will sie dann aber schrittweise lockern. Ein Teil der Maßnahmen fällt bereits Ende Januar weg - darunter die Empfehlung, dass Hobbyaktivitäten von Kindern und Jüngeren in Gruppen vermieden werden sollten. Das teilte die finnische Regierung am Dienstagabend mit. Auch die Vorgaben für den Unterricht an Hochschulen werden gelockert, damit wieder mehr Präsenzunterricht stattfinden kann. Grenzkontrollen werden zum Monatswechsel ebenfalls abgeschafft.

    Wie anderswo in Europa auch sind die Neuinfektionszahlen in dem nordischen EU-Land, angetrieben von der Omikron-Variante des Coronavirus, in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Das finnische Gesundheitsinstitut THL rechnet damit, dass der Höchststand Ende Januar oder Anfang Februar erreicht sein wird. Die Belastung der Intensivabteilungen ist nach Regierungsangaben jedoch deutlich geringer als bei vorherigen Virus-Varianten.

    11.43 Uhr: Mehr als 850 Gebirgsjäger leisten Amtshilfe

    Rund 850 Soldatinnen und Soldaten der Bad Reichenhaller Gebirgsjägerbrigade leisten derzeit in der Corona-Pandemie Amtshilfe in Krankenhäusern und Landratsämtern. Die meisten von ihnen sind über Oberbayern verteilt, teilweise wird auch in Schwaben und Niederbayern Amtshilfe geleistet, so die Hochstaufen-Kaserne auf BR Anfrage. In der Vergangenheit sei auch schon in anderen Regierungsbezirken und Baden-Württemberg unterstützt worden. In Oberbayern helfen die Gebirgsjäger u.a. im Landkreis Rosenheim. Im RoMed-Krankenhaus Bad Aibling packen rund 50 Soldatinnen und Soldaten beim Betten desinfizieren, Betten transportieren oder auch bei der Essensverteilung mit an. Besonders das strukturierte und besonnene Vorgehen in dieser Krisensituation zeichnet das Bundeswehrpersonal aus, meint Pflegedienstleisterin Ingrid Urban in einer Pressemitteilung. 30 Soldatinnen und Soldaten helfen im Landratsamt Rosenheim bei der Kontaktnachverfolgung. In Traunstein helfen aktuell 90 Soldaten im dortigen Klinikum und das voraussichtlich bis Ende des Monats, wobei eine Verlängerung möglich ist, so die Gebirgsjägerbrigade.

    11.30 Uhr: Steinmeier besorgt wegen Radikalisierung bei Corona-Protesten

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich besorgt über eine zunehmende Radikalisierung bei Corona-Protesten geäußert. Vermehrt würden rechtsextreme Kräfte die Proteste für ihre Zwecke instrumentalisieren und andere Menschen vor ihren demokratiefeindlichen Karren spannen, erklärte Steinmeier am Mittwoch in Berlin. Immer häufiger würden bei Demonstrationen Polizisten und Journalisten angegriffen. Auch würden demokratisch gewählte Politikerinnen und Politiker Ziel von Hass und gewaltsamen Übergriffen.

    Ihm sei bewusst, dass die "große, oft stille Mehrheit in unserem Land seit Monaten solidarisch und verantwortungsvoll handelt", so der Bundespräsident. Diese Mehrheit dürfe nicht still bleiben, wenn Extremisten die Axt ans demokratische Urvertrauen legten. Schon jetzt gebe es Regionen, in denen Menschen, die offen für die Demokratie einträten, sich manchmal fragten, ob die Mehrheit hinter ihnen stehe. "Wir dürfen sie nicht alleinlassen, und wir dürfen uns an eine solche Erosion nicht gewöhnen." Auch wenn es anstrengend sei, es müsse versucht werden, Menschen, die sich abwendeten, zurückzuholen. Steinmeier äußerte sich bei einer Diskussion mit ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern zum Jahresauftakt.

    11.25 Uhr: Slowakei verschärft Maskenpflicht und erlaubt Versammlungen

    In der Slowakei sind am Mittwoch neue landesweit einheitliche Corona-Regeln in Kraft getreten. Sie ersetzen ein als unübersichtlich geltendes Ampel-System namens "Covid-Automat", das für die über siebzig Landkreise unterschiedlich strenge Regeln je nach lokaler Infektionslage vorsah. Wegen zahlreicher Ausnahmen und Abstufungen umstritten sind aber auch die neuen Regeln. Sie sehen verschieden strenge Impf- und Testpflichten je nach erwartbarer Kontaktintensität für Gastronomie, Handel und Veranstaltungen vor.

    Auch im Freien müssen seit Mittwoch FFP2-Masken getragen werden, wenn kein Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Personen sichergestellt werden kann. Im Gegenzug sind nun aber wieder Versammlungen von mehr als sechs Personen aus verschiedenen Haushalten erlaubt. Die Oppositionsparteien hatten der Vier-Parteienregierung vorgeworfen, mit dem bisherigen Versammlungsverbot nicht die Pandemie, sondern regierungskritische Proteste zu bekämpfen.

    11.11 Uhr: Chef der Krankenhausgesellschaft hält Verzicht auf Impfpflicht für denkbar

    Der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, hält einen Verzicht auf die geplante Corona-Impfpflicht für denkbar. Als Grund nannte Gaß im "Handelsblatt" vom Mittwoch die Erfahrungen mit dem milderen Verlauf bei einer Infektion mit der Omikron-Variante. "Wenn Corona tatsächlich nur noch als eine Grippe angesehen wird, dann muss das Virus auch so behandelt werden", sagte er. Dann brauche es keine allgemeine Impfpflicht - und auch keine Impfpflicht für medizinisches Personal.

    Gaß verwies darauf, dass der Ethikrat seine Empfehlung für eine Ausweitung auf Grundlage der Erkenntnisse zu der gefährlichen Delta-Variante abgegeben habe. Diese Variante sei nun aber von Omikron verdrängt worden. "Wenn die Politik nach Abwägung der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu dem Ergebnis kommen sollte, dass die Pandemie vorbei ist und es deshalb keine Impflicht mehr braucht, dann gibt es eine neue Lage", sagte Gaß. "Dann gäbe es aus meiner Sicht auch keinen Grund, an der allgemeinen und vor allem der einrichtungsbezogenen Impfpflicht festzuhalten, die ja bereits beschlossen ist."

    10.50 Uhr: Israel meldet rund 71.000 Corona-Neuinfektionen

    Israel hat einen Höchststand von rund 71.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages vermeldet. Diese Zahl nannte der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Nachman Asch, dem Armeeradio. Zum Vergleich: Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 112.323 neue Infektionen. Deutschland hat etwa neun Mal so viele Einwohner wie Israel mit 9,4 Millionen Bürgern.

    Zuletzt hatte das Gesundheitsministerium in Israel Probleme gehabt, aktuelle Infektionszahlen zu übermitteln, wegen einer Überlastung des Systems. Als Grund dafür wurde der starke Anstieg der Fallzahlen genannt. Asch geht nach eigener Aussage davon aus, dass in rund einer Woche der Höhepunkt der Omikron-Welle in Israel erreicht sein dürfte.

    10.48 Uhr: Beamtenbund hält Impfpflicht für behördlich kaum umsetzbar

    Der Beamtenbund dbb hält eine allgemeine Impfpflicht verwaltungstechnisch für kaum umsetzbar. Mit ihrer derzeitigen Ausstattung seien die Behörden kaum in der Lage, die Einhaltung sinnvoll zu kontrollieren, warnte der Vorsitzende Ulrich Silberbach in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er erkenne "unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht, wie sich eine gesetzliche Impfpflicht sinnvoll umsetzen ließe".

    Der dbb-Vorsitzende warnte vor einem weiteren Vertrauensverlust des Staates. "Wird es etwa eine Impfpflicht ohne Konsequenzen für jene, die sich weigern? Dann führt der Staat nur ein weiteres Mal seine Ohnmacht vor. Oder soll etwa doch das Ordnungsamt an jeder Haustür klingeln und Impfnachweise kontrollieren? Dann will ich aber wissen, mit welchem Personalaufwand das kalkuliert wird." Zu fragen sei auch nach den Kontrollbefugnissen. "Eine Politik, die sich nicht bequemt, solche Fragen zu beantworten, ist Schaufensterpolitik auf Kosten des öffentlichen Dienstes, seiner Beschäftigten und des Vertrauens in den Staat."

    10.38 Uhr: EU-Spitzen in Corona-Isolation

    EU-Ratspräsident Charles Michel erlegt sich vorsorglich eine coronabedingte Isolation auf. Er sei über einen Kontakt mit einer Person informiert worden, die positiv getestet worden sei, twitterte Michel am Mittwoch. Daher nehme er nicht an der Plenarsitzung des Europäischen Parlaments in Straßburg teil.

    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte bereits am Montag auf die Teilnahme an der Gedenkfeier für den verstorbenen EU-Parlamentspräsidenten David Sassoli in Straßburg verzichtet, nachdem bei ihrem Fahrer das Coronavirus nachgewiesen worden war. Von der Leyen sagte auch alle weiteren Präsenztermine ab.

    10.21 Uhr: Japan verhängt erneut den Quasi-Notstand

    Japan hat wegen eines drastischen Wiederanstiegs der Corona-Neuinfektionen erneut den Quasi-Notstand über Tokio sowie ein Dutzend weiterer Präfekturen verhängt. Das beschloss die Regierung von Ministerpräsident Fumio Kishida am Mittwoch. Die Hauptstadt des Landes registrierte am selben Tag eine Rekordzahl von 7.377 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Landesweit stieg die Zahl der Neuinfektionen auf den Höchststand von mehr als 38.000 Fällen. Inzwischen dominiert auch in der drittgrößten Volkswirtschaft, die jetzt die bereits sechste Corona-Welle erlebt, die Variante Omikron.

    Mit dem Quasi-Notstand können die Gouverneure die Betreiber von Restaurants und Bars auffordern, früher zu schließen und den Ausschank von Alkohol entweder einzustellen oder zu begrenzen. Japan verzichtet damit schon seit Beginn der Pandemie weiterhin auf einen Lockdown mit harten Ausgangssperren wie in anderen Ländern. Die Maßnahmen treten am Freitag in Kraft und gelten bis zum 13. Februar. Tokios Börse stürzte aus Sorge über Folgen der neuen Infektionswelle für die Wirtschaftserholung auf den tiefsten Stand seit fünf Monaten.

    10.01 Uhr: Coronabedingte Fehlzeiten erreichten im November vorläufigen Höchststand

    Eine aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt, dass im Pandemie-Zeitraum von März 2020 bis November 2021 von den 13,4 Millionen bei der AOK versicherten Erwerbstätigen knapp 700.000 Beschäftigte mindestens eine Krankschreibung aufgrund einer Covid-19-Diagnose erhielten. Damit sind in den ersten 21 Monaten seit Beginn der Pandemie 5,1 Prozent der Versicherten im Zusammenhang mit Covid-19 krankheitsbedingt an ihrem Arbeitsplatz ausgefallen. Die besondere Dynamik des Covid-19-Geschehens in der vierten Welle wird im November 2021 deutlich: Mehr als 20 Prozent aller bisher von Covid-19 betroffenen AOK-Mitglieder (142.786 Beschäftigte) haben eine Arbeitsunfähigkeit allein in diesem Monat erhalten.

    Vor allem Beschäftigte in den Branchen Erziehung und Altenpflege waren von Krankschreibungen im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen: So gab es im bisherigen Verlauf der Pandemie 8.141 Krankschreibungen je 100.000 AOK-Mitglieder in den Berufen der Erziehung, Sozialarbeit und Heilerziehungspflege und 7.515 Krankschreibungen je 100.000 Versicherter in der Altenpflege. Aber auch Berufe in der "nicht-ärztlichen Therapie und Heilkunde", zu denen beispielsweise Physio- oder Ergotherapeuten gehören (7.438), in Arzt- und Praxishilfe (7.323) sowie in Gesundheits- und Kranken-pflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe (7.248) hatten auffallend hohe Fehlzeiten im Zusammenhang mit Covid-19. Die niedrigsten Covid-19-bedingten Fehlzeiten wiesen dagegen die Berufe in der Landwirtschaft (1.270), der Gastronomie (2.184) und der Hotellerie (2.641) auf.

    09.40 Uhr: Über 600.000 Impfungen in Einkaufszentren

    Die Impfkampagne des Einzelhandels und der Handelsimmobilienbranche zieht Zwischenbilanz und vermeldet mehr als 600.000 Impfungen vor allem in Einkaufszentren. Die Aktion "Leben statt Lockdown. Lass dich impfen" soll auch 2022 weiterlaufen, erklärt der Branchenverband HDE. Eine hohe Impfquote sei wichtig, "um sicherzustellen, dass wir im kommenden Herbst nicht wieder vor einer schwierigen Lage stehen", sagt Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Vor allem Ladengeschäfte leiden unter den Einschränkungen durch die Virus-Pandemie.

    09.19 Uhr: Tschechien verzeichnet Höchstwert bei Neuinfektionen

    Die Omikron-Welle hat in Tschechien für eine Rekordzahl von Corona-Neuinfektionen gesorgt. Am Mittwoch meldeten die Gesundheitsbehörden 28.469 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Nach früheren Angaben dürften mehr als 80 Prozent der Neuinfektionen auf die ansteckendere Omikron-Variante zurückgehen. Deutschland stuft das Nachbarland bereits seit Mitte November als Corona-Hochrisikogebiet ein.

    Auch die Zahl der Tests ist zuletzt gestiegen. Seit Montag müssen sich alle Beschäftigten in Firmen und Behörden zweimal die Woche einem Selbsttest unterziehen. Bei einem positiven Ergebnis folgt umgehend ein PCR-Nachweis. Zudem finden an den tschechischen Schulen regelmäßige landesweite Massentests statt.

    Innerhalb von sieben Tagen gab es nach den aktuellen Zahlen 950 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen ist derzeit deutlich niedriger als bei früheren Wellen. Seit Beginn der Pandemie starben 36.937 Menschen im Zusammenhang mit einer Infektion. Tschechien hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

    09.30 Uhr: CDU-Gesundheitspolitiker - Keine Panik wegen Infektionszahlen

    Der gesundheitspolitische Sprecher der Union, Tino Sorge, warnt vor Kurzschlüssen wegen der hoher Corona-Inzidenzzahlen. "Entscheidend ist nicht allein die Inzidenz", sagt Sorge der Nachrichtenagentur Reuters. "Viel relevanter ist der Anteil tatsächlich schwerer Krankheitsverläufe." Seit Tagen würden die Zahlen auf den Intensivstationen sinken, die Hospitalisierungs-Inzidenz liege auf niedrigem Niveau. "Jetzt über neue Eingriffe zu spekulieren, bringt wenig." Sinnvoller wäre es, die Normalstationen der Kliniken zu stärken, die Datenlage zu verbessern und das Impfen weiter voranzutreiben.

    08.57 Uhr: Zahl der Neuinfektionen in Bayern steigt stark an

    Der rasante Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Bayern hält an. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Mittwoch 17.637 neue Fälle im Freistaat, fast 7.000 mehr als am Vortag. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz kletterte auf 607,1. Am Dienstag lag die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche noch bei 576,3. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona seit Beginn der Pandemie stieg um 24 auf 20.214.

    Die größte Zahl an Neuinfektionen hatte erneut die Stadt München. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg von 883,4 am Dienstag auf 948,9 am Mittwoch. Danach folgten die Landkreise Ebersberg (923,0), Miesbach (876,4) und Dachau (866,4). Den niedrigsten Wert meldete der Landkreis Coburg mit 206,8, allerdings mit steigender Tendenz. Am Vortag waren es noch 172,1 gewesen. Niedrige Werte gab es auch in den Landkreisen Kronach (262,2) und Passau (299,3).

    Auf den Intensivstationen lagen am Mittwoch bayernweit 378 Corona-Patienten, 228 von ihnen wurden invasiv beatmet. Rund 14 Prozent der Betten waren noch frei.

    08.09 Uhr: Hausärzteverband fordert Umdenken bei PCR-Test-Strategie

    Mit Blick auf knapper werdende PCR-Test-Kapazitäten spricht sich der Deutsche Hausärzteverband für ein Umdenken bei der Teststrategie aus.

    Der Vorsitzende des Verbandes, Ulrich Weigeldt, sagte am Mittwoch im Inforadio vom rbb: "Ich denke, man muss die Teststrategie insgesamt ein bisschen überdenken, dass man die PCR-Tests dann anwendet, wenn sie Konsequenzen haben und medizinisch sinnvoll sind."

    Das sei beispielsweise bei Beschäftigten in der sogenannten kritischen Infrastruktur der Fall, weil sie viel mit anderen Menschen zu tun hätten, die sie -während sie ihnen helfen- nicht anstecken sollen.

    Wenig sinnvoll hingegen, so Weigeldt, sei der Einsatz von PCR-Tests zu rein bürokratischen oder statistischen Zwecken. "Wenn junge Leute typische Symptome haben [...], einen Schnelltest positiv haben, dann frage ich mich, wozu sollten die noch einen PCR-Test machen, der bringt keine neuen Erkenntnisse."

    Entsprechend müsse auch ein Schnelltest ausreichen, um den Genesenen-Status zu erlangen, betonte Weigeldt. Wer krank sei, solle zuhause bleiben. "Wenn man sich dann anguckt, welche Schlangen vor Testzentren stehen oder gestanden haben, dann kann man sich auch vorstellen, dass alleine das schon aus epidemiologischer und immunologischer Sicht keine besonders gute Aktion ist."

    06.52 Uhr: Stiftungen von Gates und Wellcome spenden 300 Millionen Dollar für Pandemieforschung

    Die Gates-Stiftung und die britische biomedizinische Wohltätigkeitsorganisation Wellcome haben am Dienstag jeweils 150 Millionen Dollar (132 Millionen Euro) für den Kampf gegen Covid-19 und für die Vorbereitung auf künftige Pandemien zugesagt. "Keiner von uns glaubt, dass Omikron die letzte Variante sein wird oder dass Covid-19 die letzte Pandemie sein wird", sagte der britische Wissenschaftler Jeremy Farrar, Direktor von Wellcome, auf einer Pressekonferenz am Dienstag.

    Die 300 Millionen Dollar gehen an die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI), eine vor fünf Jahren gegründete globale Partnerschaft, die gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation und der Vaccine Alliance (Gavi) die Initiative Covax zur Verteilung von Covid-Impfstoffen in den Entwicklungsländern leitet.

    Die angekündigten Beträge machen allerdings nur einen kleinen Teil des neuen Fünfjahres-Aktionsplans der CEPI aus, der 3,5 Milliarden Dollar vorsieht. Eine im kommenden März in London stattfindende Geberkonferenz soll dazu beitragen, die Zielsumme zu erreichen.

    05.30 Uhr: Mehr als 12.000 Verfahren zu falschen Impfpässen

    Das illegale Geschäft mit falschen Impfpässen floriert. Die Polizei geht Verdachtsfällen inzwischen mit bundesweit deutlich mehr als 12.000 Ermittlungsverfahren nach. Die Zahl sei vor allem im vergangenen Dezember in die Höhe geschnellt, berichteten Polizeibehörden der Bundesländer bei einer bundesweiten Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

    Spitzenreiter ist demnach Bayern mit mehr als 4000 Verfahren und 5500 sichergestellten Impfpässen und -zertifikaten, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit mehr als 3500 Verfahren. "Wir müssen leider von einem großen Dunkelfeld ausgehen", berichtete die Landesregierung in München. 05.15 Uhr: Thailand könnte Einreiseregeln im Februar wieder lockern

    Vollständig geimpfte Urlauber können möglicherweise schon ab Februar wieder quarantänefrei nach Thailand einreisen. Grund sei, dass sich die Zahl der täglichen Neuinfizierungen im Land trotz der Ausbreitung der ansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus bei 7000 bis 8000 Fällen pro Tag eingependelt habe. Zudem sei die Zahl der schweren Erkrankungen und der Todesfälle weiter sehr niedrig, sagte Tourismusminister Phiphat Ratchakitprakarn am Mittwoch. Die möglichen Lockerungen für Touristen sollen am Donnerstag bei einem Treffen mit dem Covid-Krisenzentrum CCSA diskutiert werden.

    Die Regierung in Bangkok hatte Ende Dezember aus Angst vor steigenden Fallzahlen wegen Omikron beschlossen, das quarantänefreie "Test&Go"-Modell zunächst auf Eis zu legen. Das im November eingeführte Modell sieht vor, dass zweifach geimpfte Touristen bei der Einreise nur noch einen PCR-Test machen und dann eine Nacht in einem spezialisierten Hotel auf das Ergebnis warten müssen. Anschließend dürfen sie sich frei im Land bewegen. Zuletzt mussten Einreisende aber je nach Herkunftsland und Impfstatus wieder sieben oder zehn Tage in Quarantäne.

    03.43 Uhr: Erstmals mehr als 100.000 Neuinfektionen in Deutschland

    In Deutschland steigt die Zahl der bekannten Infektionen um 112.323 auf knapp 8,19 Millionen, wie aus Daten auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle legt demnach um 239 auf 116.081 zu. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 584,4.

    00.57 Uhr: Brasilien verzeichnet neuen Infektionshöchststand

    Brasilien hat mit 137.103 Fällen innerhalb von 24 Stunden laut den Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Dienstag einen neuen Höchststand bei den Corona-Infektionen verzeichnet. Der bisherige Höchststand datierte vom 23. Juni 2021, als innerhalb von 24 Stunden 115.228 neue Ansteckungen registriert wurden. Das Land mit 213 Millionen Einwohnern verzeichnete seit Pandemie-Beginn 621.517 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus - die zweithöchste Zahl nach den USA.

    Wie in zahlreichen anderen Ländern hatten die Infektionen zuletzt wieder deutlich angezogen. "Der Höhepunkt dürfte im Februar erreicht sein und die Situation sollte sich wieder stabilisieren", erklärte die Epidemiologin Ethel Maciel von der Hochschule Universidade Federal do Espírito Santo (Ufes) der Nachrichtenagentur AFP. "Aber wir wissen noch nicht, wie sich der Karneval auswirken wird", der Ende Februar beginnt, warnte sie.

    Der Straßenkarneval wurde in den meisten brasilianischen Metropolen bereits abgesagt. Es ist immer noch unklar, ob die Paraden der Sambaschulen im symbolträchtigen Sambodrom von Rio de Janeiro stattfinden wird.

    00.15 Uhr: Kassenärzte-Chef - Setzen Impfpflicht in Praxen nicht um

    Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, will nach eigenen Angaben eine etwaige Impfpflicht nicht in den Arztpraxen umsetzen lassen. "Wir werden unseren Ärzten nicht zumuten, eine Impfpflicht gegen den Willen der Patienten zu exekutieren", sagt Gassen der Zeitung "Bild" einem Vorabbericht zufolge. "Die Praxen sind kein Ort, um staatliche Maßnahmen durchzusetzen, sondern leben vom Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient." In den Praxen würden dann keine Impfunwilligen geimpft.

    Dienstag, 18. Januar 2022

    23.15 Uhr: Lauterbach: Impfpflicht muss schnell kommen

    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hält es für wichtig, dass eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona nach einer entsprechenden Entscheidung des Bundestags schnell in Kraft tritt. Die Impfpflicht müsse schnell kommen, sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend in der Sendung "RTL Direkt". "Wenn wir einen Antrag machen wollen, der noch funktioniert, dann ist das ein Antrag, der die Impfpflicht in Kraft setzt - was weiß ich - im April oder um den April herum, vielleicht im Mai."

    Er begründete dies wie folgt: Ungeimpfte müssten dann "drei Impfzyklen durchlaufen (...) und bis dahin ist man dann schon im September oder Oktober". "Weil das muss schnell geschehen, damit ich die Welle - und das ist ja die Begründung für die Impfpflicht - damit ich die Welle im Herbst noch abwenden kann."

    22.00 Uhr: Italien meldet fast 230.000 Neuinfektionen und über 400 Tote

    In Italien meldet das Gesundheitsministerium 228.179 Neuinfektionen binnen eines Tages. Am Tag zuvor waren es noch 83.403. Allerdings wurden laut Ministerium auch deutlich mehr Menschen auf das Coronavirus getestet: rund 1,48 Millionen nach gut 541.000 Tests am Vortag. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um 434 (Vortag 287) auf 141.825. Das ist der zweithöchste Wert in Europa nach Großbritannien und weltweit der neunthöchste. Seit Ausbruch der Pandemie in Italien wurden 9,02 Millionen Ansteckungsfälle registriert.

    21.30 Uhr: Wegen Pandemie verschoben: Verleihung der Grammys nun im April

    Die wegen der rasanten Ausbreitung der hochinfektiösen Omikron-Variante des Coronavirus verschobene Verleihung der Grammy-Musikpreise soll nun im April über die Bühne gehen. Die ursprünglich für den 31. Januar geplante Gala sei auf den 3. April verschoben worden, teilten die Veranstalter am Dienstag in Los Angeles mit. Die 64. Preisvergabe solle in Las Vegas stattfinden, als Moderator sei nach wie vor der Comedian Trevor Noah vorgesehen.

    20.30 Uhr: Corona-Höchstwert von knapp 465.000 Neuinfektionen in Frankreich

    Frankreich hat mit knapp 465.000 gemeldeten Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages einen Höchstwert verzeichnet. Wie die französische Gesundheitsbehörde am Dienstagabend angab, wurden binnen 24 Stunden 464.769 neue Ansteckungen registriert.

    In den vergangenen Wochen steigen die Fallzahlen in Frankreich rasant an. Zuletzt lag der Inzidenzwert, also die Zahl der Ansteckungen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb einer Woche, landesweit bei 3.063. Die Omikron-Variante des Coronavirus dominiert in dem Land mit seinen gut 67 Millionen Einwohnern.

    Angesichts dessen will Frankreichs Regierung weitere Anreize für eine Corona-Impfung setzen und die Regeln für Ungeimpfte deutlich verschärfen. Sie sollen bald keinen Zugang mehr zu Gastronomie, Kulturstätten und zum Fernverkehr haben. Zutritt soll es dann nur noch mit einem Impf- oder Genesungsnachweis geben. Nach heftigen Debatten stimmte das Parlament dem Vorhaben am Sonntag endgültig zu. Einige Abgeordnete und Senatoren riefen wegen strittiger Punkte jedoch den Verfassungsrat an. Dieser will sich nun am Freitag zum Gesetzesprojekt äußern.

    20.00 Uhr: Weniger Taufen in Sachsen-Anhalt wegen Pandemie

    Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Zahl christlicher Taufen in Sachsen-Anhalt drastisch zurückgegangen. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM), die den Großteil von Sachsen-Anhalt und Thüringen umfasst, meldet für 2020 ein Minus von 51 Prozent. Im Kirchenkreis Naumburg-Zeitz wurden sogar 69 Prozent weniger Kinder und Erwachsene getauft. Der Landeskirche fehlen dadurch tausende Mitglieder.

    Nach dem ersten Pandemiejahr hatte die Spitze der Landeskirche gehofft, dass die abgesagten Taufen im Folgejahr nachgeholt werden. Das aber hat sich nicht erfüllt.

    19.41 Uhr: Paraguays Präsident Abdo mit Coronavirus infiziert

    Der paraguayische Präsident Mario Abdo Benítez hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Ein Corona-Test am Dienstag sei positiv gewesen, teilte das Gesundheitsministerium des südamerikanischen Landes mit. Der 50 Jahre alte Staatschef habe leichte Symptome und befinde sich in Quarantäne. Abdo ist zweimal geimpft. Vor wenigen Tagen war bereits seine Ehefrau positiv auf das Coronavirus getestet worden.

    Zuletzt waren die Infektionszahlen in Paraguay sprunghaft angestiegen. Bislang haben sich in dem südamerikanischen Land knapp 500 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, fast 17 000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Etwa 42 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft.

    19.20 Uhr: Johnson bestreitet Lügenvorwürfe zu Lockdown-Partys

    Der britische Premierminister Boris Johnson hat Vorwürfe zurückgewiesen, er habe in der "Partygate"-Affäre gelogen. Ihn habe "kategorisch niemand" darauf aufmerksam gemacht, dass eine Veranstaltung im Mai 2020 im Garten seines Amtssitzes gegen die damals geltenden Corona-Auflagen verstoßen könnte, beteuerte Johnson am Dienstag in einem Interview des Senders Sky News. Er betonte erneut, er sei von einem Arbeitstreffen ausgegangen. Gleichzeitig entschuldigte sich Johnson "für jegliche Fehlentscheidungen, die gemacht wurden". Auf Rücktrittsforderungen entgegnete er, zunächst müsse das Ergebnis eines internen Berichts abgewartet werden.

    Johnsons ehemaliger Chefberater Dominic Cummings hatte ihm am Montagabend vorgeworfen, im Parlament gelogen zu haben, als er jede Kenntnis von Lockdown-Partys im Regierungssitz abstritt. Vergangene Woche hatte der Premier im Parlament eingestanden, bei einem Event mit Dutzenden Mitarbeitern im Garten von 10 Downing Street im Mai 2020 dabei gewesen zu sein.

    19.00 Uhr: Holetschek: Frist für einrichtungsbezogene Impfpflicht überdenken

    Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) ruft die Bundesregierung dazu auf, die bis 15. März bestehende Frist bis zur Einführung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht "gegebenenfalls noch einmal kritisch zu überdenken". Der Bund müsse zunächst offene Fragen klären, sagte Holetschek dem "Münchner Merkur".

    "Wer fällt unter diese Impfpflicht konkret? Wie kann die pflegerische, medizinische und hauswirtschaftliche Versorgung in den Einrichtungen im Einzelfall aufrechterhalten werden? Was geht vor: Impfpflicht oder Versorgung?" Zudem müsse die allgemeine Impfpflicht zügig vorangetrieben werden "Erst dann können meiner Meinung nach die Regelungen zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht sinnvoll vollzogen werden", sagte Holetschek der Zeitung. Keinesfalls dürfe der Eindruck entstehen, dass bestimmte Berufsgruppen einseitig mit Nachteilen belastet würden. Das geschehe aber aktuell.

    Holetschek sieht zudem noch einen weiteren Grund, die Frist zu überprüfen. Ende Februar werde der Impfstoff des Herstellers Novavax geliefert. "Auch dieser Proteinimpfstoff – er basiert auf einer anderen Technologie als die bisher verfügbaren Corona-Impfstoffe – kann nochmal eine positive Rolle dabei spielen, manche Menschen von einer Impfung zu überzeugen", sagte er. In Bayern soll das Vakzin deshalb bevorzugt für Impfungen von Beschäftigten in Einrichtungen im Gesundheits- und Pflegebereich zur Verfügung stehen.

    18.15 Uhr: Corona-Warn-App kostete bisher rund 130 Millionen Euro

    Die offizielle Corona-Warn-App hat den Bund bisher rund 130 Millionen Euro gekostet. Für Entwicklung, Weiterentwicklung und Betrieb durch die Unternehmen SAP und T-Systems fielen 2020 und 2021 insgesamt 116,3 Millionen Euro an, wie die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion antwortete. Für Werbung für die App entstanden beim Bundespresseamt Kosten von 13,7 Millionen Euro und für digitale Werbung beim Gesundheitsministerium von 71 000 Euro.

    Die monatlichen Betriebskosten lagen der Regierungsantwort zufolge im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 3,94 Millionen Euro. Laut einer Prognose sollen es für 2022 im Schnitt rund 2,66 Millionen Euro sein.

    Die Corona-Warn-App für Smartphones war im Juni 2020 gestartet und wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) mittlerweile 40,7 Millionen Mal heruntergeladen. Sie soll dazu beitragen, Infektionsketten einzudämmen. Die App registriert dafür anonymisiert Menschen, die sich für längere Zeit in einem Abstand von zwei Metern oder weniger befunden haben, als Risikokontakte.

    18.00 Uhr: Schottland lässt fast alle Corona-Maßnahmen auslaufen

    In Schottland sollen zum Beginn der kommenden Woche beinahe alle Corona-Maßnahmen auslaufen. Die Zahl der Neuinfektionen sei in den vergangenen zwei Wochen erheblich zurückgegangen, sagte die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon im Parlament in Edinburgh. Trotzdem sei es wichtig, vorsichtig zu bleiben.

    In dem britischen Landesteil dürfen sich bislang nur Mitglieder von maximal drei Haushalten in Innenräumen treffen, Diskotheken müssen geschlossen bleiben. Das soll sich am Montag ändern. Vorerst bleiben sollen aber die Empfehlung zum Homeoffice sowie zur Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlich zugänglichen Innenräumen.

    Auch in England wird damit gerechnet, dass die Corona-Maßnahmen in der kommenden Woche nicht mehr verlängert werden. Dort gibt es allerdings ohnehin nur sehr wenige Auflagen wie die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und die Empfehlung, von Zuhause zu arbeiten.

    17.48 Uhr: Schweden lockert Testpflicht für Reisende

    Geimpfte und genesene EU-Bürger müssen auf dem Weg nach Schweden künftig keinen Corona-Test mehr vorweisen. Die seit dem 28. Dezember geltende Anforderung eines negativen, maximal 48 Stunden alten Tests für Einreisende fällt ab Freitag weg, wie die schwedische Regierung mitteilte. Reisende würden nicht mehr als besonderes Risiko bei der Ausbreitung der Omikron-Variante betrachtet.

    Damit reicht es ab Freitag, wenn man Impfung, Genesung oder einen maximal 72 Stunden alten negativen Test nachweisen kann. Diese Regelung gilt für ausländische Erwachsene, es gibt Ausnahmen.

    Schweden, das in der Corona-Krise einen vielbeachteten Sonderweg mit relativ milden Beschränkungen gewählt hatte, hatte in der zweiten Jahreshälfte 2021 lange Zeit vergleichsweise niedrige Corona-Zahlen verzeichnet. Seit dem Jahreswechsel ist die Zahl der Neuinfektionen jedoch in die Höhe geschossen.

    17.35 Uhr: Leipziger Buchmesse soll trotz Corona im März stattfinden

    Der Direktor der Leipziger Buchmesse, Oliver Zille, hält einem Medienbericht zufolge daran fest, die Buchmesse Mitte März wie geplant stattfinden zu lassen. Der am Freitag vergangener Woche tagende Beirat der Buchmesse habe das Messe-Team darin "bestätigt und bestärkt, an der Durchführung 2022 festzuhalten", sagte Zille dem Branchen-Magazin "Börsenblatt online" .

    "Zum einen müssen wir langfristig lernen, mit der Situation der Corona-Pandemie und den mit ihr verbundenen Unsicherheiten umzugehen", betonte Zille. "Wer sagt uns denn, dass das Problem im kommenden Jahr verschwunden sein wird?". Vor allem aber wisse man aus vielen Gesprächen mit den Ausstellern: "Die Branche will diese Messe in diesem Frühjahr." 75 Prozent aller Aussteller, verglichen mit 2019 und mit dem Anmeldestand kurz vor der Absage 2020, seien angemeldet, so Zille.

    17.20 Uhr: In Dänemark erstmals über 30.000 Neuinfektionen

    Dänemark hat zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie mehr als 30.000 Corona-Infektionen an einem Tag verzeichnet. In der täglichen Auflistung des nationalen Gesundheitsinstituts SSI kamen 33.493 nachgewiesene Fälle hinzu, darunter knapp 31.500 Neuinfektionen und 2.000 erneute Infektionen. Damit sind seit Pandemiebeginn in dem EU-Land mit seinen knapp sechs Millionen Einwohnern knapp 1,2 Millionen Infektionen bestätigt worden. 3.519 Menschen mit einer Corona-Infektion sind bisher gestorben.

    Gesundheitsminister Magnus Heunicke wies auf Twitter darauf hin, dass sich die hohe Infektionszahl nicht in einer entsprechend hohen Zahl von Krankenhauseinlieferungen widerspiegele. Gründe dafür seien die Omikron-Variante und die erneuten Infektionen von Personen, die sich bereits zuvor angesteckt hatten. Die Zahl der in dänischen Krankenhäusern liegenden Patienten mit Corona-Infektion liegt derzeit bei 810, davon befinden sich 49 auf der Intensivstation.

    17.12 Uhr: Impfnachweis wird angepasst - Zweitimpfung bei Johnson&Johnson nötig

    Bis Anfang kommenden Monats sollen in Deutschland die digitalen Impfnachweise an jüngste EU-Vorgaben sowie an Erkenntnisse zur Wirksamkeit des Impfstoffs von Johnson&Johnson angepasst werden. Umgesetzt werden soll damit die Vorgabe der EU, nach der Impfzertifikate künftig nur noch neun Monate nach der Grundimmunisierung gegen das Coronavirus gültig sind, wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte. Im Zuge dessen sollen in Deutschland demnach auch die Vorgaben für eine Impfung mit dem Vakzin von Johnson&Johnson geändert werden.

    Als geimpft mit vollständigem Grundschutz gilt man in Deutschland künftig erst dann, wenn auf die Johnson&Johnson-Erstimpfung eine zweite Impfung erfolgt, so der Sprecher. Dies solle möglichst mit einem mRNA-Vakzin wie dem von Biontech/Pfizer oder Moderna erfolgen, wie er bekräftigte. Der vollständige Schutz ist etwa für die Einhaltung von 2G-Zugangsregeln nötig.

    Mit diesem Schritt soll einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission nachgekommen werden. Diese empfiehlt allen Menschen ab 18 Jahren, die eine erste Johnson&Johnson-Dosis erhalten haben, ihre Immunisierung mit einer zweiten Impfstoffdosis mit einem mRNA-Impfstoff zu optimieren. Laut der EU-weiten Zulassung für diesen Impfstoff hingegen ist für die Grundimmunisierung nur eine Impfstoffdosis nötig - die Regeln in Deutschland weichen somit künftig hiervon ab.

    16.53 Uhr: Höhepunkt der Omikron-Welle in Polen Mitte Februar erwartet

    Die polnische Regierung geht davon aus, dass sich dort Mitte Februar rund 60.000 Personen pro Tag mit dem Coronavirus infizieren könnten. Damit könnte der Höhepunkt der neuen, fünften Welle erreicht sein, die mittlerweile das Land erfasst habe, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Waldemar Kraska. Gesundheitsminister Adam Niedzielski warnte, andere Prognosen würden sogar von mehr als 120.000 Neuinfektionen ausgehen. Am Dienstag lag die Zahl bei knapp unter 20.000.

    Angetrieben wird die Welle so wie im Rest Europas von der Omikron-Variante des Coronavirus. Diese sei in 19 Prozent der in Polen sequenzierten Virus-Proben festgestellt worden, sagte Kraska. Besonders viele Fälle gibt es demnach in der Woiwodschaft Pommern an der Ostsee.

    In Polen mit seinen 38 Millionen Einwohnern sind nur 56,5 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Kraska sagte, von den 377 heute gemeldeten Corona-Toten seien 300 nicht geimpft gewesen.

    16.39 Uhr: Tschechische Musikerin stirbt nach absichtlicher Corona-Infektion

    Eine tschechische Folk-Musikerin ist nach einer absichtlichen Coronavirus-Infektion an Covid-19 gestorben. Hana Horka, Sängerin der Band Asonance, starb am Sonntag im Alter von 57 Jahren, wie ihr Sohn Jan Rek dem Radiosender iRozhlas.cz sagte. Rek zufolge hatte sie sich bewusst dem Virus ausgesetzt, weil sie eine Impfung umgehen wollte. Dazu habe sie sich entschlossen, nachdem ihr geimpfter Mann und ihr geimpfter Sohn erkrankt waren.

    "Sie beschloss, einfach normal mit uns zu leben und sich zu infizieren, anstatt sich impfen zu lassen", schilderte Rek. Er machte örtliche Vertreter der Impfgegner-Bewegung für Horkas Tod verantwortlich. Diese hätten "Blut an ihren Händen", weil sie seine Mutter gegen die Impfung aufgebracht hätten.

    In Tschechien ist der Nachweis einer Corona-Impfung oder überstandenen Infektion Voraussetzung für den Besuch von Kultur- und Sporteinrichtungen sowie Restaurants. Kurz vor ihrem Tod hatte Horka im Internet geschrieben, sie freue sich, nach ihrer "heftigen" Erkrankung bald wieder ins Theater und in die Sauna gehen zu können.

    16.21 Uhr: Russland verkürzt Corona-Quarantäne auf eine Woche

    Nach einem positiven Corona-Test müssen Russen künftig nicht mehr 14, sondern nur noch sieben Tage in Quarantäne. Bei den Regeln für die Corona-Isolation und das Testen müsse man nachbessern, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin Tatjana Golikowa zur Begründung. Sie kündigte auch weitere Neuerungen an, ohne ins Detail zu gehen.

    Auch Russland ist mittlerweile von der Omikron-Welle erfasst worden. Innerhalb einer Woche hat sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen verdoppelt. Am Dienstag stand sie bei 31.252. Neue Einschränkungen gibt es bisher nicht. Präsident Wladimir Putin hatte kürzlich gesagt, dem Land blieben nur wenige Wochen, um sich auf die neue beispiellose Corona-Welle einzustellen.

    Golikowa sagte, bisher seien in Russland 1.682 Fälle der Omikron-Variante bestätigt, die tatsächliche Zahl sei aber viel höher. Unter anderem sei Omikron bereits die dominierende Coronavirus-Variante in Moskau und St. Petersburg.

    16.07 Uhr: Gastgewerbe 2021 ohne Aufwind - "Lage dramatisch"

    Hotels, Restaurants und Caterer haben 2021 das zweite Jahr in Folge schwer unter der Corona-Krise gelitten. Der Umsatz im Gastgewerbe legte zwar um 2,0 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Preisbereinigt stagnierte er jedoch. "Damit waren die Jahre 2020 und 2021 die umsatzschwächsten seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1994." Im Vergleich mit dem Vorkrisenjahr 2019 setzte das Gastgewerbe fast 36 und real sogar gut 40 Prozent weniger um.

    "Die Zahlen verdeutlichen, wie dramatisch die Lage ist", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoha), Ingrid Hartges. Die existenzielle Krise vieler Unternehmen habe sich nun noch weiter verschärft. Besonders hart betroffen seien Stadt- und Tagungshotels, Betriebsrestaurants und Eventcatering, Clubs und Discotheken.

    Alle corona-bedingten Kurzarbeiterregelungen sollten verlängert werden und alle hart getroffenen Unternehmen existenzsichernde Unterstützung erfahren, so Hartges: "Andernfalls wird der mittel- und langfristige Schaden für die Unternehmen und die Arbeitsplätze im Gastgewerbe schwer reparabel sein." Mehr als die Hälfte der Betriebe fühlen sich einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts zufolge in ihrer Existenz bedroht.

    15.46 Uhr: Johnson streitet Vorwurf der Lüge zu Lockdown-Partys ab

    Der britische Premierminister Boris Johnson hat Vorwürfe zurückgewiesen, er habe in der "Partygate"-Affäre gelogen. Ihn habe "kategorisch niemand" darauf aufmerksam gemacht, dass eine Veranstaltung im Mai 2020 im Garten seines Amtssitzes gegen die damals geltenden Corona-Auflagen verstoßen könnte, beteuerte Johnson in einem Interview des Senders Sky News. Er sei von einem Arbeitstreffen ausgegangen. Gleichzeitig entschuldigte sich Johnson "für jegliche Fehlentscheidungen, die gemacht wurden". Auf Rücktrittsforderungen entgegnete er, das Ergebnis eines internen Berichts müsse abgewartet werden.

    Johnsons ehemaliger Chefberater Dominic Cummings hatte ihm am Montagabend vorgeworfen, im Parlament gelogen zu haben, als er jede Kenntnis von Lockdown-Partys im Regierungssitz abstritt. Cummings erklärte, er habe Johnson ausdrücklich vorab darauf hingewiesen, dass es sich bei der Veranstaltung um einen Bruch der Lockdown-Regeln handle.

    Johnson zeigte sich auch reuig im Hinblick auf zwei Partys, die im April 2021 am Vorabend der Beerdigung von Queen Elizabeths Mann Prinz Philip stattgefunden haben. "Ich bereue diese Entscheidungen zutiefst und bitterlich. Ich kann meine Entschuldigung gegenüber der Queen und dem Land nur wiederholen", sagte Johnson.

    15.31 Uhr: Jetzt neun Corona-Fälle bei der DHB-Auswahl

    Die Zahl der Coronafälle in der deutschen Handball-Nationalmannschaft hat sich auf neun erhöht. Weniger als drei Stunden vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Polen teilte der Deutsche Handballbund (DHB) mit, dass auch Torhüter Till Klimpke und Marcel Schiller positive Ergebnisse bei PCR-Tests aufwiesen. Das DHB-Team wird somit mit 14 Spielern gegen Polen antreten.

    15.26 Uhr: PCR-Testzahlen mit fast zwei Millionen in einer Woche auf Allzeithoch

    Angesichts der sich rasant ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus hat der Laborverband ALM einen Höchstwert an PCR-Testungen pro Woche verzeichnet. In der vergangenen Woche bis zum Sonntag seien in den fachärztlichen Laboren in Deutschland etwa 1,95 Millionen PCR-Tests durchgeführt worden – mehr als je zuvor in der Pandemie, teilte der Verband mit.

    Etwa jeder vierte Test (24,9 Prozent) sei positiv ausgefallen, insgesamt habe es fast 490.000 positive Testergebnisse gegeben. Auch dies sei ein Rekord. Die Auslastung der Labore lag demnach im bundesweiten Durchschnitt bei 86 Prozent und stieg damit im Vergleich zur Vorwoche deutlich (64 Prozent). "Die Lage ist tatsächlich ernst, die Labore sind an den Kapazitätsgrenzen und darüber hinaus", sagte der ALM-Vorsitzende Michael Müller.

    Die Labore konnten demnach ihre Kapazitäten zwar weiter deutlich erhöhen, in dieser Woche beträgt die gemeldete Kapazität für PCR-Tests in deutschen Laboren etwa 2,52 Millionen. Dennoch könne man sich nicht aus der Pandemie heraustesten, mahnte Müller. Um eine Überlastung der Labore und der Fachkräfte zu vermeiden, plädierte er erneut dafür, schnell und konsequent die Nationale Teststrategie anzuwenden, die auch Priorisierungen für PCR-Tests bei begrenzter Kapazität vorsieht.

    15.14 Uhr: Pflegevereinigung fordert allgemeine Impfpflicht

    Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern hat eine Aussetzung der berufsbezogenen Impfpflicht gefordert und plädiert stattdessen für eine allgemeine Impfpflicht "als notwendige Maßnahme zur Bewältigung der Pandemie". Eine einrichtungsbezogene Impfpflicht leiste "überhaupt keinen Beitrag zur nachhaltigen Bewältigung der Covid-19-Pandemie" ,sagte Verbandspräsident Georg Sigl-Lehner in München.

    Die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht sieht vor, dass Beschäftigte in Einrichtungen wie Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheimen bis zum 15. März nachweisen müssen, dass sie geimpft oder genesen sind. Bei der großen Mehrheit der Beschäftigten, die geimpft und meist auch schon geboostert seien, komme diese Art der Impfpflicht nicht gut an, stellte Sigl-Lehner fest. Sie werde als Ausdruck von Misstrauen verstanden. Es sei nicht verhältnismäßig, ausgerechnet jene mit einer Impfpflicht zu belegen, die ohnehin schon einen wesentlichen Beitrag leisteten.

    Außerdem sei fraglich, wie die Einrichtungen den erneuten Mehraufwand durch die Nachweispflicht verkraften sollen. Der Verbandspräsident befürchtet, dass die Dynamik der Omikron-Welle, an deren Anfang man erst stehe, in die ohnehin dünne Personaldecke noch einmal weitere Löcher reißt. Die brisante Personalnot in den Gesundheitsberufen und speziell in der Pflege bleibe im bisherigen Konzept vollkommen unberücksichtigt.

    14.56 Uhr: Stellvertreter des Papstes positiv getestet

    Der Stellvertreter des Papstes, der italienische Kardinal Pietro Parolin, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 67-jährige enge Vertraute von Franziskus habe leichte Symptome und befinde sich derzeit in Isolation, erklärte der Pressesprecher des Vatikans am Dienstag. Auch der venezolanischer Erzbischof und Stellvertreter im Staatssekretariat Edgar Peña Parra wurde demnach positiv getestet, habe aber keine Symptome. Beide sind gegen das Virus geimpft.

    Der ebenfalls geimpfte 85-jährige Papst trifft sich regelmäßig mit Parolin. Der argentinische Pontifex ist ein überzeugter Befürworter von Impfungen, erscheint jedoch bei öffentlichen Zeremonien regelmäßig ohne Maske und scheut sich auch in Pandemie-Zeiten nicht, mit Gläubigen oder Gesprächspartnern in Kontakt zu treten und ihnen die Hand zu schütteln.

    Seit 10. Januar ist das Tragen einer Maske des Typs FFP2 für alle Angestellten des Vatikans Pflicht. Ab dem 31. Januar wird am Arbeitsplatz auch der Nachweis eines Impfpasses verlangt.

    14.34 Uhr: Staatssender in China warnt wegen Corona vor Auslandspost

    Das chinesische Staatsfernsehen hat wegen der Verbreitung des Coronavirus vor Post und Einkäufen aus dem Ausland gewarnt. "Minimieren Sie den Kauf von Überseewaren aus Ländern mit einer hohen Inzidenz", schrieb der Staatssender CCTV auf seiner Website. Sollten doch Pakete aus dem Ausland empfangen werden, wurden Schutzmaßnahmen empfohlen. Beim Empfang von Sendungen sei das Tragen von Einweghandschuhen und einer Schutzmaske sinnvoll. Zudem sollten Pakete im Freien geöffnet und desinfiziert werden.

    CCTV veröffentlichte seine Empfehlungen, nachdem die chinesische Hauptstadt Peking am Wochenende ihren ersten Omikron-Fall gemeldet hatte. Die Infizierte habe zuvor Post aus Kanada erhalten, hieß es in Staatsmedien. Eine Probe der Post sei positiv auf Omikron getestet worden.

    In der Vergangenheit waren in China, das eine strenge Null-Corona-Strategie verfolgt, immer wieder importierte Waren wie gefrorenes Fleisch oder Früchte für Infektionen verantwortlich gemacht worden. Internationale Experten bezweifeln jedoch, dass eine Ansteckung über die Berührung von versendeten Paketen oder Produkten möglich ist.

    14.18 Uhr: Israel verteilt bis zu 30 Millionen Antigen-Tests an Bürger

    Israel will bis zu 30 Millionen kostenlose Corona-Schnelltests an seine Bürger verteilen. Das Angebot richte sich vor allem an finanziell schwächere Bevölkerungsgruppen unter den etwa 9,4 Millionen Einwohnern, teilte die Regierung mit. So sollen vor allem Schüler, bedürftige Familien, Studenten und Senioren die Antigen-Testkits erhalten. Die Verteilung solle nächste Woche beginnen. Verantwortlich dafür seien unter anderem das Sozialhilfeministerium und das Heimatschutzkommando.

    Israel hatte wegen Überlastung der PCR-Teststationen vorletzte Woche die PCR-Testpflicht massiv eingeschränkt. Weite Teile der Bevölkerung müssen seither nur noch Antigen-Tests machen, wenn sie mit einem Corona-Infizierten in Kontakt gekommen sind. Allerdings kostete ein Antigen-Test zuletzt rund sechs Euro. Nach Medienberichten bemüht sich die Regierung, die Preise zu senken.

    Die Zahl der Corona-Neuinfektionen war in der vergangenen Woche auf bis zu fast 50.000 Fälle pro Tag gestiegen. Allerdings hat das Gesundheitsministerium seit Sonntagabend keine neuen Zahlen mehr veröffentlicht - nach eigenen Angaben aufgrund von einer Überlastung des Systems wegen des starken Anstiegs bei den Fallzahlen. In Israel gelten laut Gesundheitsministerium nur noch rund 62 Prozent der Bevölkerung als vollständig geimpft.

    13.17 Uhr: Auch Wimbledon für Tennisstar Djokovic ungewiss

    Dem Tennis-Weltranglistenersten Novak Djokovic drohen nach der Einreise-Posse in Australien offenbar auch bei den weiteren Grand-Slam-Turnieren des Jahres Probleme. Die Organisatoren des Rasenklassikers in Wimbledon wollen dem ungeimpften Serben laut Medienberichten bislang keine Zusicherung für eine Teilnahme in diesem Sommer geben. Auch ein Start bei den French Open sowie den US Open ist ohne Impfung gegen das Coronavirus fraglich. Demnach sollen die Turnier-Verantwortlichen in Wimbledon bereit sein, die Corona-Maßnahmen über die gesetzlichen Vorgaben hinaus zu verschärfen. Das berichten die britischen Tageszeitungen Mirror und Telegraph am Dienstag.

    Der 20-malige Grand-Slam-Sieger war am Sonntagabend nach einem tagelangen Rechtsstreit aus Australien ausgewiesen worden. Der Weltranglisten-Erste wollte mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung ungeimpft an den Australian Open teilnehmen.

    12.45 Uhr: Kitzbühel verschärft Maßnahmen nach illegaler Après-Ski-Party

    Polizeistreife in Dauerschleife und Schließung der Außengastro: Nach einer verbotenen Aprè-Ski-Party zieht der österreichische Luxus-Skiort Kitzbühel Konsequenzen. Die Bezirksbehörde kündigte an, dass die Außengastronomie bis Ende der Woche geschlossen bleiben muss - auch während der traditionellen Weltcup-Skirennen der Herren am Wochenende. Außerdem sollen Polizeistreifen "in Dauerschleife durch die Stadt ziehen", um Lokale und Bars zu kontrollieren, sagte Bezirkshauptmann Michael Berger dem Sender ORF. Ausgelöst wurden die strengeren Maßnahmen durch ein Video einer Après-Ski-Party.

    Ein Unternehmer, der als Gast in einer Bar in Kitzbühel war, hatte Aufnahmen von dicht gedrängt Feiernden vor wenigen Tagen online geteilt. Eine Welle der Entrüstung folgte. Im Bezirk Kitzbühel lag die Zahl die Inzidenz zuletzt bei etwa 3.600 - laut der staatlichen Gesundheitsagentur Ages sind 70 bis 80 Prozent der Corona-Infektionen im Freizeitbereich in Österreich auf Lokalbesuche von Skifahrern zurückzuführen.

    11.59 Uhr: Hongkong ordnet Tötung von 2.000 Hamstern an

    Die Hongkonger Behörden haben nach Corona-Nachweisen bei Hamstern in einer Tierhandlung die Tötung von etlichen der Tiere angeordnet. Ein Mitarbeiter der Tierhandlung war am Montag positiv auf die Delta-Variante des Virus getestet worden. Behördenvertreter sagten, auch der Verkauf und Import von Hamstern in Hongkong werde gestoppt. Alle Geschäfte, die Hamster in Hongkong verkauften, müssten vorläufig den Betrieb einstellen. Etwa 2.000 der Nagetiere würden auf humane Weise getötet.

    Die Behörden erkannten an, dass es "keinen Beweis" dafür gebe, dass Haustiere das Virus auf Menschen übertragen könnten, ordneten aber dennoch als Vorsichtsmaßnahme an, Kunden ausfindig zu machen, die nach dem 7. Januar in dem betroffenen Geschäft Hamster kauften. Sie sollten sich in eine Pflichtquarantäne begeben. Die Kunden müssen zudem ihre Hamster zur Tötung an die Behörden übergeben. Menschen, die nach dem 22. Dezember in Hongkong Hamster kauften, sollten auf das Virus getestet werden und sich bis zum Vorliegen eines negativen Testergebnisses nicht unter Menschen begeben.

    11.26 Uhr: Neue Version der Corona-Warn-App zeigt Impfstatus

    2G oder 3G: Das zeigt die neue Version der Corona-Warn-App an. Das Update der offiziellen Warn-App des Bundes ist nun in der Lage, gültige Impf- oder Genesenenzertifikate sowie einen digitalen Testnachweis in einen Gesamtstatus zusammenzufassen. Das teilten die Betreiber der App, die SAP und Deutsche Telekom, in einem Blogeintrag mit. Die Version 2.16.1 war am Dienstagvormittag bereits im App-Store von Apple für das iPhone verfügbar. Für Android-Smartphones soll die Version bis zum Mittwochabend zur Verfügung stehen.

    Damit die unterschiedlichen Zertifikate richtig zu einem Gesamtstatus zusammengefasst werden können, müssen die Details der Nachweise übereinstimmen. Das betrifft Daten wie das Geburtsdatum, sämtliche Vornamen und die Schreibweise des Namens. In der App werden dann vier verschiedene Kombi-Anzeigen dargestellt: 2G, 2G+, 3G und 3G+.

    Aus Datenschutzgründen sei bei der Kontrolle der Zertifikate durch die CovPassCheck-App aber nicht ersichtlich, ob die Person ein Impf- oder Genesenenzertifikat hat. "Beim Scan der QR-Codes sehen die Kontrollierenden nur, ob das Zertifikat gültig ist oder nicht."

    10.01 Uhr: Gesundheitsminister Lauterbach will kein Impfregister

    Impfpflicht ja, Impfregister nein: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) plädiert für eine allgemeine Impfpflicht ohne ein erst noch zu schaffendes Impfregister. Der Staat könne die Impflicht auch ohne Impfregister überwachen, erklärte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. Der Aufbau eines Registers dauere zu lange und sei auch aus Gründen des Datenschutzes umstritten. Auf Details einer Impfstatus-Kontrolle ohne Register wollte er aber nicht eingehen, um noch zu formulierenden Anträgen im Bundestag nicht vorzugreifen.

    Zur Begründung einer allgemeinen Impfpflicht wies er auf die seiner Ansicht nach zu niedrige Impfquote hin. Das Virus könne sich auch noch einmal verändern, in dem es wie Omikron höchstansteckend bleibe, aber wieder tödlich wie Delta werde. "So etwas kann niemand ausschließen. Daher sind Werte von 80 Prozent deutlich zu niedrig."

    09.11 Uhr: Kinderärzte gegen erneute Schulschließungen

    Trotz Omikron: Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte betont einmal mehr, dass erneute Schulschließungen die Ultima Ratio bleiben sollen. "Es wird sich bei sehr hohen Zahlen nicht vermeiden lassen, das muss aber klar der letzte Schritt sein", sagte Verbandssprecher Jakob Maske dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

    Die Konsequenzen geschlossener Schulen seien wesentlich schlimmer als die Folgen einer Infektion, die Kinder und Jugendliche zu erwarten hätten. "Schule ist nicht nur Lehrraum, sondern auch Sozialraum“, sagte Maske. "Daher ist es für die Gesundheit der Kinder wichtig, dass sie offenbleiben." Der Kinderarzt begründete seine Forderung mit dem aktuellen Infektionsgeschehen. Der Verband sehe zwar eine deutliche Zunahme der Infektionen, aber Kinder und Jugendliche erkrankten nur selten. Im Falle einer Erkrankung seien die Symptome eher mild.

    08.23 Uhr: 93 Prozent weniger Kreuzfahrt-Passagiere

    Sonnendeck, Meer und ferne Länder - das war einmal: Die Corona-Pandemie hat den Kreuzfahrten-Boom massiv ausgebremst. Im Jahr 2020 starteten rund 530.000 Passagiere und damit rund 93 Prozent weniger als im Vorjahr eine Kreuzfahrt in einem EU-Land. Das teilte das Statistische Bundesamt auf Basis von Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union mit Im Vor-Corona-Jahr 2019 waren es noch 7,4 Millionen Passagiere - so viele wie nie zuvor.

    Von den deutschen Kreuzfahrthäfen an Nordsee und Ostsee starteten im Jahr 2020 rund 96 Prozent weniger Passagiere als im Vorjahr. Im Jahr 2019 waren es noch 1,3 Millionen Passagiere.

    Kreuzfahrten wurden vor der Pandemie Jahr für Jahr beliebter. Umweltschützer warnten davor, dass CO2-Emissionen und Schweröl die Umwelt stark belasten.

    07.41 Uhr: Noch keine gestiegenen Kündigungszahlen wegen Impfpflicht

    Bis zum 15. März müssen Beschäftigte in Einrichtungen wie Arztpraxen und Kliniken Impf- oder Genesungsnachweise vorlegen. Laut der Deutschen Krankenhausgesellschacht (DKG) habe es bislang keine gestiegenen Kündigungszahlen in Kliniken gegeben. "Aktuell haben uns noch keine Meldungen aus den Krankenhäusern zu möglichen Kündigungen aufgrund der ab 15. März geltenden Impfpflicht erreicht", sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß der "Rheinischen Post".

    Die Impfquote in den Krankenhäusern sei bundesweit mit mehr als 90 Prozent sehr hoch. "Aber es gibt regionale Unterschiede, und wir können nicht ausschließen, dass es an einzelnen Standorten auch zu Problemen kommen kann." Die Krankenhausträger setzten deshalb alles daran, noch Aufklärungs- und Informationsarbeit zu leisten, um möglichst viele Beschäftigte von einer Impfung zu überzeugen.

    Anders dagegen könnte es beim Personal aussehen, das nicht direkt in der Pflege arbeitet, sondern sogenannte unterstützende Tätigkeiten in den Kliniken ausübt - etwa Küchenhilfen oder Reinigungskräfte. Der Deutsche Pflegerat die Situation geht davon aus, dass es bei diesen Beschäftigten auf Grund der Impfpflicht noch zu Kündigungen kommen wird. In diesen Berufsgruppen herrsche "eine etwas geringe Impfquote", sagte Pflegerats-Präsidentin Christine Volger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Einige dieser Beschäftigten überlegten, "den Job zu wechseln, wenn die Impfpflicht an ihrem Arbeitsplatz greift".

    Die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, Christel Bienstein, sagte, es lasse sich derzeit aufgrund der Datenlage nicht seriös einschätzen, "ob es durch die einrichtungsbezogene Impfpflicht wirklich zu vielen Kündigungen kommen wird". Klar sei aber, dass nicht erst seit der Pandemie "ein eklatanter Personalmangel in den Pflegeberufen" herrsche. "Jede Kündigung verschärft diesen Mangel und das führt zu einem weiteren Versorgungsmangel in allen pflegerischen Bereichen", sagte Bienstein.

    06.37 Uhr: VdK-Präsidentin fordert Zuschüsse für FFP2-Masken

    Regelmäßig frische FFP2-Masken - für Menschen mit wenig Geld eine teure Anschaffung: Angesichts der erhöhten Ansteckungsgefahr durch die Omikron-Variante fordert VdK-Präsidentin Verena Bentele Unterstützung für Pflegebedürftige und ärmere Menschen, damit sie sich FFP-2-Masken leisten können. "Omikron ist hochansteckend und Masken sind hocheffizient. Aber für diejenigen, die kaum über die Runden kommen, wie Pflegebedürftige, Menschen mit kleinen Renten und Grundsicherungsbezieher, sind regelmäßig frische FFP2-Masken zu teuer", sagte die Präsidentin des Soziaverbands am Dienstag in Berlin.

    Bentele forderte die Bundesregierung auf, die Pflegehilfsmittelpauschale für Pflegebedürftige wieder auf 60 Euro hochsetzen. Es sei völlig unverständlich, dass sie zum Jahresende 2021 nicht verlängert worden sei. Darüber hinaus müssten für Hartz IV- und Grundsicherungsempfänger die Kosten für die Masken übernommen werden. "Im Moment sind gerade mal 17 Euro im Monat im Regelsatz für Gesundheitskosten vorgesehen. Das ist viel zu wenig", so Bentele. Dies müsse auch für alle Menschen mit kleinen Einkommen wie Empfänger von Wohngeld oder Kinderzuschlag und für kinderreiche Familien gelten.

    03.50 Uhr: Mehr als 74.000 Neuinfektionen in Deutschland

    In Deutschland steigt die Zahl der bekannten Infektionen um 74.405 auf knapp 8,075 Millionen, wie aus Daten auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle legt demnach um 193 auf 115.842 zu. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 553,2.

    02.18 Uhr: Australien meldet Rekord bei neuen Todesfällen

    Australiens drei bevölkerungsreichste Bundesstaaten New South Wales, Victoria und Queensland melden zunächst 74 weitere Todesfälle und damit so viele wie noch nie. Der bisherige landesweite Höchststand wurde am Donnerstag mit 57 verzeichnet. In Australien breitet sich Omikron rapide aus.

    01.21 Uhr: 43 Prozent der Haushalte haben Einkommen oder Ersparnisse verloren

    In Deutschland geben einer Studie zufolge 43 Prozent aller Haushalte an, während der Pandemie Einkommen oder Ersparnisse verloren zu haben. Jeder sechste Haushalt habe nach eigenen Angaben trotz Bedarfs keine staatliche Hilfe erhalten, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" laut Vorabbericht unter Berufung auf eine Erhebung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Vielen fehlten Informationen oder sie scheiterten an der Bürokratie.

    Montag, 17. Januar 2022

    22.00 Uhr: Tausende protestieren erneut gegen Corona-Politik

    Erneut sind in Bayern zahlreiche Menschen gegen die aktuelle Corona-Politik auf die Straße gegangen. Mehrere tausend Menschen protestierten bei weit mehr als hundert Versammlungen im Freistaat, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur am Montagabend bei den Polizeipräsidien ergab. Größere Zwischenfälle gab es demnach nicht. Beim Protestzug in Nürnberg waren laut Polizei in der Spitze bis zu 5.500 Teilnehmer unterwegs. In Augsburg protestierten demnach bis zu 2.000 Menschen, in Bamberg waren es rund 1.860, in Bayreuth und Penzberg 1.500, in Regensburg 1.050, in Amberg 1.100 sowie in Landshut und Neustadt an der Aisch 1.000. Einige der Versammlungen im Freistaat waren erneut nicht angemeldet worden. Vereinzelt gab es vergleichsweise kleineren Gegenprotest, etwa in Nürnberg, Bayreuth, Regensburg und Amberg.

    21.43 Uhr: Hunderte demonstrieren in München und Oberbayern gegen staatliche Corona-Maßnahmen

    In München und Oberbayern sind heute Abend wieder hunderte Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. In der Landeshauptstadt zogen nach Polizeiangaben über 100 Personen in Kleingruppen mit Trillerpfeifen durch die Fußgängerzone und entlang des Viktualienmarktes. Dabei skandierten sie immer wieder lautstark "Friede" und "Freiheit". Zu Zwischenfällen und Anzeigen kam es nach Angaben eines Sprechers des Polizeipräsidiums München nicht. Auch im Landkreis Starnberg bildeten sich in mehreren Gemeinden (Starnberg, Gauting, Gilching, Pöcking und Herrsching) Versammlungen von Impfgegnern. Nach Angaben des Polizeipräsidums Oberbayern Nord verliefen die Proteste hier störungsfrei. Das Verwaltungsgericht München hatte am Abend im Eilverfahren die Allgemeinverfügungen der Stadt München und des Landkreises Starnberg aufgehoben und damit im Sinne der beiden Antragsteller entschieden. Mit diesen Verfügungen sollten nicht angemeldete Versammlungen verboten werden. Dieses präventive Verbot sei unverhältnismäßig, so das Verwaltungsgericht. Auch Landsberg hatte mit einer Allgemeinverfügung alle Versammlungen für heute abend in der Innenstadt östlich des Lechs untersagt. Gegen diese Allgemeinverfügung lag kein Antrag zur Aufhebung vor, so dass sie weiter gültig war. Wie die Polizei berichtet, trafen sich deshalb ab 18 Uhr 500 Menschen auf der Waitzinger Wiese und damit westlich des Lechs, um von dort durch die westlichen Stadtgebiete zu ziehen und kurz vor 20 Uhr zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Gegen zwei Versammlungsteilnehmer wurden Strafanzeigen gestellt, weil sie zwei Medienvertreter nach einem Wortgefecht körperlich bedrängt haben sollen. Weitere nicht angemeldete Versammlungen in Kaufering mit 150 Teilnehmenden und Dießen am Ammersee mit 60 Personen verliefen nach Polizeiangaben störungsfrei.

    21.12 Uhr: Corona-Protestzug in Landsberg verläuft nach Verbot außerhalb der Altstadt

    Die Polizei hat am Abend Einsatzkräfte unter anderem an den Zugängen zur Altstadt postiert, um das Verbot einer Demonstration gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen durchzusetzen. Rund 200 Beamte waren laut Polizei dabei im Einsatz. Stattdessen versammelten sich nach Polizeiangaben rund 500 Menschen auf der Waitzinger Wiese auf der anderen Seite des Lechs, die von der Allgemeinverfügung des Landratsamtes zum Versammlungsverbot nicht erfasst war. Von dort liefen sie einen mehrere Kilometer langen Rundweg, unter anderem über die Von-Kühlmann-Straße am Landratsamt vorbei. Der Demonstrationszug außerhalb der Altstadt blieb weitgehend friedlich, laut Polizei wurden die von ihr geforderten Abstandsregeln zwischen den Teilnehmern zumeist eingehalten. Auch nach Ablauf der Allgemeinverfügung um 20 Uhr kamen keine Demonstranten in die Altstadt. Die Allgemeinverfügung hatte das Landratsamt am vergangenen Donnerstag (13.1.) erlassen, nachdem am Montag vergangener Woche (10.1.) mehr als 1.200 Demonstranten gegen die Corona-Politik und etwa 250 Gegendemonstranten in der Landsberger Altstadt zusammengekommen waren.

    20.50 Uhr: Mehrere Hundert Demonstranten gegen Corona-Maßnahmen in Rostock

    In der Rostocker Innenstadt haben sich am Abend mehrere Hundert Demonstranten gegen die Corona-Politik versammelt - und eine kleinere Zahl an Gegendemonstranten. Nach etwa einer Stunde gab es noch keinen Demonstrationszug durch die Stadt, da die nötige Anzahl von Ordnern nicht bereitgestellt werden konnte. Die Versammlungsleiterin löste die Versammlung gegen die Corona-Maßnahmen schließlich auf, weil gegen die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht verstoßen wurde. Die Stimmung unter den Demonstranten war Beobachtern zufolge aufgeheizt, es wurden auch Böller gezündet. An zwei Kreuzungen fuhr die Polizei mit Wasserwerfern auf. Die Demonstranten wurden eingekesselt. Schätzungsweise mindestens ein Dutzend Störer wurde von Polizisten vorläufig festgenommen. Außerdem wurden Eltern mit Kindern aufgefordert, die Versammlung zu verlassen.

    20.47 Uhr: Polizei geht gegen Corona-Proteste in Cottbus vor

    Im südbrandenburgischen Cottbus hat die Polizei am Montagabend eine unangemeldete Demonstration von Corona-Leugnern aufgelöst. Nach Angaben einer Polizeisprecherin hatten sich am Abend nach einem Aufruf in den sozialen Netzwerken etwa 1.500 Menschen in der Innenstadt versammelt, um gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen zu protestieren. Nachdem sich kein Versammlungsleiter fand, habe die Polizei den Aufzug aufgelöst, sagte die Polizeisprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd).Als es zu einem Durchbruchsversuch einer Polizeikette kam, hätten die Einsatzkräfte Reizgas eingesetzt. Einer der Demonstranten sei medizinisch behandelt worden. Zudem würden die Identitäten von Demonstrierenden festgestellt. Augenzeugen berichteten auf Twitter von Einkesselungen der Demonstranten und Durchgreifen der Polizei.Cottbus ist seit Wochen Schwerpunkt der Corona-Proteste in Brandenburg. Zuletzt hatten sich dort montags immer mehrere tausend Menschen versammelt. Zu den Protesten mobilisiert unter anderem der rechtsextreme Verein Zukunft Heimat, der in der Vergangenheit auch schon die Asylproteste in der Lausitz-Stadt angeführt hatte. In ganz Südbrandenburg wurde für diesen Montag zu Aufzügen an 24 Orten aufgerufen. Laut der Polizeisprecherin gab es einen Gegenprotest im zweistelligen Teilnehmerbereich in Forst.

    20.35 Uhr: Corona-Aufzüge und Gegenproteste am Abend

    In vielen Berliner Bezirken und Stadtvierteln sind am Abend erneut Corona-Leugner, Impfkritiker und Verschwörungsideologen auf die Straße gegangen. Die Polizei sprach von stadtweit etwa 3.000 Menschen, die sich an angemeldeten und nichtangemeldeten Demonstrationen und Aufmärschen beteiligten. Die größten Versammlungen habe es in Alttegel mit 960 und in Berlin-Mitte mit 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gegeben. Ziel des Aufzugs in Mitte war das ZDF-Hauptstadtstudio.Vielerorts stießen die sogenannten "Querdenker" auf zunehmende Gegenproteste unter anderem vor dem Roten Rathaus, den Rathäusern Neukölln, Pankow und Köpenick sowie in Friedrichshain und Tegel sowie vor der Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg. In dem Kiez um die über Berlin hinaus bekannte Kirche wächst seit Wochen der Widerstand von Anwohnerinnen und Anwohnern sowie der Kirchengemeinde gegen die Vereinnahmung der in der DDR begründeten Montagsandachten durch die Protestierenden gegen die Corona-Politik.Die Polizei agierte Beobachtern zufolge sehr unterschiedlich. So wurden die nicht angemeldeten Aufzüge in Schöneberg und Friedrichshain von Einsatzkäften nach kurzer Zeit gestoppt und aufgelöst. Auch eine Blockade einer Handvoll Gegendemonstranten in Mitte wurde von der Polizei umgehend geräumt.

    In Thüringen waren nach ersten Angaben der Landespolizeidirektion an zahlreichen Orten mehr als 21.000 Menschen bei Versammlungen zur Corona-Politik dabei. Hohe Teilnehmerzahlen meldete die Polizei auch aus Baden-Württemberg. In Rottweil nahmen etwa 1.400 Demonstranten an einem nicht angemeldeten Zug durch die Stadt teil, sagte ein Sprecher. In Ravensburg und Friedrichshafen beteiligten sich jeweils mehr als 1.000 Menschen an ebenfalls nicht angemeldeten Versammlungen. In Mecklenburg-Vorpommern heizte sich in der Rostocker Innenstadt die Stimmung nach einer Versammlungsauflösung auf, an zwei Kreuzungen fuhr die Polizei mit Wasserwerfern auf. Die Demonstranten wurden eingekesselt. Schätzungsweise ein Dutzend Störer wurde von Polizisten vorläufig festgenommen. Außerdem wurden Eltern mit Kindern aufgefordert, die Versammlung zu verlassen. Auf dem Greifswalder Markt stellten Bürger mehr als 1.500 Kerzen zum Gedenken an die Corona-Toten im Nordosten auf. In der Kölner Innenstadt trafen unterdessen je rund 1.000 Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen und Teilnehmer einer Gegendemonstration unter dem Motto "Köln ist solidarisch" aufeinander - laut Polizei zunächst ohne nennenswerte Zwischenfälle.

    20.16 Uhr: Handball-EM: Fünf weitere Coronafälle im DHB-Team

    Corona-Ausbruch im DHB-Team: Die deutschen Handballer haben bei der EM in der Slowakei und in Ungarn fünf weitere Coronafälle zu beklagen. Torhüter Andreas Wolff, Rückraumspieler Kai Häfner, Rechtsaußen Timo Kastening, Linksaußen Lukas Mertens und Spielmacher Luca Witzke wurden am Montag positiv auf das Virus getestet. Dies teilte der Deutsche Handballbund (DHB) am Abend mit. Das Quintett begab sich in Isolation und wird im letzten Gruppenspiel gegen Polen am Dienstag (18.00 Uhr/ZDF) nicht einsatzfähig sein. Für das deutsche Team sind es die Coronafälle drei bis sieben. Zuvor waren bereits Julius Kühn und Hendrik Wagner positiv getestet worden. Alle weiteren Delegationsmitglieder haben sich unmittelbar nach Bekanntwerden der Ergebnisse auf ihre Zimmer im Teamhotel in Bratislava zurückgezogen. Der DHB befindet sich bezüglich möglicher Nachnominierungen mit Spielern und Vereinen der Handball-Bundesliga sowie dem europäischen Verband EHF im Austausch. Diese sind auch außerhalb des Anfang Dezember gemeldeten 35er-Kaders möglich. Nach SID-Informationen sind Torhüter Silvio Heinevetter (MT Melsungen), die Berliner Rückraumspieler Fabian Wiede und Paul Drux sowie der Kieler Linksaußen Rune Dahmke als Ersatz angefragt.

    19.15 Uhr: Abgang bei Curevac: Technologie-Chefin geht nach 16 Jahren

    Beim Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac geht der personelle Umbruch in der Führung weiter. Die bisherige Technologie-Chefin und Vorstandsmitglied Mariola Fotin-Mleczek werde die Firma Ende Januar nach 16 Jahren verlassen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Ihren Job soll Igor Splawski übernehmen, der bisher Forschungschef war. Fotin-Mleczek wolle nach 33 Jahren in Deutschland zurück in ihre Heimat Polen und dort ein Familienunternehmen außerhalb der Biotech-Branche aufbauen, hieß es. Curevac war nach hoffnungsfrohem Start schließlich Mitte 2021 daran gescheitert, einen Corona-Impfstoff auf den Markt zu bringen. Das Unternehmen will jetzt Vorreiter sein bei der Entwicklung eines neuen Vakzins der zweiten Generation. Im Vorstand hat es in den vergangenen anderthalb Jahren mehrere Wechsel gegeben.

    19.07 Uhr: In Polen baut sich fünfte Infektionswelle auf - Neue Höchstwerte erwartet

    In Polen baut sich die fünfte Virus-Welle auf. Gesundheitsminister Adam Niedzielski warnt vor weiteren Höchstwerten bei den täglichen Infektionen. "Wir sagen den Höhepunkt der Infektionen für Mitte Februar mit Tagesspitzen von rund 60.000 Fällen voraus", sagt Niedzielski. Bei der vierten Infektionswelle wurden in Polen Tages-Höchstwerte von lediglich 10.000 Fällen erfasst.

    18.33 Uhr: Lauterbach sieht bei Omikron keinen Grund zur Entwarnung

    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht keinen Grund zur Entwarnung in der Corona-Pandemie. "Ich warne davor, Omikron zu unterschätzen", sagte Lauterbach am Montag in Schwerin bei einer Pressekonferenz mit Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Der größte Teil der für die Intensivversorgung von Corona-Patienten bereitstehenden Betten sei bereits ausgelastet mit Patientinnen und Patienten, die sich mit der Delta-Variante infiziert hätten. Lauterbach erwartet, dass - wie bei den vorangegangenen Infektionswellen - viele ältere Menschen erst später von der Omikron-Welle erfasst werden. "Und dann ist hier tatsächlich auch eine Mehrbelastung bei den Intensivbetten, aber auch auf der Allgemeinstation zu erwarten", so der Gesundheitsminister. Man müsse selbst dann mit einer massiven Belastung der Krankenhäuser und der kritischen Infrastruktur rechnen, wenn die Omikron-Variante tatsächlich nur zu halb so vielen Hospitalisierungen und einem Viertel der Intensivfälle führen würde wie die Delta-Variante. Lauterbach bezog sich hier den Angaben zufolge auf Studienergebnisse der Berkeley Universität in den USA.

    17.32 Uhr: Israelische Studie: Vierte Impfung nicht ausreichend gegen Omikron

    Eine vierte Corona-Impfung schützt laut einer israelischen Studie nicht ausreichend gegen die Omikron-Variante. Man beobachte auch bei vierfach Geimpften Ansteckungen, sagte Professor Gili Regev vom Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv am Montag. Zwei Wochen nach einer vierten Dosis des Präparats von Biontech/Pfizer sei zwar ein "schöner Anstieg" der Antikörper zu beobachten. Deren Zahl liege sogar etwas über dem Wert nach der dritten Impfung. "Aber für Omikron ist dieser schöne Wert nicht genug." Regev betonte, es handele sich um Zwischenergebnisse der Studie, sie wollte daher auch keine genaueren Zahlen nennen. "Die Entscheidung (in Israel), Immungeschwächten die vierte Dosis zu geben, könnte zwar einen kleinen Vorteil verleihen", sagte Regev. "Aber vermutlich nicht genug, um sie der ganzen Bevölkerung zu geben." Gegenwärtig können sich in Israel auch über 60-Jährige und medizinisches Personal zum vierten Mal impfen lassen.

    17.15 Uhr: Kanzler Scholz befürwortet Ausweisung von Novak Djokovic aus Australien

    Bundeskanzler Olaf Scholz und Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez befürworten die Entscheidung der australischen Regierung, den Tennisspieler Novak Djokovic im Streit um Corona-Zertifikate auszuweisen. Wenn man sich in der Corona-Krise Regeln setze, müssten sich alle daran halten, sagt Scholz bei einem Besuch in Madrid. Auch Sanchez ist dieser Ansicht.

    17.14 Uhr: Israel verlangt nur noch fünf Tage Quarantäne

    Israel reduziert die Dauer der Quarantäne weiter. Ab Mittwoch seien nur noch fünf Tage Isolation nötig, teilt das israelische Gesundheitsministerium mit. Man habe festgestellt, dass Infizierte innerhalb der ersten drei Tage nach einer Infektion am ansteckendsten seien, sagt der Pandemie-Koordinator Salman Zarka. In der vergangenen Woche wurde die Zeit der Quarantäne bereits auf sieben von zehn Tagen gesenkt. Um die Quarantäne zu beenden ist weiterhin ein negativer Antigen-Test nötig.

    16.34 Uhr: Moderna erwartet Daten zu Omikron-Impfstoff im März

    Moderna rechnet bis zum Frühjahr mit einem an die Omikron-Variante angepassten Covid-Impfstoff. Der Impfstoffkandidat gegen die hochansteckende Variante des Coronavirus werde in den kommenden Wochen in die klinische Entwicklung gebracht. Moderna hoffe, im März Daten zu haben, die das Biotechunternehmen mit den Aufsichtsbehörden teilen könne, um dann die nächsten Schritte zu ermitteln, sagte Vorstandschef Stephane Bancel am Montag anlässlich einer virtuellen Tagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) Davos. Damit setzt sich Moderna einen ähnlichen Zeitplan wie BioNTech und Pfizer, die angekündigt hatten, einen an Omikron angepassten Impfstoff bis Ende März bereitstellen zu können.

    16.15 Uhr: Illegale Partys bereiten große Sorgen auf Mallorca

    Illegale Partys und Massenansammlungen auf Mallorca im Rahmen der Januar-Volksfeste bereiten den Behörden der spanischen Ferieninsel angesichts der weiter steigenden Corona-Zahlen große Sorgen. Man befürchte, dass diese Ausgelassenheit das Erreichen des Höhepunkts der neuen Pandemie-Welle verzögern könnte, warnte am Montag in Palma die regionale Gesundheitsministerin Patricia Gómez.

    Das, was man am Wochenende zum Beispiel in der Gemeinde Sa Pobla im Norden der Insel gesehen habe, könne sich am Donnerstag in Palma, der Hauptstadt Mallorcas, im Rahmen des Sant-Sebastià-Festes in noch größerem Umfang wiederholen, sagte Gómez. Neben anderen Maßnahmen habe man die Zwangsschließung von vier Lokalen angeordnet, die sich nicht an das vorgeschriebene Limit der Gäste-Zahl gehalten hätten.

    Obwohl es auf Mallorca derzeit kaum Touristen aus Deutschland, Großbritannien und anderen Ländern gibt, macht die Mittelmeer-Insel ihrem Ruf der Party-Hochburg auch dieser Tage alle Ehre: Auf dem Dorfplatz von Sa Pobla versammelten sich am Sonntagabend zahlreiche vorwiegend jüngere Menschen, um am Vorabend des Sant-Antoni-Festes dichtgedrängt zu feiern, zu singen und unter anderem auch Alkohol zu trinken.

    15.30 Uhr : WHO-Wissenschaftlerin plädiert für Übergang in endemische Phase

    Die Chef-Wissenschaftlerin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Soumya Swaminathan, begrüßt es einem Medienbericht zufolge, wenn Regierungen bereits jetzt den Übergang der Corona-Pandemie in eine endemische Phase vorbereiten. "Wir erwarten, dass eine immense Zahl an Menschen auf der Welt mit Omikron infiziert sein wird, und es wird eine Kreuzimmunisierung zu anderen Varianten geben", zitiert das "Handelsblatt" Swaminathan.

    Das sei ermutigend, so Swaminathan. 2022 werde es viele Millionen Menschen auf der Welt mit einem besseren Immunisierungsschutz geben – "wegen der Impfungen und leider wegen der Infektionen". Ob der Übergang in eine endemische Phase schon nach der Omikron-Welle geschehen könne, sei noch unklar. "Wir wissen nicht, wann und wo die nächste Variante auftauchen wird, und wie sie mit Omikron und Delta interagiert." Zudem könne bei einer Pandemie kein Land in eine endemische Phase übergehen, wenn der Rest der Welt noch mitten in der Pandemie sei. Zunächst müsse das Ziel sein, eine weltweite Impfrate von 70 Prozent bis Mitte dieses Jahres zu erreichen.

    13.53 Uhr: Ministerium: Kürzerer Genesenenstatus wegen Omikron

    Der Corona-Genesenenstatus ist auf drei Monate (90 Tage) verkürzt worden. Das Bundesgesundheitsministerium begründet dies mit der neuen Virusvariante Omikron. Diese Festlegung des Robert Koch-Instituts (RKI) sei aus wissenschaftlicher Sicht erfolgt, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin. Hintergrund sei, dass aufgrund der vorherrschenden Omikron-Variante ein sehr viel größeres Risiko bestehe, nach dieser Zeit zu erkranken oder Überträger zu sein. Die vorherige Zeitspanne von sechs Monaten habe gegolten, so lange man mit der vorherrschenden Delta-Variante umgehen musste.

    Die neue Vorgabe knüpft an eine vom Bundesrat am vergangenen Freitag besiegelte Verordnung an und gilt seit Samstag. Demnach müssen Genesenennachweise Kriterien entsprechen, die das RKI auf einer Internetseite bekannt macht. Dazu gehört: "Das Datum der Abnahme des positiven Tests muss mindestens 28 Tage zurückliegen". Und: "Das Datum der Abnahme des positiven Tests darf höchstens 90 Tage zurückliegen." Das RKI erläutert: "Diese Vorgaben werden regelmäßig überprüft und können sich gemäß Stand der Wissenschaft ändern." Zuvor hatte in der Verordnung als generelle Regelung gestanden, dass der Test "mindestens 28 Tage sowie maximal sechs Monate zurückliegt".

    13.30 Uhr: China stoppt freien Olympia-Ticketverkauf

    Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Situation hat das Organisationskomitee der Olympischen Winterspiele (OK) den freien Ticketverkauf gestoppt. "In Anbetracht der ernsten und komplizierten Lage (...) und um die Sicherheit aller Teilnehmer und Zuschauer zu gewährleisten, wurde beschlossen, keine Eintrittskarten mehr zu verkaufen, sondern sie in ein angepasstes Programm einzubinden, das Zuschauergruppen einlädt, während der Spiele vor Ort zu sein", erklärte das OK am Montag.

    Die Organisatoren erwarten, "dass sich diese Zuschauer vor, während und nach jeder Veranstaltung strikt an die COVID-19-Gegenmaßnahmen halten", hieß es weiter. Dass die Spiele von 4. bis 20. Februar ohne Zuschauer aus dem Ausland stattfinden, wurde bereits im vergangenen September beschlossen. Bei den Spielen in Tokio im vergangenen Sommer waren überhaupt keine Besucher zugelassen.

    Am Montag erreichte die Zahl der Corona-Neuinfektionen in China den höchsten Stand seit März 2020. Es wurden 223 neue Fälle gemeldet. Am Wochenende war zudem der erste Omikron-Fall in der Hauptstadt Peking registriert worden. Zu Wochenbeginn begannen Tests in der gesamten Stadt, die Schulen wurden geschlossen. Obwohl China an seiner Null-Covid-Strategie und den strikten Einreisekontrollen festhält, wurden auch 60 neue "importierte" Fälle gemeldet. Einige Athleten und Repräsentanten sind bereits im Vorfeld der Spiele in der Hauptstadt eingetroffen. Sie begaben sich sofort in eine streng kontrollierte Blase, die sie vollständig vom Rest der Bevölkerung trennt. Außerdem verschärften die Behörden die Vorschriften für Personen, die aus anderen Teilen Chinas in die Hauptstadt einreisen.

  • Zum Artikel "Wie ein Gefangener": Schockierende Berichte aus Peking
  • 12.59 Uhr: Zwei von drei Menschen in Deutschland für Impfpflicht

    Zwei von drei Menschen in Deutschland befürworten laut einer Umfrage eine Corona-Impfpflicht für Erwachsene. Für eine Impfpflicht nur für einzelne Gruppen wie medizinisches Personal oder Menschen mit Vorerkrankungen sprachen sich 70 Prozent der Befragten aus, wie die Universität Hamburg am Montag mitteilte. 60 Prozent gaben an, dass eine verpflichtende Impfung für alle Altersgruppen mit bereits zugelassenem Impfstoff gelten solle, also auch für Kinder und Jugendliche. Vor allem ältere Menschen sowie Personen im Norden und Westen Deutschlands stimmten einer Impfpflicht zu.

    Einen leichten Anstieg verzeichnet die Umfrage bei der Impfbereitschaft der Deutschen. Insgesamt seien 86 Prozent bereit, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen - vier Prozentpunkte mehr als noch im September. In den östlichen Bundesländern liege der Wert bei 77 Prozent, im Westen und Süden bei 90 Prozent. 65 Prozent der Menschen, die ein geringes Vertrauen in die Regierung haben, seien bereit zu einer Impfung.

    In einem von vier Fällen wollen Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen, wie es hieß. 56 Prozent der befragten Eltern befürworteten die Impfung ihrer Kinder. Im Vergleich zu September ist das ein Rückgang um vier Prozentpunkte. In Spanien gaben sechs Prozent der Eltern an, ihre Kinder nicht impfen zu lassen, in Portugal waren es 7 Prozent und in Frankreich 30 Prozent. Vier von fünf der Befragten in Deutschland machten sich Sorgen über eine Spaltung zwischen Geimpften und Ungeimpften. Die Befragung wurde im Rahmen von European Covid Survey (ECOS) durchgeführt.

    12.38 Uhr: Isolationszeit für Corona-Infizierte in England erneut verkürzt

    Corona-Infizierte in England können ihre Isolation inzwischen bereits nach fünf vollen Tagen beenden. Die neue Regelung gilt seit Beginn dieser Woche. Sie sieht vor, dass nach zwei negativen Antigen-Selbsttests an Tag fünf und Tag sechs die Isolation vorzeitig beendet werden kann, solange kein Fieber vorliegt. Gezählt wird dabei vom Tag nach Beginn der Symptome oder des ersten positiven Testergebnisses. Die Regierung will mit der neuen Regelung den massiven Personalmangel im Gesundheitsbereich und anderen Branchen bekämpfen. Hohe Infektionszahlen in der Omikron-Welle haben dafür gesorgt, dass reihenweise Krankenhäuser in England angaben, ihren Betrieb nicht wie üblich aufrechterhalten zu können, weil viele Mitarbeiter in Isolation mussten.

    Den Modellrechnungen der britischen Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency zufolge sind nur noch rund sieben Prozent der Menschen infektiös, die nach fünf Tagen und zwei negativen Antigen-Tests ihre Isolation verlassen. Die Infektionszahlen in Großbritannien gehen nach einem massiven Anstieg durch die Omikron-Welle zwar derzeit wieder zurück, sind aber noch immer auf einem sehr hohen Niveau. Die Sieben-Tage-Inzidenz wurde zuletzt mit 1240 angegeben (Stand: 11. Januar).

    12.21 Uhr: Bayerisches Kabinett vertagt Corona-Entscheidungen zu Hotspots und Lockerungen

    Das bayerische Kabinett hat die angekündigten Entscheidungen über neue Hotspot-Regelungen, aber auch über gewisse Erleichterungen vertagt. Man habe aktuell weder Verschärfungen noch Lockerungen beschlossen, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Montag nach einer Kabinettssitzung in München. Er stellte entsprechende Beschlüsse nun für kommende Woche in Aussicht.

    Es gebe derzeit noch keine klare Antwort auf die Frage, wie sich die schnell steigende Sieben-Tage-Inzidenz auf die Situation in den Kliniken auswirke. Deshalb wolle man die Entwicklung der Lage in dieser Woche noch einmal genau beobachten und gegebenenfalls kommende Woche Entscheidungen treffen. Die sogenannte Hotspot-Regelung, wonach in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 1000 eigentlich viele Bereiche geschlossen werden müssten, bleibt laut Herrmann bis zur Kabinettsentscheidung darüber ausgesetzt.

    10.54 Uhr: Spiegel lehnt Impfpflicht für Kinder und Jugendliche ab - Familienministerin fordert Erwachsene zu Solidarität auf

    Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) hat beim Thema Impfpflicht die Erwachsenen zur Solidarität mit Kindern und Jugendlichen aufgerufen. Die Debatte und die Umsetzung einer Impfpflicht seien richtig, sagte Spiegel am Montag im Deutschlandfunk. Alle anderen Mittel seien ausgeschöpft. Kinder und Jugendliche sollten aber nicht von einer Pflicht betroffen sein:

    "Es sollte absolut klar sein, dass bei einer Impfpflicht wir über Erwachsene sprechen und nicht über Kinder und Jugendliche." Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne)

    Die vergangenen zwei Jahre seien für viele Familien ein echter Härtetest gewesen, sagte Spiegel und verwies auf geschlossene Schulen und Kitas sowie fehlende Kontakte zu Gleichaltrigen. Kinder und Jugendliche hätten im Lockdown viele Opfer gebracht, um Eltern und Großeltern zu schützen. Nun liege es vor allem an den Erwachsenen, sich impfen und boostern zu lassen, sagte die Bundesfamilienministerin. Dies sei auch ein "Akt der Solidarität Kindern und Jugendlichen gegenüber". Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte vergangene Woche im Bundestag betont, dass es in der Debatte um eine allgemeine Impfpflicht um eine Regelung für Erwachsene geht.

    10.20 Uhr: Produktion von Corona-Arzneien in Deutschland nimmt Fahrt auf

    In der Corona-Pandemie gelten Impfstoffe weiter als "Gamechanger". Mit der Zulassung von immer mehr Medikamenten für Covid-Patienten gibt es aber zusätzliche Mittel gegen das Virus. Davon profitiert auch der Pharmastandort Deutschland.

    09.20 Uhr: CSU-Politiker kritisiert Lauterbachs Vorstoß zu drei Impfdosen

    Der CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger hat die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vorgeschlagene Beschränkung einer Corona-Impfpflicht auf drei Impfdosen als voreilig und möglicherweise unzureichend kritisiert. "Ich halte nichts davon, vorschnell die Anzahl an obligatorischen Boosterimpfungen zu limitieren, da leider nicht sicher absehbar ist, ob gefährliche Varianten zusätzliche Impfungen erforderlich machen könnten", sagte Pilsinger der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). Sinnvoller wäre aus seiner Sicht eine vorläufige zeitliche Befristung der Impfpflicht von zum Beispiel zwei Jahren, erklärte der Bundestagsabgeordnete, der selbst Mediziner ist.

    Lauterbach (SPD) hatte am Wochenende dafür plädiert, bei einer möglichen allgemeinen Impfpflicht drei Impfdosen vorzuschreiben. Vollständig Geimpfte seien gegen alle Corona-Varianten - zumindest vor schwerer Krankheit und Tod - geschützt, sagte er der "Bild am Sonntag". Daran müsse sich die Impfpflicht orientieren. Die Entscheidung über eine Impfpflicht liegt beim Bundestag. Dort soll Ende Januar eine Orientierungsdebatte stattfinden. Angedacht sind Gruppenanträge, über die die Abgeordneten am Ende - vermutlich nicht vor März - allein nach ihrem Gewissen ohne Fraktionsdisziplin abstimmen sollen.

    09.17 Uhr: Gesundheitsexperte: "Omikron nicht unterschätzen"

    Die Omikron-Welle ist da, die Infektionszahlen in Deutschland steigen rasant. Die Coronavirus-Variante löst aber offenbar vorwiegend "milde Verläufe" aus. Doch der Vorsitzende der Geschäftsführung der München Klinik gGmbH, Axel Fischer, warnt davor, Omikron zu unterschätzen. Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt sagt er: "Ob der Verlauf immer milder ist, vor allem auch bei Ungeimpften, da bin ich mir noch nicht so sicher. Das sollten wir noch abwarten. Ich bin mir aber relativ sicher, dass der Verlauf bei Geimpften und vor allem auch bei Geboosterten milder ist."

    07.45 Uhr: Virologe Stöhr: Erst Durchseuchung, dann entspannter Sommer

    Angesichts der hoch ansteckenden Omikron-Variante erwartet der Virologe Klaus Stöhr erst eine Durchseuchung in den kommenden Wochen, dann eine natürliche Immunisierung der Bevölkerung - und schließlich ein Auslaufen der Pandemie. "In den nächsten zwei bis drei Wochen wird es eine Unsicherheit geben, wie hoch die Inzidenz steigen wird. Danach werden sich durch die sehr starke Durchseuchung, die dann leider einsetzen wird, die man nicht abwenden kann, sehr viele Menschen die natürliche Immunität holen", sagte er am Sonntagabend im TV-Sender Bild.

    Diese Immunität werde "oben draufgepflanzt" auf die Immunisierung durch Impfungen, so Stöhr. Beides zusammen werde zu einem anhaltenden Immunschutz führen, so dass man auch nicht das vierte, fünfte, sechste, oder siebte Mal boostern müsse. Im Herbst müsse man sehen, ob man den über 60-Jährigen noch einmal ein Impfangebot mache. Angesichts der Millionen Ungeimpften oder zumindest nicht vollständig Geimpften ist Vorsicht nach den Worten Stöhrs zwar weiter ganz wichtig. Dennoch gibt er sich überzeugt: "Im Frühjahr, Sommer dann wird es sehr entspannt."

    Auch der Virologe Christian Drosten sieht im häufig milderen Verlauf nach Ansteckung mit der Omikron-Variante eine "Chance", in den endemischen Zustand zu kommen - "breite Immunität vorausgesetzt", wie er dem "Tagesspiegel am Sonntag" sagte.

    05.54 Uhr: Krankenhäuser verschieben wegen der Pandemie erneut planbare Operationen

    Die Deutsche Krankenhausgesellschaft geht davon aus, dass wegen der neuen Corona-Infektionswelle erneut planbare Operationen verschoben werden müssen. "Die Krankenhäuser müssen Personal auf die schwerkranken Patienten konzentrieren", sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, der "Rheinischen Post". Personelle Reserven gebe es nicht. "Deswegen müssen wir erneut, wenn es soweit medizinisch vertretbar ist, Patienten auf die Warteliste nehmen."

    Dabei handle es sich auf der einen Seite um Behandlungen von chronisch kranken Patienten. "So haben wir etwa in Spitzenzeiten der Pandemie bis zu 25 Prozent der Hüft-OPs verschoben", sagte Gaß. Es gehe aber auch um Krebs-Operationen. "Zeitweise hatten wir einen deutlichen Rückgang von bis zu 18 Prozent bei Darmkrebs-OPs", sagte Gaß und fügte hinzu: "Das ist für die einzelnen Patienten sehr belastend."

    03.50 Uhr: Gesamtzahl der Fälle in Deutschland übersteigt acht Millionen

    In Deutschland steigt die Zahl der bekannten Infektionen um 34.145 auf etwas mehr als acht Millionen, wie aus Daten auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle legt demnach um 30 auf 115.649 zu. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei gut 528.

    01.20 Uhr: Großbritannien will Pflicht zur häuslichen Isolierung aufheben

    Der britische Premierminister Boris Johnson will einer Zeitung zufolge die gesetzliche Vorschrift zur häuslichen Isolierung nach einer Infektion aufheben. Die Pläne sollten über die kommenden Wochen ausgearbeitet werden, berichtet die Zeitung "The Telegraph". Zwar solle die Empfehlungen zu einer Quarantäne in den eigenen vier Wänden bleiben. Jedoch werde eine Missachtung keine Bußgelder oder andere Strafen mehr nach sich ziehen.

    01.02 Uhr: Oxfam - Reichste Menschen verdoppelten während Corona ihr Vermögen

    Die zehn reichsten Menschen der Welt haben der Organisation Oxfam zufolge während der Coronavirus-Pandemie ihr Vermögen auf 1,5 Billionen Dollar verdoppelt. In Deutschland hätten die zehn reichsten Personen ihr kumuliertes Vermögen von 144 Milliarden Dollar auf etwa 256 Milliarden gesteigert, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der Entwicklungshilfeorganisation. Dies sei ein Anstieg um etwa 78 Prozent. "Für Milliardäre gleicht die Pandemie einem Goldrausch", erklärte der Oxfam-Referent Manuel Schmitt. "Regierungen haben Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, doch ein Großteil ist bei Menschen hängengeblieben, die von steigenden Aktienkursen besonders profitieren."

    Unter Berufung auf Daten der Zeitschrift "Forbes" listet Oxfam Tesla-Chef Elon Musk als reichsten Menschen der Welt mit einem US-Vermögen von 294,2 Milliarden Dollar auf, gefolgt von dem Amazon-Gründer Jeff Bezos und dem französischen Milliardär Bernard Arnault. Die ersten Deutschen liegen auf Platz 31, Beate Heister und Karl Albrecht junior von Aldi mit 43 Milliarden Dollar. Neu auf der Liste auf Platz 161 findet sich in diesem Jahr BioNTech-Vorstandschef Ugur Sahin mit 13,2 Milliarden Dollar.

    00.02 Uhr: Corona-Impfpflicht für über 60-Jährige in Griechenland in Kraft

    Ungeimpfte Griechen über 60 werden von nun an zur Kasse gebeten: Wer sich die Corona-Impfung weiterhin nicht verabreichen lässt, wird im Januar mit 50 Euro Strafe belegt, von Februar an sind es dann 100 Euro monatlich. Die Regelung trat in der Nacht auf Montag in Kraft. Von der Maßnahme betroffen sind laut Staatsrundfunk rund 300.000 Menschen. Ihre Daten sollen nun von der staatlichen Sozialversicherung an das Finanzamt weitergeleitet werden, das die Bußgelder eintreibt. Das Geld kommt dann den staatlichen Krankenhäuser zugute. In Griechenland sind die verabreichten Impfungen in einer Datenbank personalisiert gespeichert.

    Die Regierung wertet die Maßnahme schon jetzt als Erfolg: Seit der Ankündigung von Strafzahlungen vor gut sechs Wochen haben sich rund 217.000 über 60-Jährige impfen lassen. Damit stieg die Impfquote in dieser Altersgruppe auf 90 Prozent.

    Eine Impfpflicht für andere Altersgruppen schloss Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hingegen mit der Begründung aus, dass es vor allem die Älteren seien, die schwer an Covid erkrankten und in Krankenhäusern behandelt werden müssten.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

    Schlagwörter