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Menschenmassen beim #wirsindmehr-Konzert in Chemnitz
© dpa-Bildfunk/Sebastian Willnow

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Menschenmassen beim #wirsindmehr-Konzert in Chemnitz

Das Gratiskonzert unter dem Motto #wirsindmehr sollte ein Zeichen setzen gegen Fremdenhass und Gewalt. Vor dem Konzert hatten die Musiker um Unterstützung geworben für die, die sich täglich gegen Rechts engagieren.

Großer Zuspruch

Die Stadtverwaltung und die Veranstalter sprachen von rund 65.000 Besuchern bei dem Konzert. Erwartet worden waren im Vorfeld 20.000. Die Polizei war mit einem verstärkten Aufgebot im Einsatz und erhielt Unterstützung von Beamten aus Berlin, Bremen, Thüringen und weiteren Bundesländern. Der öffentliche Nahverkehr kam durch die Anreise zum erliegen.

Pressekonferenz im Vorfeld

Die am Konzert beteiligten Bands sind laut Toten-Hosen-Frontmann Campino heftigen Anfeindungen im Internet ausgesetzt. Auf den Facebook-Seiten gebe es "immense Shitstorms" gegen die Musiker, sagte er in einer Pressekonferenz vor dem Konzert.

Innerhalb weniger Stunden wurde Konzert organisiert

Die Veranstaltung war eine Reaktion auf den gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen Deutschen vor gut einer Woche sowie die folgende Vereinnahmung der Bluttat durch rechtspopulistische Kräfte wie "Pro Chemnitz" bzw. AfD und Pegida.

Am Rande des Konzertes sollten Spendengelder gesammelt werden. Nach Angaben der Organisatoren soll die Hälfte des Geldes der Familie des Getöteten zugute kommen, die andere Hälfte sei für antifaschistische, antirassistische und zivilgesellschaftliche Initiativen in Sachsen vorgesehen.

Zwei Kundgebungen verboten

Vor dem Konzert hatte die Stadt Chemnitz zwei Kundgebungen gegen das Konzert untersagt. Die fremden- und islamfeindliche Thügida wollte sich in unmittelbarer Nähe zum Veranstaltungsgelände unter dem Motto "Gegen antideutsche Kommerzhetze" versammeln. Begründet wurde die Absage damit, dass die Veranstaltungsfläche bereits belegt sei. Mit dem gleichen Argument wurde auch eine Kundgebung von "Pro Chemnitz" erneut vor dem Karl-Marx-Monument untersagt.

Tarek (l) der Hip-Hop-Formation K.I.Z. bei dem Konzert unter dem Motto #wirsindmehr in Chemnitz

Tarek (l) der Hip-Hop-Formation K.I.Z. bei dem Konzert unter dem Motto #wirsindmehr in Chemnitz

ARD-Korrespondent Sven Böttger

ARD-Korrespondent Sven Böttger