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50 Jahre ADAC-Luftrettung mit 50.000 Einsätzen | BR24

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Vor fünfzig Jahren entstand eine Idee, der viele Menschen bis heute ihr Leben verdanken: den Lufteinsatz von Rettungskräften per Helikopter - vorwiegend bei schweren Autounfällen. Man mag's kaum glauben: Diese Idee fanden zunächst nicht alle gut ...

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50 Jahre ADAC-Luftrettung mit 50.000 Einsätzen

Sie kommen bei Unfällen, Herzinfarkten und Schlaganfällen; die Luftretter vom ADAC. Ihre schnelle Hilfe kann Leben retten. Seit 50 Jahren gibt es die Luftrettung. Ihre Einsatzgebiete haben sich im Laufe der Zeit deutlich geändert.

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Am Harlachinger Krankenhaus in München hat alles angefangen. Hier startete vor 50 Jahren der erste Hubschrauber der ADAC-Luftrettung: "Christoph 1". Heute sind bundesweit mehr als 50 Hubschrauber an 37 Stationen im Einsatz.

ADAC setzt sich gegen Anfangswiderstände durch

Grund für die Gründung der ADAC-Luftrettung waren die zahlreichen Verkehrstoten damals. 1970 starben im Straßenverkehr mehr als 21.000 Menschen. Unfallmediziner stellten fest, dass die Zahl der Opfer bei einer schnelleren Notfallversorgung deutlich gesenkt werden könne. Aber es gab anfangs auch Widerstand. So konnten sich viele nicht vorstellen, dass Hubschrauber auch auf Autobahnen landen können. Der Luftretter Max Eichner erinnert sich an einen Experte, der davor warnte, einen Patienten in eine so laute und vibrierende Maschine zu legen. Ihr bringt ihn eher um als ihm zu helfen, so seine Meinung. Doch das Gegenteil sei der Fall gewesen, stellt Eichner zufrieden fest.

Die Einsatzgebiete sind mittlerweile vielfältig

Da die heutigen Autos deutlich sicherer geworden sind, ist die Zahl der Verkehrstoten seit Jahren rückläufig. Im vergangenen Jahr starben weniger als 3.100 Menschen im Straßenverkehr. Die ADAC-Luftretter haben trotzdem nach wie vor viel zu tun, das zeigt die Bilanz.

Bundesweit flog die ADAC-Luftrettung im vergangenen Jahr rund 54.000 Einsätze. Das sind in etwa so viele wie im Vorjahr und im Schnitt rund 150 Einsätze täglich. Ein Viertel der Rettungsflüge gab es in Bayern und zwar genau 12.557, auch hier ist die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr stabil.

Im Schnitt waren es in Bayern mehr als 34 Einsätze pro Tag. 39 Prozent davon waren notwendig wegen Freizeit-, Sport, Schul- und Verkehrsunfällen, 21 Prozent wegen Herz-Kreislauf-Notfällen und 14 Prozent wegen neurologischen Erkrankungen, dazu zählen Schlaganfälle. Am häufigsten rückten im Freistaat aber nicht die Teams in München oder Ingolstadt aus, wie man vielleicht erwarten würde, sondern die Mannschaft in Ochsenfurt. Sie zählte fast 2.000 Notfalleinsätze.

ADAC-Luftrettung steht vor großen Herausforderungen

Der Geschäftsführer der ADAC-Luftrettung Frédéric Bruder macht darauf aufmerksam, dass die Luftrettung heute vor großen Herausforderungen steht. Klinikschließungen, Notarzt- und Pilotenmangel, Einsatzbeschränkungen für ältere Piloten und die mangelnde medizinische Versorgung im ländlichen Raum wirkten sich erheblich auf ihr Arbeitsumfeld auf, so Bruder.

Disponent entscheidet über Einsatz

Ob ein Hubschrauber eingesetzt wird oder nicht, entscheiden in aller Regel die Disponenten in den Notrufzentralen. Ausschlaggebend dafür seien aktuell verfügbare Rettungsfahrzeuge, der Zustand des Patienten, der Einsatzort und das Wetter.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann lobte bei der Bilanz am Donnerstag den Einsatz der Luftretter. Rettungsdienst ohne die Retter aus der Luft sei heute undenkbar. Gefeiert wird natürlich auch. So soll es unter anderem am 30. November einen Festakt in München und am 17. Oktober einen Tag der offenen Tür geben, an der Klinik München-Harlaching.

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