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30. Jubiläum des ADFC: Radl-Lifte und überdachte Wege als Vision | BR24

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ADFC-Radsternfahrt (in München, April 2019)

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    30. Jubiläum des ADFC: Radl-Lifte und überdachte Wege als Vision

    Vor 30 Jahren wurde der ADFC Landesverband Bayern in Augsburg gegründet, elf Jahren nach dem Bundesverband. In diesem Jahr hat die Radler-Lobby in Bayern ihr 30.000. Mitglied begrüßt und spürt generell Rückenwind – Corona hat für einen Boom gesorgt.

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    Der ADFC Landesverband Bayern feiert heuer sein 30-jähriges Jubiläum - und hat über die Jahrzehnte vieles angestoßen. Allein im Freistaat gab es in den vergangenen Jahren elf Radentscheide, zählt der ADFC. Also Bürgerbegehren für besseren und sichereren Radverkehr – unter anderem in Bamberg, Bayreuth, Erlangen, München, Nürnberg, Regensburg und Rosenheim.

    Jedesmal war der Club unter den Initiatoren. Die Aufmerksamkeit für die Interessen der Radfahrer nimmt in den Städten und Gemeinden zu - selbst in Hof, das 2019 den zweifelhaften Titel "fahrradunfreundlichste Stadt Deutschlands" erhielt.

    Fahrradklimatest mit Rekordbeteiligung

    Das spürt der Club auch beim Fahrradklimatest. Alle zwei Jahre befragt der ADFC Fahrradfahrer danach, wie gut die Verhältnisse in ihrer Stadt sind. Abgefragt werden Maßnahmen wie Fahrradstraßen, aber auch, ob es genügend Abstellplätze gibt und ob im Winter der Radweg geräumt wird. Seit 1. September läuft die aktuelle Umfrage, und allein in Bayern haben sich mit mehr als 120.000 Menschen schon 65 Prozent mehr Radfahrer beteiligt als 2018, gab der ADFC heute bekannt (hier das Beispiel Bayreuth).

    Die Ergebnisse werden im kommenden Frühjahr vorliegen. Und sie werden durchaus wahrgenommen. Der Regensburger ADFC-Kreisvorsitzende Klaus Wörle zum Beispiel berichtet: in Regensburg hätte sich bei den letzten Fahrradklimatests immer eine Rekordzahl von Menschen beteiligt – und Wörle merkt, dass die Belange der Fahrradfahrer auch deshalb heute ernster als früher genommen werden.

    Gewinnt das Fahrrad den Kampf um mehr Platz?

    Während der Corona-Ausgangsbeschränkungen hat der Radverkehr in den meisten Städten spürbar zugenommen – und der ADFC fordert selbstbewusst mehr Platz für Radler in den Städten.

    Kein Wunder, dass die bayerische Landesvorsitzende Bernadette Felsch Zukunftsvisionen von autofreien Städten hat: Sie träumt für das Jahr 2050 von überdachten Radwegen, in denen man auch bei Regen und Schnee gut fahren kann, einem Fahrradschloss, das per Fingerabdruck bedient wird, und geräumigen Fahrradgaragen, die einem per Roboterlift das Radl vor die Füße liefern. Der erste bayerische Prototyp eines automatischen Radl-Parkhauses könnte demnächst in Augsburg stehen.

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    Überdachte Radstrecke bei Glasgow, Schottland

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    Vollautomatisches Fahrradparkhaus in Reutlingen

    Kritik an der Politik der Staatsregierung

    Bis dahin ist es noch ein weiter (Radl-)Weg. Derzeit kritisiert der Club das Radverkehrsprogramm Bayern 2025 der Staatsregierung. Das hat zum Ziel, den Anteil des Radverkehrs im Verkehr auf 20 Prozent zu steigern. Felsch kritisierte heute, das sei zwar ein ambitioniertes Ziel – nur fehlten im Programm konkrete Maßnahmen, Geld und Planer, um die nötigen Maßnahmen auch umzusetzen.

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