BR24 Logo
BR24 Logo
Deutschland & Welt

23 Jahre Haft für Hollywoodmogul Harvey Weinstein | BR24

© BR/Stephan Laack

Der frühere Filmproduzent Weinstein soll wegen Vergewaltigung und schwerer sexueller Nötigung für 23 Jahre ins Gefängnis. Dieses Strafmaß hat ein Gericht in New York bekanntgegeben. Seine Anwälte haben Rechtsmittel gegen die Verurteilung angekündigt.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

23 Jahre Haft für Hollywoodmogul Harvey Weinstein

Der frühere Filmproduzent Weinstein soll wegen Vergewaltigung und schwerer sexueller Nötigung für 23 Jahre ins Gefängnis. Dieses Strafmaß hat ein Gericht in New York bekanntgegeben. Seine Anwälte haben Rechtsmittel gegen die Verurteilung angekündigt.

Per Mail sharen

Auch wenn Ex-Filmmogul Harvey Weinstein heute vor Gericht seine Reue gegenüber den Opfern beteuerte und versprach, ein besserer Mensch zu werden. So richtig verstanden hat er die Vorwürfe, die gegen ihn erhoben worden sind, wohl nicht. Diese hätten ihn verwirrt, sagt er.

Wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung ist er heute zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Die Höchststrafe wäre 29 Jahre gewesen.

Anwalt von Weinstein kündigt Berufung an

Die Verteidigung Weinsteins kündigte an, in Berufung zu gehen, sein Anwalt Damon Cheronis spricht von einem ungerechten Verfahren. Weinstein sei nicht fair behandelt worden, weder vom Gericht, noch von der Jury und auch nicht von den Medien.

"Unserer Meinung nach haben die Beweise seine Schuld nicht belegen können, daran gibt es keinen Zweifel. Wir reden über nichts anderes, als dass es berechtigte Zweifel in diesem Fall gegeben hat." Damon Cheronis, Anwalt von Harvey Weinstein

Weinstein hatte immer wieder behauptet, es habe sich um einvernehmlichen Sex gehandelt. Die Verteidigung hatte im Laufe des Verfahrens versucht, die Aussagen der Klägerin und weiterer Zeugen als unglaubwürdig darzustellen.

Beifall für die Klägerinnen

Applaus gab es heute, als die Klägerinnen Miriam Haleyi und Jessica Mann das Gerichtsgebäude betraten, um vor der Verkündung des Strafmaßes ihre Abschluss-Statements zu geben.

Beobachterin Jean Casarez gab auf CNN die Schilderungen Miriam Haleyis wieder. Die vergangenen zwei Jahre seien für sie eine einzige Tortur gewesen: "Dass ihr Leben in den vergangenen zwei Jahren nichts als Paranoia gewesen sei, dass sie gedacht habe, dass es Rache gegen sie geben würde. Sie sagte, dass sie so dankbar für die Verurteilung sei, da er nun nicht mehr in der Lage ist, andere Frauen in diesem Land zu belästigen."

Klägerinnen haben "Mut bewiesen"

Opfer-Anwältin Gloria Allred trat im Anschluss an die Urteilsverkündung tief bewegt vor die anwesenden Journalisten.

"Ich bin sehr aufgewühlt , weil ich die Gefühle meiner Mandantinnen nachempfinde. Ich weiß, was sie durchgemacht haben, als sie ihre Zeugenaussage gemacht haben. Ich weiß, wie es für sie hinter den Kulissen war. Wie hart es für sie war. Sie haben ihrer Angst ins Auge geblickt und Mut bewiesen." Gloria Allred, Anwältin

Die Staatsanwaltschaft hatte im Vorfeld noch einmal eine harte Strafe verlangt, da Weinstein bis zum Urteil keine Reue gezeigt habe. Jahrzehntelang habe er Frauen missbraucht.

Der New Yorker Bezirksstaatsanwalt Cyrus Vance zeigte sich entsprechend hochzufrieden damit, dass Richter James Burke 23 Jahre Haft verhängt hat.

"Der Richter hat heute klar gemacht, dass diese Art von Verhalten jedem potentiellen Gewalttäter zeigt, dass er sich den Konsequenzen stellen muss." Cyrus Vance, Staatsanwalt

Weinstein drohen weitere Verurteilungen

Harvey Weinstein wird nun in einem New Yorker Gefängnis untergebracht. Neben dem Berufungsverfahren kommen weitere juristische Auseinandersetzungen auf ihn zu. In Los Angeles wurde er ebenfalls wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagt.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!