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21 Millionen Menschen in Deutschland mit Migrationshintergrund | BR24

© BR/Johanna Schlüter

Die Kaufinger Straße in München.

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    21 Millionen Menschen in Deutschland mit Migrationshintergrund

    In Deutschland hat jeder vierte Einwohner einen Migrationshintergrund. Laut dem Statistischen Bundesamt ist die Zahl im vergangenen Jahr auf rund 21 Millionen Menschen gestiegen. Trotz des Anstiegs ist es der schwächste Zuwachs seit 2011.

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    In Deutschland haben 26 Prozent und damit rund jeder vierte Einwohner einen Migrationshintergrund. Das geht aus dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden hervor. 2019 ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent auf 21,2 Millionen Menschen gestiegen. Es ist der niedrigste Zuwachs seit 2011.

    Als Mensch mit Migrationshintergrund gilt, wer selbst oder bei dem mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde.

    Mehrheit kommt aus europäischen Ländern

    Insgesamt waren letztes Jahr 52 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund Deutsche. Etwas weniger als die Hälfte kommt aus dem Ausland, von denen die überwiegende Mehrheit aus europäischen Ländern zugewandert ist.

    Etwa ein Viertel der ausländischen Personen hat asiatische Wurzeln, wozu auch Herkunftsländer des Nahen und Mittleren Osten, wie etwa Syrien und Irak zählen. Fünf Prozent der Menschen kommen aus Afrika, drei Prozent aus Nord-, Mittel- und Südamerika sowie Australien.

    Wichtigste Herkunftsländer sind nach wie vor die Türkei, gefolgt von Polen und Russland.

    Jeder Zweite hat seit seiner Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit

    Knapp die Hälfte (51 Prozent) besitzt seit der Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit. Sie werden als Menschen mit Migrationshintergrund gezählt, weil mindestens ein Elternteil ausländisch, eingebürgert, deutsch durch Adoption oder (Spät-)Aussiedlerin oder Aussiedler ist.

    Außerdem werden laut Definition Personen mit Migrationshintergrund gezählt, die entweder selbst nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurden oder bei denen das auf mindestens ein Elternteil zutrifft. Im Mikrozensus werden daher überwiegend Menschen der ersten und zweiten Zuwanderungsgeneration erfasst.

    Viele in bestimmten Berufsgruppen tätig

    Menschen mit Migrationshintergrund waren laut dem Bundesamt letztes Jahr besonders in Reinigungsberufen beschäftigt. In der Altenpflege waren es 30 Prozent, im Verkauf von Lebensmitteln 28 Prozent.

    Zu den unterrepräsentierten Berufsgruppen zählten vor allem medizinische Gesundheitsberufe, Lehrtätigkeit an allgemeinbildenden Schulen und Berufe im Polizeivollzugs- und Kriminaldienst sowie Gerichts- und Justizvollzug.

    Bayern liegt im Deutschlandtrend

    Bayern liegt mit einem Anteil von 25,9 Prozent auf Bundesniveau. Rund jeder Vierte hatte letztes Jahr einen Migrationshintergrund, davon vor allem in Oberbayern und Mittelfranken.

    Bremen hatte mit 36,5 Prozent der Einwohner den größten Anteil, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils rund 8 Prozent den niedrigsten Anteil.

    Es wird vorwiegend deutsch gesprochen

    In bayerischen Haushalten wurde 2019 überwiegend deutsch gesprochen. Nach Angaben des Bundesamts war das der Fall in 62 Prozent der bayerischen Mehrpersonenhaushalte. Neben deutsch waren türkisch, russisch und rumänisch die am meisten gesprochen Sprachen.

    In dem Mikrozensus wurden wie schon im Vorjahr nur Menschen in Privathaushalten und nicht in Gemeinschaftsunterkünften erfasst.

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