BR24 Logo
BR24 Logo
Deutschland & Welt

17-Jähriger betreibt Website zum Coronavirus - Millionen Nutzer | BR24

© Marcus Schuler / BR

Ein Teenager in den USA betreibt eine der meistbesuchten Coronavirus-Webseiten weltweit. Bereits seit Dezember stellt der 17-Jährige Zahlen und Fakten zusammen. Er wollte einfach etwas "Cooles" machen, sagt der Schüler.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

17-Jähriger betreibt Website zum Coronavirus - Millionen Nutzer

Ein Teenager in den USA betreibt eine der meistbesuchten Coronavirus-Webseiten weltweit. Bereits seit Dezember stellt der 17-Jährige Zahlen und Fakten zusammen. Er wollte einfach etwas "Cooles" machen, sagt der Schüler.

Per Mail sharen

Avi Schiffmann hat seine Internetseite ins Netz gestellt, da war Corona noch ein fast unbekanntes Virus, das irgendwo in China aufgetaucht war. Anfang Januar war das, erzählt er im Gespräch mit tagesschau.de: “Wenn man aktuelle Zahlen wollte, dann musste man auf Internetseiten lokaler chinesischer Behörden gehen”. Alle Infos hätten erst aus dem Chinesischen übersetzt werden müssen. Englischsprachige Nachrichtenartikel seien zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung bereits veraltet gewesen. "Dann ist mir die Idee gekommen, dass man diese Daten mit cooler neuer Technologie automatisiert auswerten kann."

Technisches Know-How selbst beigebracht

Der Schüler aus Seattle setzte sich vor seinen Computer, studierte Wikis und lernte mit Hilfe von YouTube, wie man ein "Web-Scraping”-Tool baut, das Inhalte von Internetseiten automatisch extrahiert und in einer Datenbank aufbereitet. Obwohl sein Webangebot auf einem Hochleistungsserver läuft, kommt es manchmal noch ins Stottern - so groß ist der Andrang. Je mehr sich das Virus ausgebreitet, umso Menschen besuchen seine Website.

"In den vergangenen 24 Stunden waren 25 Millionen Nutzer auf meiner Seite. Im Schnitt sind 30.000 User gleichzeitig auf meinem Server. Es ist spannend, mit solch hohem Datenverkehr zurechtzukommen", erzählt Avi, der seinen neuen Server, der 80 Dollar im Monat kostet, aus Spenden finanziert. Sein Angebot solle werbefrei bleiben, betont er. 

Verschiedene Quellen sorgen für detaillierte Informationen

Avis Seite unterscheidet sich von vielen anderen Seiten im Netz, die die Zahl der Infektionen aufschlüsseln. Auf der schnellen Übersichtsseite kann man sich die bestätigen Fälle ansehen, die Zahl der Verstorbenen, die Zahl der schwer Erkrankten und die Zahl der genesenen Menschen. Im Augenblick gibt es laut WHO in 190 von 195 Ländern Infektionsfälle. In weiteren Rubriken folgen die Daten von Kontinenten, einzelnen Ländern und US-Bundesstaaten. 

Das Webangebot des Gymnasialschülers glänzt damit, dass es ständig aktualisiert wird. Dazu zapft der 17-jährige verschiedene Datenquellen an:

So seien die Yonhab News aus Südkorea sehr zuverlässig, sagt Avi. In den USA werte er die Nachrichtenagentur Reuters und einige andere Quellen aus. "Die meisten Informationen beziehe ich aber von lokalen Behördenseiten. Außerdem von der nationalen Gesundheitsbehörde CDC sowie der WHO." Letztere aktualisierten nur einmal am Tag ihr Angebot. Und am Wochenende gar nicht. 

Fakten gegen Desinformation

Avis Mutter ist Ärztin, der Vater Medizinjournalist. Der Schüler, der noch zwei Geschwister hat, interessiert sich vor allem für Fakten. So ein Ereignis sorge für Misstrauen in die Regierungen. Die Welt hätte viel besser vorbereitet sein müssen. 

"Ich hoffe, dass die Länder enger zusammenarbeiten.", sagt Avi. Es scheine, dass alles schlecht organisiert sei. "Politiker spielen die Pandemie herunter, verharmlosen die Zahlen, testen die Menschen nicht." Wenn die nächste Pandemie komme, müssen wir besser vorbereitet sein. 

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!